Neues zum Karawankentunnel

Der zwischen Österreich und Slowenien befindliche Karawankentunnel hat sich in diesjährigen Urlaubssaison als ein “Nadelöhr” bei Reisen in Richtung Kroatien erwiesen. Weil von Österreich eine Verordnung erlassen wurde, dass in der Urlaubszeit vom 29.7. bis 3.9.2011 ab Freitags 22:00 Uhr bis Samstags 15:00 Uhr ein erweitertes Fahrverbot für den Schwerverkehr gilt, ist von slowenischen Spediteuren eine vorübergehende Blockade des Tunnels angedroht worden, die schließlich abgewendet werden konnte.

Zum damaligen Zeitpunkt ist von österreichischer Seite mitgeteilt worden mit Slowenien über den Bau einer weiteren Röhre verhandeln zu wollen.

Gestern wurde mitgeteilt, dass der Landeshauptmann von Kärnten, Gerhard Dörfler, am kommenden Dienstag in Ljubljana mit dem slowenischen Verkehrsminister Patrick Vlačič zusammentreffen wird um mit ihm über den Ausbau des Karawankentunnels zu reden. Von diesem Gespräch kann man nicht erwarten, dass es zu ernsthaften und konkreten Ergebnissen führt, weil die im Moment in Slowenien amtierende Regierung, am Dienstag dem 20.9.2011 vom eigenen Parlament abgewählt wurde und nur noch eine Übergangsregierung ist.

In Slowenien ist man inzwischen auch von der Notwendigkeit einer zweiten Tunnelröhre überzeugt und strebt eine langfristige Lösung der Probleme an. Aus diesem Grund ist von Vertretern beider Länder vereinbart worden eine gemeinsame technische Kommission zu bilden, die bis zum März des Jahres 2012 konkrete Vorschläge ausarbeiten soll. Ob die zu diesem Zeitpunkt in Slowenien amtierende Regierung die Vorschläge annimmt und realisiert, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abzusehen.

3 Kommentare zu “Neues zum Karawankentunnel”

  1. istra

    Dieses alte Interview aus dem Jahr 2006 zeigt, dass der Karawankentunnel schon damals bekannte Mängel (Sicherheit, Lüftung) haben, die dringend behoben werden müssen.
    Es verwundert schon, dass noch immer keine Planung für eine zweite Röhre existiert, obwohl auf beiden Seiten Vollautobahnen bis zum Tunnelportal gebaut wurden.

    Quelle: Bericht, ASFINAG-Interview des ORF Kärnten vom 6.12.2006(!):
    ZITAT BEGINN:
    ASFINAG-Projektleiter Wilhelm Lorber: “Bis 2014 und spätestens bis 2019 müssen wir das Lüftungssystem im Mittelbereich adaptieren. Wenn keine zweite Röhre kommt müsste ein entsprechendes Flucht- und Rettungssystem installiert bzw. neu gebaut werden.”

    Eine Studie soll klären, ab wann der Grenzwert von 20.000 Fahrzeugen pro Tag überschritten sein wird.

    ZITAT ENDE.

    Anmerkung: von einer Studie hat man bis dato nichts mehr gehört. Auf den Autobahnen entstand ein großes Flickwerk mit Sondermautgebühren. Man fühlt sich an die Kleinstaaterei des Mittelalters erinnert, wo jede Stadt und jeder Fürst Zoll einhob, wollte man als Reisender nicht im Kerker landen. Während man den gesamten Flugverkehr Mehrwertsteuerfrei und Mineralölsteuerfrei hält, wird der Strassenverkehr über Gebühr besteuert. So kommt es, dass ein Flug-Urlaub billiger ist, als ein Auto-Urlaub in Kroatien.

    Ich persönlich mache um die sündteure Slowenien-Maut und um die schlechten Slowenien-Autobahnen und um alle langen Autobahntunnel sowieso einen Bogen.

  2. wekan

    wo gibt es die schlechten slowenischen Autobahnen? “Sündteure” Autobahnmaut , gibt es die nicht auch in Italien oder Kroatien?
    Und es stellt sich überhaupt die Frage, an wievielen Tagen sich am Karawankentunnel ein derartiger Stau bildet, dass eine zweite Röhre vonnöten ist. Außerdem gibt es genug Alternativen, die Staus zu umfahren.
    Soviel zum etwas polemischen Kommentar von @istra.

  3. istra

    @ wekan
    Zu schlechte Autobahnen:
    drei mal muss man auf 40km/h runter um die alten Zahlstellen zu passieren, mit totaler Fahrbahnberengung. Extrem unsichere Sache.

    Zu Sündteure Autobahnmaut:
    doppelt so teuer wie Österreich bei halbierter Autobahnlänge.
    Außerdem blockiert SLO die Autobahnanbindung nach CRO bei Rupa und an einer weiteren Stelle nördlich von Zagreb.

    Zu zweite Röhre nicht vonnöten:
    Gegenverkehr in einem ca. 10km langen Tunnel ist unsicher.
    Staus im Urlauberverkehr sind an der Tagesordnung.
    Belüftung technisch beim Gegenverkehr zu schlecht.

    Zu Alternativen, die (von Dir zugegebenen) Staus:
    Richtig. Polemisch gesagt nutze ich das, indem ich SLO meide, wo ich nur kann. Dieses Land erscheint mir bei der höhe der AB-Maut etwas überheblich zu sein.

    Hoffe sachlich geblieben zu sein.

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