Probleme bei Verkauf von Inseln in Kroatien

Vor der kroatischen Adriaküste befinden sich unzählige kleinere und größere Inseln, die unbewohnt sind und manchmal landwirtschaftlich genutzt werden. Ein Teil von ihnen befindet sich in staatlichem Besitz und ein anderer Teil gehört Privatpersonen. Durch die Gesetze über die Inseln (Zakonu o otocima vom 1.4.1999 und 16.3.2006) ist festgelegt worden, dass sie unter einen besonderen Schutz gestellt werden und erst dann an jemanden verkauft werden können, wenn der Staat, vertreten durch die jeweilige Gespanschaft, nicht von seinem Vorkaufrecht Gebrauch macht. Damit sollte ein Ausverkauf von kroatischem Kulturgut -vor allem an vermögende Ausländer- verhindert werden.

An einem konkreten Beispiel zeigt sich jetzt, dass es für die Besitzer von solchen Inseln sehr schwer ist, sie verkaufen zu können, selbst wenn die Aussicht einen Käufer zu finden sehr groß ist.

Vor der Küste der Insel Lošinj befinden sich die Inseln Oruda und Palacol, die früher einmal von Piraten bewohnt waren.

Die Insel Oruda hat eine Größe von etwa 36 Hektar. Sie ist 950 Meter lang und hat eine Breite von 350 Metern. Auf ihr befinden sich etwa hundert wilde Oliven- und Feigenbäume und die weitere Vegetation besteht aus Gras, Mönchspfeffer und wildem Spargel. An der Nordseite ist sie mit Dornengestrüpp bewachsen. Der Boden besteht überwiegend aus Kalkstein und auf der Südseite befinden sich kleine Buchten mit Sandstränden. Von jedem Punkt der Insel hat man einen freien Ausblick über das Meer. Sie ist früher einmal bewohnt worden und auf ihr befindet sich ein Steinhaus, welches in den 30-er Jahren des vorigen Jahrhunderts gebaut wurde. Es sind zwei Ruinen vorhanden und bei einer handelt es sich um eine kleine Kirche aus dem 7. Jahrhundert. Die Insel ist ganz besonders attraktiv, weil ein etwa 9 Meter tiefer Brunnen vorhanden ist, aus dem Trinkwasser gewonnen werden kann.

Die Insel Palacol ist kleiner und hat nur eine Größe von 4 Hektar. Sie ist 260 Meter lang und 150 Meter breit. Auf ihr befindet sich die Ruine eines alten ehemaligen Kastells (28 x 28 Meter), welches später wahrscheinlich als Kloster benutzt worden ist.

Bei den jetzigen Besitzern, deren Vorfahren die Inseln im Jahr 1925 gekauft haben, handelt es sich um mehrere Personen aus zwei Familien, die zum Teil in Kroatien, aber auch in Übersee leben. Sie haben bereits vor einigen Jahren die Schafzucht eingestellt und sich dazu entschlossen die Inseln zu verkaufen. Wie vom Gesetz vorgeschrieben, haben sie der zuständigen Gespanschaft Primorsko Goranska ein Vorkaufsrecht eingeräumt und diese hat am 16.9.2010 ihre grundsätzliche Bereitschaft erklärt, davon Gebrauch zu machen und beschlossen die Inseln für 5 Mio. Euro zu erwerben.

Dabei scheint es aber ein kleines Problem zu geben. Einerseits will der Staat sein Kulturgut schützen aber andererseits hat er bzw. die Gespanschaft keine finanziellen Mittel zur Verfügung, um den Kaufpreis zahlen zu können.

Darüber hat sich jetzt, der mit dem Verkauf beauftragte Mitbesitzer gegenüber von Medien beschwert und hat bei dieser Gelegenheit darauf hingewiesen, dass es private Kaufinteressenten gibt, welche die Inseln kaufen würden. Es gäbe aber noch ein weiteres Problem. Im Bebauungsplan der Stadt Mali Lošinj seien sie als landwirtschaftliche Fläche eingetragen, die aufgrund der gesetzlichen Vorschriften nicht an ausländische Privatpersonen verkauft werden dürfen.

Aus diesem Fall ist ersichtlich, dass es in Kroatien gar nicht so einfach ist, unbewohnte Inseln an Privatpersonen verkaufen zu können.

Anmerkung: In anderen Gespanschaften sollen solche Verkäufe an Ausländer zustande gekommen sein. Wie es dort möglich war, ist nicht bekannt geworden.

Meinung: Privatpersonen die sich solche Inseln zulegen wollen sollten Versorgemassnahmen treffen, damit sie in einem Notfall schnell in ein Krankenhaus nach Rijeka transportiert werden können.

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