Das Alters- und Pflegeheim “Mali Kartec” der Stadt Krk und dessen Leiter Mladen Pokrajčić

Das Alters- und Pflegeheim “Mali Kartec” in der Stadt Krk, auf der gleichnamigen Insel, ist im Jahr 1989 eröffnet worden und durch die laufenden Instandhaltungs- und Erneuerungsarbeiten sowie einer guten Organisation handelt es sich um eine staatliche Einrichtung, die man für Kroatien als vorbildlich bezeichnen kann. Es befindet sich am Rande der Stadt auf einem Gelände, welches den Eindruck erweckt, als wenn man sich in der Natur der Insel befinden würde. Trotzdem ist der Weg in das Stadtzentrum nicht sehr weit.

Im Moment stehen 145 Plätze in Zimmern mit unterschiedlichen Bettenzahlen zur Verfügung und es wird darauf geachtet, dass die Bewohner so weit es ihnen möglich ist, ihren täglichen Lebensablauf selbst gestalten. Die Mahlzeiten werden in der Regel in einem Gemeinschafssaal eingenommen, in dem auch andere Veranstaltungen durchgeführt werden. Dazu gehören Spiele und Kurse, die besonders für ältere Menschen geeignet sind.

Die medizinische Versorgung wird alle zwei Tage durch einen Arzt sichergestellt, für den ein separater Behandlungsraum zur Verfügung steht. Die Notfallversorgung erfolgt, wie es in der Stadt Krk allgemein üblich ist.

Träger dieser Einrichtung ist in erster Linie die Gespanschaft Primorsko-Goranska. Das Ministerium für Gesundheit und Soziale Versorgung gehört aber ebenfalls dazu.

Die Bewohner kommen hauptsächlich von der Insel Krk, aber auch aus der Gespanschaft und zu einem kleineren Teil aus ganz Kroatien. Die monatlichen Unterbringungskosten zwischen 3.000 und 4.000 Kuna sind von den Insassen selbst, oder von ihren Angehörigen zu tragen. Die derzeitige Warteliste umfasst nach aktuellen Angaben 320 Personen.

Vor mehr als 13 Jahren hat es sich durch einen Zufall ergeben, dass sich der Leiter dieses Heims, Mladen Pokrajčić und das Ehepaar Iva und Gojko Bošnjak, welches ein Teil eines jeden Jahres in Njivice auf der Insel Krk und in Karlsruhe in Deutschland lebt, persönlich kennengelernt haben. Durch ihre frühere berufliche Tätigkeit und ihrer Mitgliedschaft in der Deutsch-Kroatischen Gemeinschaft in Karlsruhe verfügte es bereits damals über ausgezeichnete Kontakte nach dort und mit dessen Hilfe wurde es ab dem Jahr 1998 ermöglicht, dass medizinische Hilfsmittel, wie z.B. Krankenbetten, Gehhilfen, Rollstühle, Toilettenstühle, die von dortigen Gesundheitseinrichtungen nicht mehr benötigt und ausrangiert wurden, aber trotzdem in keinem schlechten Zustand waren, nach Krk transportiert werden konnten.

Die Anzahl der Sachspenden aus Deutschland hat nach wenigen Jahren den Bedarf des Heims gedeckt und als dies erkannt wurde, ist von ihrem Leiter eine pragmatische Lösung gefunden worden, die man für Kroatien als einmalig bezeichnen kann. Auf seine Anregung wurde von den Trägern die Satzung der Einrichtung ergänzt und geändert. Diese Änderung sieht vor, dass zusätzlich zu dem Heimbetrieb ein Lager bzw. eine Verleihorganisation für gebrauchte medizinische Geräte eingerichtet wird, welche an bedürftige Bewohner der Insel Krk und des Festlandes nicht einfach weitergegeben, sondern solange wie es notwendig ist, gegen eine geringe monatliche Gebühr -pro Krankenbett z.B. 50 Kuna- (in besonderen Härtefällen auch kostenlos)  ausgeliehen werden. Dadurch ist ein “Pool” entstanden, der es möglich macht, dass für  kranke Mitbewohner eine kostengünstige Hilfe zur Verfügung steht, über die vor Ort unbürokratisch entschieden wird.

Es ist davon auszugehen, dass sich die Inselbewohner und die anderen Bewohner Kroatiens welche die Gelegenheit haben im Falle einer Krankheit durch diese Sachspenden eine Lebenserleichterung zu finden, gegenüber den Verantwortlichen aus Deutschland sehr dankbar sind, weil der Beweis dafür geliefert wird, dass man nicht durch große Reden, sondern durch Taten seine Solidarität und Hilfsbereitschaft unter Beweis stellen kann. In den vergangenen Jahren haben sie sich mehrfach selbst davon überzeugt, dass ihre Spenden auch tatsächlich dort angekommen sind, wofür sie zur Verfügung gestellt wurden.

Bei den Betroffenen und ihren Angehörigen ist gleichzeitig eine Dankbarkeit gegenüber Mladen Pokrajčić, dem Leiter des Alten- und Pflegeheims und seinem Team spürbar. Bei ihm handelt es sich nicht um einen typisch kroatischen Philosophen, der nur viel schwätzt, sondern um einen Mann der Tat, der mit Unterstützung seiner Mitarbeiter einen Weg gefunden hat, dass auf diese Art und Weise den bedürftigen Mitmenschen geholfen wird.

Er wird heute um 12:00 Uhr von Kroatiens Staatspräsident Ivo Josipović in dessen Amtssitz in Zagreb empfangen und es bleibt abzuwarten, in welcher Form das Staatsoberhaupt die landesweit einmalige Tätigkeit der Beteiligten würdigen wird.

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