Eine Absurdität auf der Insel Krk

Am 2.4.2011 wurde berichtet:

Auf dem Gebiet der Gemeinde Dobrinj auf der Insel Krk befindet sich in der Gemarkung Mali Lug, nahe dem See von Njivice ein Gelände, welches bis jetzt nicht landwirtschaftlich genutzt wurde. Es handelt sich um ein Feuchtgebiet, wo unter Schutz stehende Amphibien, Kröten und eine Art von Sumpfschildkröten leben, die es sonst nirgendwo in Kroatien mehr gibt. Es befindet sich im Besitz der staatlichen kroatischen Forstverwaltung. Außerdem handelt es sich um ein Gebiet, welches sich in einer Wasserschutzzone befindet. Aus dem See wird nämlich auch Trinkwasser für die Bewohner der Insel gewonnen.

Ein Investor aus Zagreb hatte bereits vor mehreren Jahren die Idee, diese Fläche für landwirtschaftliche Zwecke zu nutzen und dort 4.500 Olivenbäume anzupflanzen. Dazu wären nach seinen eigenen Angaben etwa 200 Tonnen Stallmist zur Düngung notwendig gewesen.

In langjährigen Verhandlungen ist es ihm im Jahr 2009 gelungen, 25 Hektar von der Forstverwaltung für die Dauer von 50 Jahren zu pachten. Dazu hat er sich die schriftlichen Genehmigungen der zuständigen Ministerien und Umweltbehörden sowie der Gespanschaft Primorsko Goranska und der Gemeinde Dobrinj eingeholt. Außerdem hat er von der Gespanschaft die Zusage bekommen, dass diese sich an dem Ankauf der Olivenbäume mit 50 % beteiligt. Zusätzlich hat er von einer Bank eine Kreditzusage in Höhe von 1,4 Mio. Kuna erhalten, um dieses Projekt verwirklichen zu können.

Weil der Entwässerungskanal nicht mehr in Ordnung war, hat er den Auftrag erteilt, diesen reinigen und säubern zu lassen und dadurch sind bis jetzt schon Kosten in Höhe von etwa 200.000 Kuna entstanden.

Durch diese Arbeiten hat eine Gruppe von Umweltschützern von dem ganzen Vorhaben erfahren und das für den Naturschutz zuständige Kultusministerium in Zagreb informiert. Dessen Inspektion für den Naturschutz hat am Anfang dieser Woche die Anordnung erteilt, dass die Arbeiten sofort beendet werden und das geplante Vorhaben nicht durchgeführt werden darf.

Der Investor ist jetzt sehr verärgert, dass er einerseits von verschiedenen Behörden die Erlaubnis für sein Vorhaben erhielt und andererseits ein Ministerium solch ein Verbot anordnen kann.

Quelle: Novi List

Edit:

Der Gemeindevorsteher von Dobrinj, Neven Komadina, hat inzwischen vor Pressevertretern reagiert und erklärt, dass von der Gemeinde keine Genehmigung für dieses Projekt erteilt wurde und es auch nicht bekannt war. Der Grund sei ganz einfach: Die Gemeinde sei gar nicht nach einer Genehmigung gefragt worden und leider auch nicht berechtigt, in solchen Fällen, in denen es sich um staatlichen Besitz handelt, eine Genehmigung zu erteilen. Nach seiner Meinung handelt es sich nicht nur um ein Natur, sondern auch um ein Wasserschutzgebiet, wo solche Anpflanzungen, wegen der Einbringung von Düngemitteln, nicht vorgenommen werden dürfen.

Quelle: Novi List

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