10. internationaler Tag der Toilette

Gestern, am 19.11.2011 wurde weltweit der 10. internationale Tag der Toilette gefeiert.

Zur Toilette einige historische Details:

Jeder von uns besucht sie mehrmals täglich und verbringt notwendigerweise mehr oder weniger Zeit – auf der Toilette. Heute sorgen die Installateure dafür, dass dort, wo auch der Kaiser zu Fuß hinging, alles klappt.

Ing. Michael Mattes, Innungsmeister der Wiener Installateure, hat anlässlich des zehnten Welttages der Toilette am 19. November 2011 angeregt, einfach mal über die Geschichte des WC`s nachzudenken.

Vielleicht haben Sie bei der längeren oder kürzeren Sitzung “auf dem Thron” auch schon darüber sinniert, ob die Erfindung des Wasserklosetts wirklich die des Engländers Sir John Harrington im 16. Jahrhundert ist – oder gab es nicht schon vor Beginn unserer Zeitrechnung ähnliches? Wie sah das Plumpsklo mit Herz wirklich aus? Seit wann gibt es Toilettenpapier, so wie wir es kennen? Wie veränderte sich die Einstellung der Gesellschaft zur Verrichtung der Notdurft im Laufe der Jahrhunderte?

Denn: Am Hof Ludwigs XIV galt es als besonderes Privileg, bei der königlichen Sitzung am Nachttopf zugegen zu sein. Die Römer hegten eine besondere Vorliebe dafür, sich in Gesellschaft mit Muße zu erleichtern und dabei über Geschäfte (!) zu sprechen – in Gemeinschaftslatrinen (die übrigens bis ins 19. Jahrhundert gebräuchlich waren) mit bis zu 25 Marmorsitzen.

Die ältesten Zeugnisse sanitärtechnischer Einrichtungen finden sich in Mesopotamien und Ägypten, auf der Insel Kreta, in Asien und in den Städten der griechischen und römischen Antike. Bereits hier beweist das Sprichwort “Je mehr Kloaken, umso gesünder ist die Stadt” seine Richtigkeit.

Die Indus-Kultur gilt als die früheste städtische Zivilisation, die sich zwischen 5000 und 3000 v. Chr. auf dem Gebiet des heutigen Pakistan und Indien im Tal des Indus entwickelte. In der Zeit um 2000 v. Chr. besaßen alle (!) Häuser mindestens (!) einen mit Ziegeln gepflasterten Raum mit erhöhten Rändern, Abflussrinnen und Ausgussöffnungen, die ihn als Badezimmer kenntlich machten. In einigen von ihnen fand man auch ein Sitzklosett: zwei kleine, niedrige Mauern in Kniehöhe mit einem Schlitz dazwischen, durch den die Ausscheidungen direkt in den Ausguss des Waschplatzes fielen und mit dem gebrauchten Badewasser weggespült wurden.

Seit dem Mittelalter benutzte man für das räumlich abgeschlossene Klo zum Teil romantisierende Begriffe wie Heymelich Gemach, Retirade oder Appartement. Das Wort Toilette stammt vom französischen Wort toîle = Tuch ab, das man als Sichtschutz verwendete und diskret über den Nachttopf legte. Auch das heute benutzte Wort Klo oder Klosett weist auf diesen Umstand hin: Es wird vom englischen “Closed” abgeleitet, das auf einen umschlossenen, verborgenen Raum hinweist.

Etwa 1589 erfand der Engländer John Harrington das Wasserklosett. Queen Elisabeth I., die es drei Jahre später testete, war davon so begeistert, dass sie sich ein ähnliches Modell in ihrem Schloss einbauen ließ. Erst 1775 kam es durch den Londoner Uhrmacher Alexander Cummings zur bahnbrechenden Erfindung des Siphons, einer Rohrkrümmung unter der Kloschüssel, in der Wasser als Geruchsverschluss diente.

Die Franzosen waren etwas langsamer. Erst 1823 ließ Madame Benoist die geruchsfreie Toilette patentieren. Vor knapp 100 Jahren thronten unsere Vorfahren auf eleganten Sitzen mit Delfinverzierungen und mit Spülkasten über dem Kopf.

Heute können moderne WCs nicht nur mit einer angenehmen Duschfunktion, sondern auch mit Geruchsabsaugung ausgestattet werden. Der Phantasie ist in der Gestaltung der modernen WC-Räume keine Grenzen gesetzt.

Als Welttoilettentag wurde der 19. November erstmals 2001 von der Welttoilettenorganisation ausgerufen. Von den Vereinten Nationen wird der Vorschlag, den 19. November zum regelmäßigen Jahrestag zu machen, mitgetragen.

Rückfragehinweis: Mag. Alexander Schrötter, Landesinnung Wien der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker.

Quelle: OTS

Anmerkung: Historiker waren bisher noch nicht in der Lage herauszufinden, wann die ersten Toiletten in Kroatien eingeführt wurden. Es ist nur bekannt, wie diese “Geschäfte” in der Frankopanenfestung “Nehaj” von Senj erledigt worden sind. Eine Wasserspülung war dort nicht notwendig.

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