Auswanderungswünsche der Kroaten

Unter den erwerbsfähigen Kroaten ist jetzt eine Umfrage durchgeführt worden aus der hervorgeht, dass wegen der Wirtschaftskrise im Moment 66 % auswandern würden wenn sie könnten. 48 % davon wegen der schlechten Karriereaussichten, 43 % davon wegen schlechter Erfahrungen mit ihren bisherigen Arbeitgebern und der Rest weil er seinen Lebensstandard für sich und seine Familie verbessern möchte.

Wunschländer sind hauptsächlich Deutschland die Schweiz und Großbritannien. Es folgen Österreich, die Vereingten Staaten von Amerika, Kanada und Australien. Die britsche Hauptstadt London übt unter den Städten die größte Anziehungskraft aus. Gefolgt von Wien, New York, Berlin, München und Zürich.

Hauptkriterium ist die Höhe der Bezahlung, die gute Aussicht auf eine Karriere und eine gute Arbeitsatmosphäre.

Beliebteste Unternehmen sind Google, IBM, Hewlett Packard, Microsoft, Apple und BMW.

Es ist damit zu rechnen, dass nach einem EU-Beitritt eine größe Anzahl von Kroaten -wie in früheren Zeiten-, das Land unter dem Motto: “Bože čuvaj Hrvatsku idem ja u Njemačku (ili u drugu zemlju)” verlassen wird. Das gilt nicht nur für “normale Arbeitnehmer” sondern auch für Fachleute und Wissenschaftler, die im Land dringend zum Aufbau benötigt werden.

3 Kommentare zu “Auswanderungswünsche der Kroaten”

  1. Erwin

    Stelle ich auch oft fest, dass kroatische Bürger das Leben im Ausland für sehr erstrebenswert halten. Leider haben die meisten Personen dabei fast keine Ahnung von den Lebenshaltungskosten und dem Sozialgefüge im Ausland, sondern sie vergleichen das Leben in Kroatien mit einem Gehalt in Deutschland.

    Das Sprache und Ausbildung für fast alle eine enorme Hürde sind, die sie nur zu Aushilfsjobs qualifizieren würden, wollen sie nicht wahrhaben. Die Landessprache, fließend in Wort und Schrift; sowie zusätzlich fließendes Englisch sind in Westeuropa heute zwingende Voraussetzung für eine berufliche Karriere. Ausdrücklich meinen ich nicht, dass ein Hochschulstudium in Kroatien schlechter wäre als anderswo!

    Dann kommt die notwendige berufliche Erfahrung in einem auf wirtschaftlichen Erfolg ausgerichtetem System mit striktem Kennzahlencontrolling… Wer (von den Ausländern) hat den hier schon (persönlich!) Kroaten getroffen, die diese Dinge mitbringen würden… – und dann noch besser sind als lokale Bewerber?

    Abschließend stelle ich auch immer wieder fest, dass die Agrressionsschwelle in Kroatien oftmals sehr tief liegt, d.h. bei Konfliktsituatioen sehr schnell laut und teilweise auch bedrohlich agiert wird. Ich denke das dieses Charakteristik deutlich erschwerend hinzukommt, da die Diskussionskultur und Meinungsfreiheit in Westeuropa sich deutlich von “Südeuropäischer” unterscheidet und einer Karriere im Weg steht. Beispielhaft sei hier die Karriereentwicklung von türkischstämmigen Migranten in Deutschland genannt, wobei ich nicht auf erfolgreiche Einzelfälle reflektiere, sondern auf die mehrheitlcihe Entwicklung.

    Kroaten hätten mit deutlich höheren Qualitätstandards und höflicher Dienstleistungsorientierung enorme Chancen im eigenen Land. Vereinzelt findet man diese Eigenschaften, z.B. bei privat betriebenen Restaurants, in beispielhaften Form (Kornaten, etc).
    Hauptthema bei Bootsfahrer ist es mmer wieder, eine zuverläßige Werkstatt/Mechaniker mit deutschem Qualitätsstandard zu finden. Viele würde dafür machen Preis zahlen…

  2. istra

    @ Erwin
    Ich teile Deine Analyse. Die Praxis ist aber so, dass es in D und Ö zur Aufnahme von ausgebildeten Kroaten und Kroatinnen sehr wohl kommt, wenn dringend billigeres Personal gebraucht wird. Echte große Karriere zu machen ist schwierig und wird aus einigen von Dir genannten Gründen die Ausnahme sein.
    Diese gebildeten Leute aus Kroatien haben aber durchaus ihre Chance sich zu behaupten, weil sie sehr anpassungsfähig sind und sehr schnell lernen, z.B. auch nach kurzer Zeit den Qualitätsstandard erfüllen werden und weil sprachlich seit dem 8. Lebensjahr geschult, sprachlich fix und darin unschlagbar sind!

    Die von Dir angesprochene Emotionalität spielt in diesen Kreisen kaum eine Rolle, und ich darf sagen, dass man in Kroatien meiner Erfahrung viel höflicher und sensibler als in D miteinander umgeht, obwohl Mancher bei Problemen, die er verursacht hat, die Verantwortung nur übernimmt, wenn man ihm das “Gesicht”, also seinen Stolz. wahren lässt!

    Die Auswanderer waren immer ein Gewinn für die Herkunftsländer, wie z.B. für Yugoslawien, wie z.B. für die Türkei. Sie überweisen Devisen und bringen ihre Renten in das Land. Sie vernetzten Europa und sind auch für die Zielländer immer ein Gewinn gewesen, in dass sie Arbeitsleistung, kulturelle und gastronomische Erweiterungen und ihre genetische Vielfalt mitbrachten.

    Aaaber, sie und ihre Familien bezahlen einen Preis, der sehr hoch ist!
    Sie zahlen mit allen Schwierigkeiten, die die Fremde und die Zerissenheit zweier Heimaten mit sich bringen. Das verdient unsere Achtung!

  3. lowe

    ………..daher ist es dringend notwendig, auch mit Hilfe der zuständigen EU-Stellen, und den bereits laufenden “Unternehmerpatenschaften” (z.B. aus Bayern u. Baden-Württemberg) entsprechende Industrie- u. Mittelstandsfirmen zu fördern, bzw. neu aufzubauen, damit hier die eigenen qualifizierte Arbeitnehmer zukunftsorientierte Jobs erhalten. Gut ausgebildete Kandidaten gibt es hier genug! Es braucht eben alles seine zeitliche Ent-Wicklung und die finanziellen Möglichkeiten, aber das wird sich sicher in den nächsten Jahren hier weiter entwickeln ( wenn nicht´s negatives aus der €-Krise entsteht).

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