Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Kroatien

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (d.o.o.), in die eine oder mehrere natürliche oder juristische Personen Stammeinlagen einbringen, mit denen sie sich am vorvereinbarten Grundkapital beteiligen, ist die häufigste Form einer Gesellschaft in der Republik Kroatien. Die Stammeinlagen und Gesellschaftsanteile müssen nicht gleich groß sein und sie dürfen nicht aus Wertpapieren bestehen.

Die Gründung und Eintragung einer d.o.o. erfolgt beim zuständigen Handelsgericht des Gründungsortes. Das Grundkapital beträgt 20.000 Kuna und kann bei einer Geschäftsbank hinterlegt, oder mit der Einlage von Sachen und Rechten nachgewiesen werden.

Alle rechtlichen Dokumente, die für die Registrierung im Handelsregister notwendig sind, müssen bei einem Notar beglaubigt werden, wobei dessen Kosten etwa 2.500 Kuna betragen.

Wenn die d.o.o. nur von einer Person gründet wird, wird sie durch eine Gründungsurkunde und einer Gründungsaussage vollzogen. Wenn mehrere Personen eine GmbH gründen, ist ein Gesellschaftsvertrag notwendig. Die Unterschriften beider Urkunden müssen den gesetzlichen Voraussetzungen entsprechen. Durch diese Urkunden wird z.B. der Name des Unternehmens festgelegt, der Geschäftsort der Firma, die Tätigkeiten sowie Rechte und Pflichten der Gründer und Organe (Geschäftsführung, Versammlung usw.) und andere wichtige Elemente für die Gesellschaft. Der Name der Firma muss sich von bestehenden Firmennamen unterscheiden und sollte dem kroatischen Sprachgebrauch angepasst sein.

Nach der Gründung folgt das Registrieren der Gesellschaft im Handelsregister, wobei die Gerichtsgebühr für die Anmeldung etwa 300,00 Kuna beträgt und etwa 150,00 Kuna für jede angemeldete Tätigkeit. Die Eintragungsinformation muss im Amtsblatt „Narodne Novine“ angezeigt werden. Die Kosten dafür betragen etwa 810,00 Kuna. Der Anmeldung muss der oder müssen die Gründer eine beglaubigte Aussage beifügen, dass er/sie keine unbeglichenen Steuerschulden hat,/haben, und dass er/sie keine wirtschaftlichen Straftaten begangen haben.

Das Unternehmen muss bei dem staatlichen Amt für Statistik wegen der Identifikationsnummer, gemäß der nationalen Tätigkeitsklassifikation, in einer Frist von 15 Tagen ab der Zustellung des Eintragungsbescheids angemeldet werden. Das Dokument, das man von dem staatlichen Amt für Statistik bekommt, enthält den Bescheid über die Klassifizierung des Geschäftssubjekts.

Danach muss die Anmeldung der Gesellschaft beim zuständigen Finanzamt vorgenommen werden. Dabei ist eine Kopie des Handelsregisterauszuges und der Bescheid über die Klassifizierung des Geschäftssubjekts beizufügen. Von dem Finanzamt wird dann eine für die weiteren Geschäfte zwingend notwendige OIB-Nummer ausgestellt.

Außerdem benötigt man für das Unternehmen einen extra angefertigten Stempel und den Nachweis eines Girokontos bei einer kroatischen Geschäftsbank.

Erst wenn diese Anforderungen erfüllt sind, darf das Unternehmen seine Geschäftstätigkeit in der Republik Kroaten aufnehmen.

(Autor: Savin Vaić, Rechtanwalt in Rijeka)

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