Der kroatische Politiker Radimir Čačić (HNS)

Der kroatische Politiker und Geschäftsmann Radimir Čačić ist am 11.Mai 1949 in Zagreb geboren worden. Nach dem Besuch des Gymnasiums besuchte er die Fakultät für Architektur der Universität von Zagreb und schloss sein Studium, vor Ablegung eines Diploms, in einer Rekordzeit von zwei Jahren ab. Danach besuchte er die J.F. Kennedy School of Government an der Harvard Universität in den Vereinigten Staaten von Amerika. Von 1973 bis 1977 arbeitete er bei einem staatlichen Unternehmen in seiner Geburtsstadt Zagreb, welches hauptsächlich für das US-Außenministerium tätig war.

Im Jahr 1978 gründete er in Varaždin das private Unternehmen Coning d.d., welches bis zum heutigen Zeitpunkt in sechs verschiedene Unternehmen aufgeteilt wurde. Bis zum Jahr 2000 soll er Miteigentümer dieser Gesellschaften gewesen sein und bis jetzt hat er der Öffentlichkeit noch nicht nachvollziehbar erklären können, in welchem Verhältnis er zu ihnen steht.

In der Zeit der kriegerischen Auseinandersetzungen war er ab 1991 in der Gegend von Varaždin aktiv und hat sich als Truppenführer der kroatischen Armee verdient gemacht. Dafür ist er mit einem Orden ausgezeichnet worden.

Seine politische Karriere hatte er bereits 1990 begonnen, als er als unabhängiger Kandidat in das kroatische Parlament gewählt worden ist. Er gehörte danach zu den Mitbegründern der Hrvatska Narodna Stranka-Liberalni Demokrati (HNS) und ist ab diesem Zeitpunkt, unter der Präsidentin Savka Dabčević-Kucar, in das Präsidium der Partei gewählt worden. 1993 wurde er Vizepräsident und 1994 folgte seine Wahl zum Präsidenten. Dieses Amt hat er bis zum Jahr 2000 ausgeübt, als er von Vesna Pusić abgelöst wurde. Bereits zu diesem Zeitpunkt ist ihm von verschiedenen Seiten vorgeworfen worden, dass er politische und private geschäftliche Interessen miteinander vermischt hat. Ungeachtet dessen wurde er im Jahr 2000 in der Regierungskoalition zum Minister für öffentliche Arbeiten, Erneuerung und Bau ernannt. Dabei sind weitere Vorwürfe gegen ihn laut geworden. In der Gegend von Varaždin war er bei den Wählern weiterhin beliebt, sodass er im Jahr 2005 in das Amt des Leiters (Župan) der Gespanschaft Varaždin gewählt wurde. Dieses Amt hat er bis zum Jahr 2009 ausgeübt.

Als Verkehrsteilnehmer hat er mehrere dunkle Flecken aufzuweisen. Seine Führerscheinprüfung die ihn berechtigte einen Personenwagen zu fahren hat er 1967 im Alter von 18 Jahren abgelegt. Seinen ersten Verkehrsunfall verursachte er 1974 mit einem für das damalige Jugoslawien ungewöhnlichem Fahrzeug der Marke Alfa Romeo, auf der Autobahn in der Nähe von Vinkovac. Weitere von ihm verschuldete Unfälle folgten in den Jahren 1999, 2002, 2003 und 2009. In allen Fällen ist er entsprechend der gesetzlichen Vorschriften von der Polizei bestraft worden. Der folgenschwerste Unfall hat sich am 8.1.2010 auf der ungarischen Autobahn in der Nähe von Budapest ereignet, in dessen Folge eine Person sofort und eine andere Person an den Unfallfolgen ums Leben gekommen sind. Die polizeilichen Ermittlungen haben ergeben, dass er trotz schlechter Sicht wegen Nebel, mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren ist. Zu diesem Vorfall haben in Ungarn Gerichtsverhandlungen stattgefunden, eine rechtskräftige Verurteilung ist aber bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht erfolgt.

Unter seiner Führung hat die HNS beschlossen eine Vorwahlkoalition (Kukurikukoalition), mit den Parteien SDP, IDS und HSU für die am 4.12.2011 stattfindende Parlamentswahl zu vereinbaren. Von ihr wurde eine gemeinsame Kandidatenliste aufgestellt, die von Zoran Milanović (SDP) angeführt wird.

Schon jetzt steht fest, dass Čačić als Abgeordneter in das neue Parlament gewählt wird. Politische Beobachter gehen davon aus, dass die Kukurikukoalition gemeinsam mit weiteren Koalitionspartnern die neue Regierung bilden wird und er dann einen wichtigen Ministerposten übernimmt.

Politische Beobachter sind sogar der Meinung, dass er sich gegenüber dem eher blassen Milanović (SDP) durchsetzen und die Richtlinien der künftigen Politik in Kroatien bestimmen wird.

Er ist in Kroatien hinlänglich bekannt. Im Ausland wird man von ihm in Zukunft wahrscheinlich mehr als bisher hören und sehen.

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