Aufregung um Tod von Đuro Brodarac

Gestern, am 13.7.2011 wurde bekannt, dass Đuro Brodarac, der ehemalige Polizeichef der Gespanschaft Sisak-Moslavina, dem von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen wurde sich an Kriegsverbrechen gegenüber serbischen Zivilisten in den Jahren 1991 und 1992 beteiligt zu haben, in einem Krankenhaus von Osijek gestorben ist.

Er befand sich vorher auf Anordnung eines Richters in Untersuchungshaft, obwohl bei seiner Einlieferung bereits bekannt war, dass er an einem Herzleiden litt. Kurz nach seinem Tod hat sich sein Rechtsanwalt zu Wort gemeldet und hat darauf hingewiesen, dass er sich im Untersuchungsgefängnis in einer Zelle befunden habe, in der die Temperatur tagsüber auf über 40 Grad gestiegen sei und aus diesem Grund hätte man ihn bereits vorher in ein Krankenhaus bringen müssen.

Gestern Vormittag hat eine normale Parlamentssitzung in Zagreb stattgefunden. Nachdem der Tod von Brodarac bekannt geworden war, hat der Abgeordnete Dinko Burić von dem HDSSB (Hrvatski Demokratski Savez Slavonije und Baranje) das Wort ergriffen und den Parlamentspräsidenten Luka Bebić dazu aufgefordert, anlässlich dieser Nachricht die Sitzung zu unterbrechen. Dieser sah keine Veranlassung dazu und wollte die Sitzung fortsetzen. Aus diesem Grund entwickelte sich ein Wortgefecht, an dessen Ende der Parlamentspräsident die sofortige Entfernung des Abgeordneten aus dem Plenarsaal angeordnet hat. Dieser hat die Anordnung nicht sogleich befolgt und musste aus diesem Grund mit Hilfe von Ordnungskräften mit leichter Gewalt aus dem Saal begleitet
werden.

Daraufhin haben seine Fraktionskollegen dagegen protestiert, bis sie schließlich ebenfalls den Plenarsaal verlassen haben. Danach ist nach einer kurzen Unterbrechung die Sitzung fortgesetzt worden.

Ein ähnlicher Vorgang hat sich anlässlich einer Stadtratssitzung in Split ereignet. Ein Stadtverordneter hat den Sitzungsleiter aufgefordert, anlässlich der Todesnachricht eine Gedenkminute anzuordnen. Als dieser nicht darauf reagierte, ist es zu ähnlichen Szenen wie in Zagreb gekommen.

Inzwischen hat sich auch Andrija Hebrang, der Fraktionsvorsitzende der Regierungspartei HDZ (Hrvatska Demokratska Zajednica) zum Tod von Brodarac geäußert und dabei gemeint, dass staatliche Institutionen dafür mitverantwortlich sind, dass er gestorben ist.

Quelle: HRT

Einen Kommentar schreiben: