Bischof des Bistums Poreč und Pula von Vatikan suspendiert

Wenige Wochen nach seinem Besuch in Zagreb, hat gestern Papst Benedikt XVI. den Bischof des Bistums von Poreč und Pula, Mons. Ivan Milovan von seinem Amt suspendiert und den Spanier Santos Abrilla y Castella zu seinem vorläufigen Nachfolger ernannt.

Über diesen Vorgang und dem Grund für diese Suspendierung wird heute in allen kroatischen Medien berichtet.

Worum geht es?

In dem zu dem Bistum von Poreč und Pula gehörenden Ferienort Novigrad befindet sich in bester Küstenlage das Landhaus und ehemalige Kloster von Dajla zu dem eine Grundstücksfläche von etwa 250 Hektar gehört. Es ist nach Plänen des französischen Architekten Le Terrier de Manet in einem neoklassizistischen Stil im Auftrag des Grafen Francesco Grisoni aus Koper gebaut worden und nach einer Familientragödie hat dieser den ganzen Komplex im Jahr 1835 den Benediktinern von Sv. Maria di Praglia (bei Padua in Italien) unter der Bedingung, dass sie sich der Erziehung der örtlichen Bevölkerung widmen, geschenkt. Im Jahr 1860 wurde das Gebäude von den Benediktinern bezogen und in ein Kloster umgewandelt. Dieses Kloster wurde bis zum Jahr 1948 von ihnen betrieben und in ihm wurde nach der Enteignung durch die Föderative Volksrepublik Jugoslawien bis 1989 ein Altersheim betrieben. Ab diesem Zeitpunkt wird es nicht mehr genutzt und die Villa mit dem dazu gehörenden Gelände ist bis jetzt noch keiner neuen Nutzung zugeführt worden.

Bereits vor mehreren Jahren sind von den Benediktinern die alten Besitzansprüche geltend gemacht worden. Sie verlangen eine Rückgabe oder eine Entschädigung in Höhe von 30 Mio. Euro. Dazu hat es unzählige Verhandlungen zwischen der Kirche und den dafür zuständigen staatlichen Stellen gegeben und im Jahr 2006 hat vor dem Amtsgericht Buje eine Verhandlung stattgefunden, bei der die Ansprüche der Benediktiner zurückgewiesen worden sind.

Danach hat es weitere Verhandlungen mit den Behörden gegeben, und wie es jetzt heißt, soll Bischof Ivan Milovan, nach Meinung des Papstes, dabei die Interessen der Benediktiner nicht ausreichend vertreten haben. Aus diesem Grund sei er suspendiert worden und sein Nachfolger soll nun dafür sorgen, dass zumindest eine Entschädigung gezahlt wird.

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