Exporttag 2011: Neue Märkte für “saubere” Gewinne

Immer mehr Unternehmen erobern mit strategischen Partnerschaften Märkte der Zukunft in Entwicklungs- und Schwellenländern. Mit innovativen Geschäftsideen schaffen sie attraktive Arbeitsplätze, faire Einkommen und Perspektiven für die Menschen vor Ort. Die Austrian Development Agency (ADA), die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, unterstützt sie dabei.

Neue Märkte erschließen, Lieferketten sichern, riskante Investitionen wagen, unternehmerisch erfolgreich sein und gleichzeitig ökologisch und gesellschaftlich verantwortlich handeln – für gute Geschäfte in Afrika, Asien, Lateinamerika, Ost- und Südosteuropa stellen sich moderne Unternehmen großen Herausforderungen und finden in der Austrian Development Agency einen professionellen Partner.

“Bei der Internationalisierung von Unternehmen zeigt sich ein starker Trend weg vom klassischen Export, hin zu strategischen Kooperationen mit Ländern des Südens und Ostens – egal, ob es sich um KMU oder große Konzerne handelt. Attraktive Expansions- und Gewinnchancen werden zunehmend mit nachhaltigen Wirtschaftsmodellen verknüpft. Darum unterstützen wir innovative Business-Ideen für Entwicklungs- und Schwellenländer im Rahmen von Wirtschaftspartnerschaften – mit Know-how, guten Kontakten und Förderungen bis zu 200.000 Euro. Schließlich ist die Privatwirtschaft ein wichtiger Motor für Entwicklung, wie aktuell zwei Best Practice Projekte aus Ost- und Südosteuropa zeigen”, so Gunter Schall, Leiter des Büros für Wirtschaftspartnerschaften in der ADA, zum Exporttag 2011 in der Wirtschaftskammer Österreich.

Kroatien, Serbien, Bosnien und Herzegowina sind für österreichische Betriebe interessante Expansionsziele. Die Wirtschaftskraft der Länder am Westbalkan ist zwar unterschiedlich stark ausgeprägt, wird jedoch von einem wesentlichen Mangel gebremst: Es gibt zu wenige gut ausgebildete und erfahrene Fachkräfte. Ein neues System der Berufsausbildung sowie Qualifizierungsförderung für Fachleute ist darum der Schlüssel für wirtschaftlichen Aufschwung und zur Minderung von Arbeitslosigkeit und Armut.

Vor allem in der Baubranche fehlt es an ProfessionistInnen  in der Umwelttechnologie, der Verkehrsinfrastruktur oder für den Bau von Wohnungen oder Betriebsgebäuden. Eine strategische Allianz der Porr Projekt und Hochbau AG mit der Alpine Bau GmbH, Limi Bau, der Bauakademie Übelbach in der Steiermark, dem WIFI Kroatien und Serbien, dem Berufsförderungsinstitut (BFI) Burgenland sowie dem Institut L&R Sozialforschung in Wien entwickelt darum mit Unterstützung der Austrian Development Agency ein neues Aus- und Weiterbildungsmodell auf österreichischem Qualitätsniveau für BauarbeiterInnen am Westbalkan.

“Wir planen bis 2013 die Errichtung der Bauakademie Südosteuropa mit Lehrbauhöfen und Standorten in Serbien und Kroatien. In Abstimmung mit dem lokalen Arbeitsmarktservice werden bedarfsorientierte Ausbildungen mit starkem Praxisbezug für junge Menschen entwickelt. Wesentlich sind Qualitätssicherungsmaßnahmen nach dem Train-the-Trainer-Modell, aber auch Angebote zur Höherqualifizierungen von Fachkräften”, so Jürgen Grandits, Projektkoordinator vom BFI Burgenland. “Damit wird nicht nur den beteiligten österreichischen Bauunternehmen die professionelle Umsetzung von Aufträgen in den südlichen Nachbarländern sowie der erfolgreiche Expansionskurs Richtung Südosteuropa garantiert. Mit Unterstützung der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit setzen wir wichtige Impulse für die gesamte Branche und den lokalen Arbeitsmarkt, wir schaffen neue Einkommenschancen und fördern die internationale Konkurrenzfähigkeit lokaler Partnerunternehmen”, erklärt Grandits die Vorteile der strategischen Allianz für Wirtschaft und Entwicklung.

Pioniergeist in mehrfacher Hinsicht zeigt auch eine ADA-Wirtschaftspartnerschaft aus der Lebensmittelbranche. So stammen Vitaminbomben wie getrocknete Kirschen oder Granatäpfel der Marap HandelsGmbH großteils aus Bio-Anbau in Usbekistan. In Zukunft werden die gesunden Snacks mit einer Innovation der oberösterreichischen Technikfirma Cona auch umweltfreundlich konserviert: “Wir errichten bis 2012 in der Gegend rund um die Stadt Samarkand die weltgrößte, CO2-neutrale Solar- und Biomasse-Trocknungsanlage”, so Josef Bertagnoli, Geschäftsführer von Marap. “Im Sinne einer Kreislaufwirtschaft nutzen wir Verarbeitungsabfälle aus dem Vorjahr wie Schalen oder Kirschkerne als Biomasse.”

Seit Jahren forciert der passionierte Unternehmer mit Förderung der ADA den Anbau von Bio-Obst und Bio-Nüssen in der fruchtbaren, aber armen Region an der Seidenstraße mit der Tochterfirma DP Silk Road Organic Foods und 150 KleinbäuerInnen, die bis Ende 2011 Fairtrade-zertifiziert sein sollen. “Die neuartige Verarbeitungstechnologie bedeutet Unabhängigkeit für die Landwirtschaft von der instabilen Energieversorgung. Als Vorreiter ermöglichen wir darüber hinaus durch die Qualifizierung zweier Installateurbetriebe Folgeprojekte in ganz Zentralasien. Mit Vorteilen für alle: Wir sichern unsere Lieferkette mit Bio- und Fairtrade-Produkten im wachsenden Markt, schaffen Arbeit für die Menschen vor Ort, ein sicheres Einkommen und schonen die Umwelt”, freut sich Bertagnoli über die Unterstützung der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit.

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Länder in Afrika, Asien, Zentralamerika, Südost- und Osteuropa bei ihrer nachhaltigen sozialen, wirtschaftlichen und demokratischen Entwicklung. Das Außenministerium (BMeiA) plant die Strategien und Programme, die Austrian Development Agency (ADA), die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, setzt diese gemeinsam mit öffentlichen Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen um.

Quelle: OTS

Meinung: Es ist zu hoffen, dass insbesondere die Unterstützung bei der Ausbildung von Fachkräften im Handwerk auch tatsächlich angenommen wird.

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