Serbische Anklage bei Gericht eingegangen

Bei dem Bezirksgericht in Osijek ist in diesen Tagen in kyrillischer Schrift über das serbische Justizministerium eine Anklage eingegangen, in der dem jetzigen Vizepräsidenten des kroatischen Parlaments und Vizepräsidenten der Regierungspartei HDZ, Vladimir Šeks, dem ehemaligen Innenminister Kroatiens, Ivan Vekić, den Politikern Branimir Glavaš und Tomislav Merčep, sowie weiteren 40 Personen vorgeworfen wird Kriegsverbrechen und einen Genozid an serbischen Zivilisten bei den Kämpfen, die 1991 in und um Vukovar stattfanden, begangen zu haben.

Die Anklageschrift beruht auf Ermittlungen der Militärstaatsanwaltschaft aus dem Jahr 1992, die damals Ermittlungen gegen die jetzt Beschuldigten durchgeführt und die gleichen Vorwürfe erhoben hat. Diese Staatsanwaltschaft war Teil derjenigen militärischen Verbände, welche die serbischen Freischärler beim Kampf um die Gegend von Vukovar unterstützte.

Die Anklage wird von den kroatischen Behörden sehr ernst genommen und Justizminister Dražen Bošnjaković hat den Beschuldigten empfohlen im Moment keine Auslandsreisen durchzuführen, weil die Gefahr besteht, dass sie aufgrund eines internationalen Haftbefehls aus Serbien beim Grenzübertritt in Auslieferungshaft genommen werden könnten.

Juristen und politische Beobachter in Kroatien haben in diesem Zusammenhang die Frage aufgeworfen, warum diese Anklage erst jetzt, 20 Jahre nach den damaligen Ereignissen erhoben wird, wenn sie eine ernsthafte Berechtigung hat.

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