Falsch verstandene Pressefreiheit in Kroatien?

Im Verhältnis zur Einwohnerzahl gibt es in Kroatien eine Vielzahl von Medien, deren Herausgeber ein großes Interesse daran haben, dass sie verkauft werden. Dabei war bereits in der Vergangenheit zu beobachten, dass nicht davor zurückgeschreckt wurde, die Grenzen der Pressefreiheit zu überschreiten.

Solch ein Fall hat sich jetzt wieder einmal eignet, die Zeitung “Vercernji List” hat gestern und heute Aussagen veröffentlicht, die der frühere Ministerpräsident Ivo Sanader in der vergangenen Woche vor dem Untersuchungsrichter gemacht hat. Nach der kroatischen Strafprozessordnung dürfen solche Angaben nicht veröffentlicht werden und müssen als geheim behandelt werden.

Auf diesen Vorgang hat heute die Sonderstaatsanwaltschaft für die Bekämpfung der organisierten Kriminalität und zur Bekämpfung der Korruption (USKOK) in einer Presseerklärung regiert und hat darauf hingewiesen, dass damit die Grenzen der Pressfreiheit überschritten wurden.

Welche Auswirkungen diese Tatsache auf den späteren Strafprozess gegen Sanader haben werden, steht im Moment noch nicht fest.

2 Kommentare zu “Falsch verstandene Pressefreiheit in Kroatien?”

  1. istra

    Nein, es ist in einem Land mit wirklicher Pressefreiheit vollkommen legal aus geheimen Quellen zu berichten, wenn sie vorliegen und echt sind.
    Das ist sogar Pressepflicht! (Z.B. Wikileaks).

    Wenn es aus der kroatischen Justiz einen Informanten gegeben hat, der diese Informationen geliefert hat, dann wäre DER von der Staatsanwaltschaft zu finden und entsprechend den Gesetzen zur Verantwortung zu ziehen.

    Woraus die USKOK ihre Legitimation für so eine Aussage wie sie hier im blog genannt wurde, hernimmt, ist mir ein Rätsel. Wäre es so, dann sehe ich hier einen Einschüchterungsversuch gegen die Presse, solches Material künftig besser totzuschweigen. Eine Presse die so etwas täte wäre unfrei.

  2. Peter

    Leider zeigt aber diese Auffassung des Autors genau seine persönliche Einstellung. Er betreibt diesen Blog ja auch so, dass er nur ihm angenehme Sachverhalte und Kommentare die seiner Meinung nach richtig sind wiedergibt.
    Die grundsätzliche Störung eines demokratischen Verständnisses oder einer freiheitlich demokratischen Grundordnung verlangt eben auch die Veröffentlichung anderer (oder ungewollter) Meinungen.
    Ich kann mich der Definition von ISTRA nur anschließen – viele Kroaten (leider auch der Autor des Blogs) haben da noch einen langen Weg vor sich.
    Zensur ist kein Weg der Freiheit und der Demokratie. Die inhaltliche Kritik und sachliche Auseinandersetzung schon…

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