“Keine Rettung um jeden Preis”

Wolfgang Schäuble, der Finanzminister des einwohnerstärksten EU-Mitgliedlandes Deutschland gibt sich hart bei Hilfen für angeschlagene Euro-Länder. In einem SPIEGEL-Gespräch beharrt er darauf, dass es keinen unbegrenzten Beistand für Griechenland und Co. geben könne. Die Schuldenproblematik sei eine historische Herausforderung für alle Länder der EU, sagte er.

Mehr dazu hier.

Welche Auswirkungen seine Meinung auf das derzeitige Beitrittsmonotoring von Kroatien zur EU hat, wo der Euro bereits als inoffizielles Zahlungsmittel eingeführt ist, wird sich evtl. zeigen, wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel in wenigen Tagen nach Zagreb kommt.

6 Kommentare zu ““Keine Rettung um jeden Preis””

  1. istra

    Minister der Bundesrepublik Deutschland und viele Andere belügen die Bevölkerungen, wenn sie nur von “Herausforderungen reden, so als wäre die EURO KRIESE irgendwie zu bewältigen. Das ist NICHT möglich.

    Der einheitliche EURO ist nicht haltbar, da es nichr möglich ist, die unterschiedlichen Entwicklungen der “EURO STAATEN” einheitlich zu regieren.
    Das wäre EVENTUELL möglich, wenn es EIN EUROPA gäbe, also die “Vereinigten Staaten Europas”. Es ist unveranrwortlich eine Währung in völlig unterschiedlichen Staaten und deren völlig unterschiedlichen Volkswirtschaften zu installieren, so wie es heute der Fall ist.
    Das ist auch die Lüge des alten Kohl (BRD Kanzler), der uns das Schlamassel 1992/1996/1998 eingebrockt hat.

    Es wird unser Geld kosten und es wird wirtschaftlich alles zusammenbrechen, weil wir die “Kohls” und “Schäubles” stillschweigend gewähren lassen, und ihre Lügen durchgehen lassen.

  2. Fritz

    @istra: Wieviel ist Dir Deine “Wette” wert? Versuchst Du Dich nun in Leerverkäufe? ;-)

    Übrigens, die gemeinsame Währung ist DAS Mittel hin zu einem vereinigten Europa. Nur wenn das, was jedem am nächsten ist, nämlich das eigene Geld und die eigene Wirtschaft, auf dem Spiel steht, kriegt man die leider noch national denkenden und agierenden “Provinzler” dazu an einem Strang zu ziehen. Was meinst Du was in Europa los wäre wenn es den EUR-Raum NICHT gäbe!

    Favorisierst Du ein Europa der Nationalstaaten und der dann unweigerlichen Kriege? Ein Europa der vorigen Jahrhunderte bzw. gar ein balkanisiertes Europa? Töte und vertreibe Deinen Nachbarn um sein Haus und seinen Hof zu stehlen – egal ob auf nationaler Ebene oder eben balkanmäßig auf Dorfebene – DAS wollen viele Menschen in Europa nicht mehr haben. Und DAS sollte man verstanden haben wenn man gegen “die Birne” poltert.

  3. jOjO

    Oh je,

    ein Thema welches Europa spaltet, sollte es eine Einheit denn mal gegeben haben.

    Natürlich werden die Euro-Bonds kommen, natürlich haben wir sie versteckt ja schon seit 1 Jahr, natürlich werden dann 30% der EU-Bürger für die Schulden von 70% der EU-Bürger aufkommen.
    Natürlich haben auch diese 30% hohe Schulden und den Mastrich Vertrag des öfteren verletzt.
    Natürlich gab es „blaue Briefe“ die keinen gestört haben, natürlich werden auch die an die Euro-Bonds verknüpften Bedingungen nicht eingehalten werden.

    Natürlich wird diese Gemeinschaftsanleihe den Euro auf Dauer wahrscheinlich (nicht ?) retten.

    Aber was wäre die Alternative ? Ein Kollaps der Euro Zone – einen Euro für reich, einen für arm ?

    Oder wie Fritz schreibt – zurück zu den einzelnen Nationalstaaten mit eigenen Währungen ?

    Die wirtschaftliche Lage der Welt hat sich in den letzten 20 Jahren drastisch verändert, Länder wie China, Indien oder Brasilien haben oder werden die Macht von „good old Europe“ in ihre Hände nehmen.
    Eine gewisse Chance haben da nur kleine Länder mit ausgeglichenem Haushalt (Schweiz, Norwegen, Lichtenstein, usw…)
    Alle Länder, die Schulden größer 50% vom, BIP haben werden langfristig wirtschaftliche Vasallen dieser großen Wirtschaftsmächte werden.

    Und will man in Zukunft diesen Ländern entgegentreten, hilft nur eine gewissen Größe um z.B. Einfuhrzölle oder auch Einfuhrsperren „als Waffe“ einsetzen zu können. Und dies kann nicht D oder F oder I,E,NL usw, sondern dies kann nur die EU – wenn auch im begrenzten Rahmen.

    Wenn 80 Millionen Deutsche für China als Exportland wegfallen, kann dies China event. Verkraften bei 500 Millionen EU-Bürger sieht dies schon anders aus.

