Berichterstattung über den Papstbesuch

Papst Benedikt XVI. hat vorgestern und gestern die kroatische Landeshauptstadt Zagreb besucht.

In inländischen Medien wird ein positives Resümee gezogen. Selbst in denen, die der katholischen Kirche kritisch gegenüberstehen.

In ausländischen Medien ist bei der Berichterstattung teilweise erkennbar, dass sie von mangelnder Objektivität geprägt ist. Die Rolle der kroatischen römisch-katholischen Kirche und des damaligen Erzbischofs von Zagreb Alojzije Stepinac, der von Papst Johannes Paul II. im Jahr 1998 seliggesprochenen wurde, steht dabei häufig im Mittelpunkt der Berichterstattung.

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Diesen Berichterstattern ist dringend zu empfehlen sich diese Dissertation der Universität von Wien einmal in Ruhe durchzulesen, in der von Tomislav Vujeva unter dem Titel: “Kollaboration oder begrenzte Loyalität? Die historiografische Diskussion um Erzbischof Alojzije Stepinac von Zagreb und den katholischen Klerus im Unabhängigen Staat Kroatien (1941-1945)”, die Rolle der katholischen Kirche ab 1918 bis 1945 ausführlich beschrieben wird.

Er weist z.B. darauf hin, dass im Gerichtsprozess gegen Alojzije Stepinac außer Katholiken auch Orthodoxe und Juden zu seiner Verteidigung bereitstanden. Von 47 Zeugen wurde es aber nur 7 gestattet, zugunsten von Stepinac auszusagen. Unter ihnen war auch ein serbisch-orthodoxer Universitätsprofessor, Dr. Milutin Radetić, den die Ustašas zum Tode verurteilt hatten, der aber durch die Fürsprache des Erzbischofs Stepinac befreit worden war. Als er erschien, um für den Erzbischof auszusagen, wurde er aus dem Gerichtssaal geworfen und bald darauf auch von seinem Lehrstuhl entbunden.

In diesem Zusammenhang ist auch wichtig darauf hinzuweisen, dass die damals neu gegründete Föderative Volksrepublik Jugoslawien (Federativna Narodna Republika Jugoslavija) mit Josip Broz Tito an der Spitze, noch unter einem starken Einfluss der Sowjetunion und Josef Stalins stand.

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