Familie Salpietri verlangt einen anderen Richter

Dem 63- jährigen Unternehmer Tomislav Horvatinčić aus Zagreb wird zur Last gelegt, am 16.8.2011 in der Nähe der kleinen Insel Maslinovik bei Primošten in Dalmatien mit seiner Motorjacht eine Segeljacht gerammt zu haben, wobei deren Besatzung, ein italienisches Ehepaar auf der Stelle getötet wurde.

Auf Anordnung des Untersuchungsrichters Branko Ivić ist er am 16.9.2011 mit der Begründung alle relevanten Zeugen seien vernommen worden, aus der Untersuchungshaft entlassen worden.

Die Rechtsanwältin Anamari Laškarin vertritt die Interessen der Hinterbliebenen und hat heute der kroatischen Nachrichtenagentur Hina bestätigt, sie sei von der Familie Salpietri beauftragt worden, bei dem Gerichtspräsidenten Igor Ninić aus Šibenik zu beantragen, dass der bisherige Richter durch einen anderen Untersuchungsrichter abgelöst wird.

Sie begründete diesen Antrag damit, dass nach der kroatischen Strafprozessordnung eine Entlassung aus der Untersuchungshaft nach der Vernehmung der Zeugen nicht zwingend vorgeschrieben ist. Insbesondere dann nicht wenn feststeht, dass der Beschuldigte in der Zeit von 1999 bis 2011 insgesamt 31 Verkehrsverstöße mit Todesfolgen, meist wegen zu schnellen Fahrens begangen hat. Außerdem hat sie darauf hingewiesen, dass ihr der bisherige Richter erst ab dem 16.9.2011 die Möglichkeit einer Akteneinsicht gewährt hat, was auch nicht der Strafprozessordnung entspricht.

Wie man heute zusätzlich am Rande erfahren konnte ist einer der Hauptzeugen, der als erster an der Unfallstelle war, ein Bootsfahrer aus Deutschland, von dem bisherigen Untersuchungsrichter nach dem Unfall nur kurz und “auf die Schnelle” vernommen worden und eine intensive und ausführliche Befragung, wie in einem solchen Verfahren erforderlich und notwendig, habe bis jetzt noch nicht stattgefunden.

Meinung: An diesem Fall kann sich erweisen ob auch die Justiz in Kroatien bereit ist, den Weg in die Europäische Gemeinschaft gehen zu wollen.

Auffallend ist auch die Tatsache, dass Boots- und Jachtsportverbände aus dem In- und Ausland, außer aus Italien, kaum noch ein Interesse an diesem Fall zu haben scheinen.

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