    Aber zurück zu Kroatien und den EU-Beitritt.
    Wird die EU zu einer Transfergemeinschaft, so ist natürlich auch Korruption „Tür und Tor“ geöffnet. Wenn also Kroatien demnächst Geld benötigt, so ist dies wesentlich preiswerter möglich.
    Sollte sich da in den Regierungen der „ärmeren“ EUländer ein gewisser „Zusammenhalt“ in den Machtpositionen finden, so sind diese Eurobonds eine günstige Gelegenheit Geld mit preiswerten Zinsen zu bekommen – und diese weiter zu verleihen – natürlich mit Gewinn …

    Wenn HR es aber schafft, dieses „preiswerte Geld“ in den Sektoren Tourismus, Agrar und erneuerbare Energien gewinnbringend zu investieren, und beste Voraussetzungen in diesen Bereichen hat das Land – so könnte Kroatien längerfristig von dieser Krise profitieren und sich wirtschaftlich relativ autark machen. Diese geografischen und geologischen Voraussetzungen haben nicht viele Länder der EU.

  4. istra

    @ Fritz
    weder habe ich in meinem Beitrg gewettet, noch denke ich an Leerverkäufe von Wertpapieren, die vermutlich gemeint waren. Ich erkenne in Deinem Beitrag auch sonst keinen Zusammenhang zum Thema “Euro-Rettung”, in Bezug zu meinen vorherigen Beitrag.

    Auf Deine Frage, was ich favorisiere, eine ganz klare Antwort: Europa!
    Aber nicht als loser Staatenbund mit schlecht gebastelten Verträgen (z.B. von Dr. Helmut Kohl), sondern als demokratisch legitimierter Staat.

    In dem wäre das Hintergehen der Regierung der direkte Weg ins Gefängnis und nicht das nachschiessen von Milliarden an Milliardenbetrügern, die das Geld großteils privatisierten, statt es für den Aufbau der Wirtschaft zu verwenden.

    Der Euro erweist sich als Falle, in die alle ungefragt von Kohl & Co geschubst wurden. Die Leute wollten ihre Nationalwährungen behalten, aber man lies es nicht zu.

    Ist es denn nicht zu verstehen, dass die Einführung des Euro ohne die Macht einer Europäischen Regierung ein riesiger volkswirtschaftlicher Fehler war? Dieser Fehler gefährdet erst recht das Wagnis Europa. In den nächsten Monaten wird weiteren Volkswirtschaften das Geld ausgehen, um ihre Schulden zu begleichen. Dann fallen die (Italien, Spanien, GB) auch als Zahler aus, und die unabhängige EZB wird uns dann in die Inflation treiben, oder diese Länder aus dem Euro werfen. So einfach gestalten sich dann Wahrheiten.

    Angesichts dieser Perspektive muss es erlaubt sein, die Politik zu kritisieren.

  5. Fritz

    @istra:
    “…so als wäre die EURO KRIESE irgendwie zu bewältigen. Das ist NICHT möglich.”
    “Der einheitliche EURO ist nicht haltbar…”
    “Es wird unser Geld kosten und es wird wirtschaftlich alles zusammenbrechen…”

    Hat wohl ein anderer “istra” geschrieben. Sorry, dachte das warst Du.

    Der EUR wird übrigens NICHT vor die Hunde gehen, auch wenn BLÖD-Zeitung und Stammtisch da anderer Meinung sind. Denn

    a) entscheidet die Wirtschaftsmacht Deutschland über seine Zukunft und nicht ein paar hyperaktive kokainschnupfende Spekulanten oder südeuropäische Bananenrepubliken, und
    b) hat eine nicht insignifikante Macht im fernen Osten aber so richtig was dagegen dass der EUR gegen den USD den Kürzeren zieht.

    Wenn man vom Teufel spricht – gerade auf SO erschienen:
    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,780338,00.html

  6. istra

    @Fritz
    Habe den Link von Dir aufgerufen und das Interview mit dem Spekulanten Soros gelesen. Er sagt, dass nur die BRD das Thema lösen kann, was aber bedeutet, dass eine wirkliche Lösung nicht funktioniert, da selbst die BRD dafür wirtschaftlich leider nicht (nach meiner Meinung) ALLEINE in der Lage sein würde.

    Die Deutsche Überheblichkeit kann das auch nicht herbeiwünschen oder -zaubern. Vergessen wir dabei nicht, dass Deutschlands Privathaushalte seit dem Mauerfall erheblich verarmt sind, und auch von da her nicht mehr viel Geld herauszupressen ist, eine gefährliche Exportabhängigkeit erreicht wurde, und der private Konsum immer schwächer wird!

    In einem neueren Artikel im Spiegel vom 8.8.2011 mit dem Titel “Welt am Abgrund” (Link, kostenpflichtig: Wie die Politik in Europa und den USA erfolglos den Finanzmärkten hinterherhechelt – und sie zugleich weiter verunsichert )

    wird das Thema international ausgeleuchtet.
    Da wird das Zusammenwirken des internationalen Spekulantenwesens gut erklärt und als Lösung das Wachstum angebetet.

    Doch es gibt in Wahrheit kein Wachstum mehr. Der Planet ist voll und die Fabrik China ächzt schon heute wegen Rohstoffhunger.

    Der neoliberale Spiegel schreibt natürlich nichts von der Möglichkeit das grassierende Spekulantenfieber durch starke Staaten zu senken, um von daher die Märkte zu normalisieren.
    Man glaubt, irgendwer hat einen Geldautomaten, der Billiarden in die Pleitestaaten transferiert (Eurobonds), ohne dass die bezahlt werden und ohne dass die Inflation kommt. Diese Leute würden auch an das Perpetuum Mobile glauben.

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