Kaputtsparen ist keine Lösung

Was für Griechenland gilt kann auch für Kroatien gelten.

Griechenland braucht die Unterstützung der europäischen Partner, aber kurzfristige Finanzspritzen reichen nicht aus. Wachstum und Beschäftigung sind Grundvoraussetzungen für eine nachhaltige Sanierung.

An einer Unterstützung Griechenlands führt kein Weg vorbei. Zu folgenschwer wären die Auswirkungen für Europa, würde man eine Staatspleite zulassen. Dennoch gilt zu bedenken, dass die Rettungspakete Griechenland nur eine kurze Atempause verschaffen, um das Land nachhaltig zu sanieren, müssen langfristige Konzepte angedacht werden. Von Seiten der europäischen Partner wird verlangt, dass die griechische Regierung Sparpakete vorlegt und grundlegende Reformen vor allem in Bezug auf die überbordenden Verwaltungsausgaben vorlegt, ein Schritt der richtig und wichtig ist und dem das griechische Parlament – trotz heftiger Proteste der Bevölkerung – zugestimmt hat. Bei aller Notwendigkeit der Sparmaßnahmen, muss aber darauf geachtet werden, dass Griechenland handlungsfähig bleibt und Investitionen tätigen kann, um Wachstum und Beschäftigung zu ermöglichen. Wird den Griechen ein zu rigider Sparkurs abverlangt, so würde dieser einen massiven Einbruch der Inlandsnachfrage nach sich ziehen und die griechische Wirtschaft stark beeinträchtigen. Griechenland darf nicht in die Knie gezwungen und kaputtgespart werden. Deshalb sind Maßnahmen analog der „Wiener Initiative“ ins Auge zu fassen. Die sogenannte „Wiener Initiative“ wurde bereits bei der Rettung der osteuropäischen Banken erfolgreich angewandt. Umgelegt auf Griechenland würde dies bedeuten, dass private Gläubiger wie Banken und Versicherungen auf freiwilliger Basis einen Teil der Lasten tragen. Anleger könnten neue griechische Staatsanleihen kaufen, wenn alte auslaufen. Griechenland würde so ein Zahlungsaufschub verschafft werden und Strukturreformen würde Zeit und Möglichkeit gegeben, zum Erfolg zu kommen.

Was uns die Krise in Griechenland ebenfalls gelehrt hat, ist, dass wir uns nicht länger von den US-amerikanischen Ratingagenturen in die Irre führen lassen dürfen. Trotz Zusagen der europäischen Partnerländer und Reformen in Griechenland sanken die Ratings in den Keller, ein Abbild der Realität war nicht mehr gegeben. Die Folge: Nervöse Reaktionen der Märkte und auch der politisch Verantwortlichen innerhalb der EU. Die einzigen, die von diesen nicht nachvollziehbaren Ratings profitieren, sind einige Hochrisiko-Spekulanten, das Nachsehen haben die europäischen Steuerzahler. Es ist daher höchst an der Zeit, eine europäische Ratingagentur ins Leben zu rufen, die unabhängig, objektiv und transparent Bewertungen vornimmt. Nur dann kann es uns gelingen, auf ähnliche Krisenfälle mit kühlem Kopf und Augenmaß zu reagieren.

Quelle: NewsFlash Hannes Swoboda

Ein Kommentar zu “Kaputtsparen ist keine Lösung”

  1. ivo

    Kroatien in die EU: Ja!
    Kroatien bekommt den Euro: Nein!!!
    Mit der Kuna kann dann jedes Jahr lustig abgewertet werden. Und Kroatien braucht sich nicht kaputt zu sparen. Griechenland hätte nie und nimmer den Euro bekommen dürfen. Aber wer konnte sich schon vorstellen, daß von griechischer Regierungsseite so sehr geschummelt worden ist, um es gelinde auszudrücken.

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