Die deutsche Minderheit in Kroatien

Aufgrund der am 22.12.1990 neu verabschiedeten Verfassung -vorher hat es auch schon eigene kroatische Verfassungen gegeben- sind den im Land lebenden nationalen Minderheiten Rechte eingeräumt worden, die es in anderen europäischen Staaten für Minderheiten nicht gibt. Durch das gleichzeitig beschlossene Verfassungsgesetz über die Menschenrechte und Freiheiten sowie Rechte der ethnischen und nationalen Gemeinschaften oder Minderheiten in der Republik Kroatien wurden Grundlagen geschaffen, die in keinem anderen Land des ehemaligen Jugoslawiens anzutreffen sind.

Zu den nationalen Minderheiten gehören auch die Deutschen, die überwiegend in Slawonien leben. Ihre Anzahl in ganz Kroatien ist nicht ganz genau bekannt. Die Minderheit der Deutschen ist durch das Verfassungsgesetz durch die Österreicher, Bulgaren, Deutsche, Polen, Roma, Rumänen, Weißrussen, Russen, Türken, Ukrainer, Wallachen und Juden zusammengefasst worden, die einen gemeinsamen Abgeordneten in das Parlament wählen dürfen.

Nachdem Nikola Mak von der deutschen Minderheit einige Jahre Parlamentsabgeordneter für diese Gruppe werden konnte, hat man sich vor den letzten Wahlen unter den Deutschen nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen können, sodass Nazif Memedi, der Romavertreter in das Parlament einziehen konnte.

Ob ab diesem Zeitpunkt die Interessen der deutschen Minderheit im Parlament noch vertreten wurden, darf bezweifelt werden. Seine parlamentarische Tätigkeit beschränkte sich ausschließlich darauf, die Interessen der Roma in Kroatien zu vertreten. Die Interessen der anderen Minderheiten standen nicht im Vordergrung seiner Politik.

Aus diesem Grund ist zu hoffen, dass sich die deutsche Minderheit für die bevorstehenden Parlamentswahlen auf einen gemeinsamen Kandidaten einigt, der dann die Interessen aller in seiner Gruppe zusammengefassten Minderheiten im kroatischen Parlament vertritt.

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