Legalisierung von illegalen Häusern in Kroatien

In den vergangenen Jahrzehnten sind in Kroatien eine große Anzahl von Häusern (geschätzt etwa 500.000) ohne Baugenehmigung bzw. an Stellen gebaut worden, an denen aufgrund der gesetzlichen Vorschriften nicht gebaut werden durfte. Außerdem sind eine nicht unerhebliche Zahl von Häusern abweichend von der vorher erteilten Baugenehmigung erstellt worden und in vielen Fällen liegt den Besitzern der ebenfalls erforderliche Bauabnahmeschein nicht vor.

Daraufhin ist am 1.10.2007 ein neues Gesetz in Kraft getreten, in dem genaue Bauvorschriften festgelegt worden sind (Siehe hier).

Dessen Vorschriften sind vielfach nicht beachtet worden und es sind z.B. Objekte in Meeresnähe erstellt worden, die nicht den vorgeschriebenen Mindestabstand zum Meer hatten oder sie wurden an Stellen gebaut, die in dem urbanistischen Plan der jeweiligen Stadt oder Gemeinde, nicht als Baugebiet ausgewiesen waren (Siehe hier). In sehr vielen solcher Fälle sind auch die gesetzlich vorgeschriebenen kommunalen Abgaben, die bei der Erstellung von neuem Wohnraum zu zahlen sind, nicht entrichtet worden.

Aus diesem und anderen Gründen sind in den vergangenen Jahren im Auftrag des dafür zuständigen Ministeriums für Bau- und Umweltfragen, insbesondere in den Küstengebieten illegal erstellte Objekte auf Kosten der Besitzer abgerissen worden. Dazu gehörten auch Ferienhäuser und Gebäude die für den Tourismus genutzt wurden. Außerdem sind solche Häuser, wenn sie nicht abgerissen wurden, in der Regel nicht an das Strom- und Trinkwassernetz angeschlossen worden.

In den letzten Jahren ist im Auftrag der Regierung durch Luftaufnahmen und Aufnahmen die vom Meer aus durchgeführt wurden festgestellt worden, dass die Anzahl der illegalen Häuser wesentlich größer ist, als man vorher angenommen hat. Aus diesem Grund hat sie beschlossen eine Gesetzesänderung vorzunehmen, wodurch eine nachträgliche Legalisierung von illegalen Häusern ermöglicht werden kann.

Das Ministerium für Bau- und Umweltfragen hat eine Gesetzesänderung in das Parlament, eingebracht worüber gestern in zweiter Lesung debattiert wurde. Es sieht in erster Linie vor, dass die in Frage kommenden Objekte nachträglich nur dann legalisiert werden können, wenn sie die einzige und ausschließliche Wohnstätte des jeweiligen Besitzers ist. Außerdem ist in diesen Fällen die noch nicht gezahlte Kommunalabgabe zu entrichten.

Im Moment ist noch nicht genau abzusehen, wann und in welcher Form die Gesetzesänderung vom Parlament verabschiedet wird und in Kraft tritt. Kritiker waren gestern der Meinung, dass sie illegal ist.

Quelle: HRT

2 Kommentare zu “Legalisierung von illegalen Häusern in Kroatien”

  1. Ingo Sieber

    Hallo Soline, trifft dies wirklich so zu?. Leider kann ich den Pdf nicht laden, Seite hängt sich auf. Wir sind in Rogoznica davon betroffen. Haus wurde 72 gebaut. War fast schon legalisiert, steht aber zu nah am Grundstück des Nachbarn (78 gebaut)nicht aber am Haus. Nach dem bisherigen Gesetz müssten wir laut Gemeinde das fehlende Grundstück kaufen. Nach dem neuen Gesetz sollten solche Fälle aber auch u.U. legal sein. Nach der Aussage würde das aber alles hinfällig, da wir z. B. in Deutschland wohnen und auch in Rogoz viele einen anderen Wohnsitz haben. Wurde das wirklich so eingebracht?

    Grüße aus Neu-Anspach von Ingo

  2. istra

    @Ingo Sieber
    wenn ich richtig gelesen habe, gibt es die Legalisierung von illegal errichteten Häusern nur,
    wenn man das Haus ständig bewohnt und dieses Haus den EINZIGEN Wohnsitz darstellt.
    Das ist bei Kroaten leicht möglich, und ggf. auch bei “Auslandskroaten” die sich in ihrem einzigen Haus in Kroatien mit Hauptwohnsitz anmelden.

    Ausländer aber haben normalerweise nur einen “Vorübergehenden Aufenthalt” für 1 Jahr oder weniger. Für Ausländer, oder für Inländer die mehrere illegale Häuser besitzen, gibt es also auf diesem Weg KEINE Legalisierung ihrer illegalen Häuser(!), für den Inländer höchstens maximal nur für ein Haus …

    Es gibt aber noch ggf. weitere legale Wege der Legalisierung, wenn man Geld hat, Fachleute beauftragt, und der Gesetzesverstoß heilbar ist.

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