5. “International Marine Debris Conference”

Mit einer von 47 Branchenorganisationen aus aller Welt unterzeichneten Erklärung ergriff die europäische Kunststoffindustrie bei der gestern zu Ende gegangenen  “International Marine Debris Conference”, welche in Hawaii durchgeführt wurde die Initiative: Durch eine Sechs-Punkte-Strategie soll der Kampf gegen die Verschmutzung der Meere durch Abfälle intensiviert werden.

In der “Joint Declaration for Solutions on Marine Litter”, werden die Ziele für das Handeln der Industrie klar umrissen und die Schritte für die verstärkte Zusammenarbeit aller Beteiligten festgeschrieben. Man erhoffe sich damit “eine Katalysator-Wirkung für konkretes Handeln im nationalen und internationalen Rahmen”, erklärt Jacques van Rijckevorsel im Namen der Kunststoffhersteller-Organisation PlasticsEurope. Das Problem der Vermüllung der Meere sei zu groß, um von einem einzelnen Staat oder einer Gruppe von Akteuren allein angegangen zu werden, daher sei die Kunststoffwirtschaft entschlossen, europaweit wie auch international daran zu arbeiten, die Probleme mit möglichst vielen Stakeholdern gemeinsam anzugehen: “Es ist unerlässlich für die Kunststoff-Wirtschaft, zu einer spürbaren Verringerung der Abfällen in den Ozeanen beizutragen.” Substanzielle Fortschritte in Sachen Meeresschutz sollen vor allem die Ausweitung öffentlich-privater Partnerschaften zur Müllvermeidung in den Meeren und eine intensive Zusammenarbeit mit der Wissenschaft bringen.

Das Sechs-Punkte-Programm umfasst daher im Einzelnen:

- Die Zusammenarbeit im Rahmen öffentlich-privater Partnerschaften zur Vermeidung der Freisetzung von Abfällen in den Meeren

- Die Zusammenarbeit mit der Wissenschaft zum besseren Verständnis der Tragweite, Herkunft und Auswirkungen von Abfällen im Meer und Schaffung von Lösungsansätzen

- Die Förderung umfassender, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierender, politischer Vorgehensweisen und die Durchsetzung bestehender Gesetze zur Vermeidung der Vermüllung der Meere

- Best-Practice-Konzepte in der Abfallwirtschaft, insbesondere in Küstenregionen

- Die Verbesserung der Möglichkeiten zur Verwertung von Kunststoffabfällen

- Verhinderung unbeabsichtigter Verluste bei Transport und Vertrieb von Kunststoffgranulaten und Erzeugnissen an die Kunden der Kunststoffindustrie sowie die Förderung dieser Praxis in der gesamten Lieferkette.

Mehr als 80 % aller Abfälle, die in die Meere gelangen, werden wegen schlechten Abfallmanagements vom Land aus eingetragen. Daher kooperiert die europäische Kunststoffindustrie schon heute mit Behörden, nichtstaatlichen Organisationen, Wissenschaftlern und weiteren Akteuren, um Lücken im Abfallmanagement zu schließen.

PlasticsEurope unterstützt den Schwerpunkt der Europäischen Union auf den Schutz der Meeresumwelt und will die enge Zusammenarbeit mit europäischen Institutionen und nationalen Regierungen im Rahmen der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie der EU und der damit verbundenen Initiativen fortsetzen. Rijckevorsel: “Kunststoff trägt erheblich zur Verbesserung unserer Lebensqualität, zur Ressourcenschonung und zu Innovation bei. Die verantwortungsbewusste Verwendung umfasst auch das Recycling oder die energetische Nutzung von Kunststoffabfällen. Die Länder Europas müssen zur Problemlösung beitragen, indem sie sicherstellen, dass gebrauchte Kunststoffanwendungen nicht auf Deponien oder gar im Meer landen. Die europäische Kunststoffindustrie ist entschlossen, diese Anstrengungen in den kommenden Monaten und Jahren an vorderster Stelle voran zu treiben.

Quelle: OTS

Anmerkung: Diese Erklärung ist auch durch die kroatische Wirtschaftskammer (HGK) mitunterzeichnet worden.

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