Journalisten demonstrieren in Zagreb

Am 25.3.2011 wurde berichtet:

Bei den kroatischen Medien sind nach Gewerkschaftsangaben  Journalisten beschäftigt, die überwiegend nicht fest angestellt sind, sondern als sog. “freie Mitarbeiter” auf Honorarbasis arbeiten müssen, um überhaupt einen Arbeitsplatz finden zu können. Dies ist bei Radio- und Fernsehsendern sowie bei Tages- und Wochenzeitungen der Fall.

Weil sie sich unterbezahlt und unabgesichert fühlen, sind vor drei Tagen Mitarbeiter der in Zagreb erscheinenden Zeitung “Vecernji List”, in einen unbefristeten Streik getreten um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Gestern haben sie ihr Problem sogar Staatspräsident Ivo Josipović vortragen können, als er eine Delegation von ihnen in seinem Amtssitz empfangen hat.

Heute hat sich in diesen Fall auch die kroatische Journalistengewerkschaft eingeschaltet und gefordert, dass für die in Medien beschäftigten Mitarbeiter zwischen ihr und den Unternehmen, ein für alle Arbeitnehmer gültiger und einheitlicher Tarifvertrag abgeschlossen wird.

An einer von ihr kurfristig organisierten Demonstration, die heute Mittag begann nehmen etwa 1.000 Journalisten teil und in einzelnen Redaktionen ist aus Solidarität die Arbeit heute ganz oder kurzzeitig eingestellt worden.

Mehr dazu hier.

Anmerkung: Der kroatische Medienmarkt befindet sich überwiegend im Besitz von ausländischen Großkonzernen.

Weitere Anmerkung: Auch die jetzige Ministerpräsidentin  Kroatiens Jadranka Kosor (HDZ)  war früher einmal, als ausgebildete Juristin, “freie Mitarbeiterin” für die  Tageszeitung “Vecernji List”  als Journalistin beschäftigt.

Edit:

Der Streik bei der Zeitung “Vecernji List” ist heute beendet worden. Mehr dazu hier.

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