Gericht lehnt Antrag auf Aufhebung eines Urteils aus 1948 ab

Kurz nachdem am 10.4.1941 von der faschistischen Ustaša, mithilfe der Achsenmächte der kroatische Vasallenstaat „Unabhängiger Staat Kroatien“ (“Nezavisna Država Hrvatska“, NDH) ausgerufen worden war, ist mit dem Aufbau einer eigenen Luftwaffe begonnen worden und zu ihrem Leiter wurde am 19.4.1941 Vladimir Kren im Rang eines Generalmajors ernannt. Er war 1903 geboren worden und ist vorher Hauptmann der königlich jugoslawischen Luftwaffe gewesen. Mit Plänen von jugoslawischen Flugplätzen hatte er sich bereits am 4.1.1941 der deutschen Wehrmacht angeschlossen.

Mit Hilfe der des Deutschen Reiches ist in der Folgezeit eine Luftwaffe aufgebaut worden, über deren Größe bisher wenig bekannt geworden ist. Hier ist mit zahlreichen Fotos darüber berichtet worden. Sie wurde im Laufe des Krieges nicht nur in Kroatien, sondern auch an anderen Kriegsschauplätzen in Europa eingesetzt.

Kren ist nach Beendigung des Krieges auf der Flucht von britischen Truppen in Österreich festgenommen worden und wurde in ein Kriegsgefangenenlager gebracht. Von dort haben sie ihn im Jahr 1948 an die neuen Machthaber in Jugoslawien ausgeliefert und er ist vor ein Gericht in Zagreb gestellt worden. In einem kurzen Prozess befand es ihn für schuldig an dem Massenmord und Terror während des Krieges beteiligt gewesen und verantwortlich dafür gewesen zu sein, dass es zur Bombardierung von Dörfern und Städten gekommen ist. Es ist war der Meinung, dass es sich um Verbrechen gegenüber dem Volk und dem Staat gehandelt hat, und hat ihn am 22.10.1948 zum Tode durch Erschießen verurteilt. Die Vollstreckung fand am 2.12.1948 statt. Außerdem ist sein Vermögen und sind seine Besitztümer verstaatlicht worden.

Im Namen ihrer Familie hat vor einiger Zeit seine Enkeltochter Jasna Mieržvinski bei dem Bezirksgericht in Zagreb beantragt, dass dieses Urteil rückwirkend aufgehoben wird, weil ihrem Großvater nach ihrer Meinung kein rechtsstaatlicher Prozess gemacht wurde. Es sei dabei zu Verstößen gegen nationale und internationale Rechtsvorschriften gekommen, die nicht eingehalten worden sind.

Gestern ist dieser Antrag abgelehnt worden, weil nach Meinung des Gerichts keine Anhaltspunkte darüber vorliegen, dass dies der Fall gewesen ist und er habe damals einen Verteidiger gehabt, dem es möglich gewesen wäre, alle Rechtsmittel auszuschöpfen. (Quelle: Hina)

Auch an diesem Fall wird deutlich, wie schwierig die historische und juristische Aufarbeitung der Zeit von 1941 bis 1945 und der Zeit danach in Kroatien ist.

Einen Kommentar schreiben: