Kandidatenlisten zur Wahl 2011 in Kroatien

Die staatliche Wahlkommission (DIP) hat jetzt die Kandidatenlisten veröffentlicht, die von ihr für die am 4.12.2011 stattfindende Parlamentswahl zugelassen sind. Bei genauerem Hinschauen ist interessant zu sehen, unter welcher Liste wer und wo kandidiert, um einen der begehrten Abgeordnetenplätze erlangen zu können.

Besonders interessant sind die Listen der nationalen Minderheiten (XII.) und die Listen für die Diasporakroaten (XI.)

Die serbische Minderheit bewirbt sich mit zwei verschiedenen Listen und 23 Kandidaten. Die Ungarn mit einer Liste und zwei Kandidaten. Die Italiener mit einer Liste und nur einem Kandidaten (Furio Radin aus Istrien). Die Tschechen und Slowaken mit einer Liste und 5 Kandidaten. Die Albaner, Bosniaken, Montenegriner, Makedonier und Slowenen mit einer Liste und 12 Kandidaten. Letztendlich bewerben sich die Österreicher, Bulgaren, Deutschen, Polen, Roma, Rumänen, Weißrussen, Russen, Türken, Ukrainer, Walachen und Juden ebenfalls mit einer Liste und 23 Kandidaten. Davon gehören 14 Kandidaten der Minderheit der Roma an. Es folgen die Ukrainer mit 2, die Russen mit 2, die Deutschen mit 2, die Polen mit 2 und die Juden mit je einem Kandidaten.

Unter den Roma-Kandidaten befindet sich der in Zagreb lebende Nazif Mehmedi. Für die Kandidatur ist er nicht von Angehörigen seiner Nationalität, sondern von der Deutsch-Österreichischen Union in Kroatien vorgeschlagen worden. Deutsche Kandidaten sind Jasminka Petter aus Zagreb, vorgeschlagen durch die deutsche Volksgemeinschaft in Kroatien und Renata Trischler aus Osijek, vorgeschlagen durch die deutsche Gemeinschaft der “Podunavskih Švaba” aus Osijek.

Die 15 Kandidatenlisten der Diasporakroaten (XI.) sind ebenso interessant. Um die drei Abgeordnetenmandate bewerben sich Kandidaten der Listen ABECEDA, AMD und HSM, A-HSP, BUZ, PGS und HRS, HDZ, HRVATSKA 21, HSLS, HSP, HSP Dr. Ante Starečvić und HČSP, HRAST, JEDINO-HRVATSKA-POKRET ZA HRVATSKU-JEDINO HRVATSKA und HDS, LISTA ZA RIJEKU-LISTA RI, ASH und SUH, ND, SP und SHZ. Dabei fällt auf, dass die Parteien SDP, HNS, HSU und IDS (“Kukuriku”-Vorwahlkoalition) keine Kandidatenliste aufgestellt hat.

Ein absolutes Novum bei einer Parlamentswahl ist bei der obigen Kandidatenliste die Tatsache, dass auf ihr Personen enthalten sind, die ihren ständigen Wohnsitz  gar nicht in der Republik Kroatien, sondern im Ausland haben. Es gibt Bewerber aus Bosnien-Herzegowina, Deutschland (z.B. Tuttlingen und München), Serbien, Montenegro, Schweiz, Australien und Österreich.

Wer sich für weitere Einzelheiten interessiert hat hier die Möglichkeit die von DIP veröffentlichte Liste einzusehen.

Anmerkung: Die Veröffentlichung solch einer Liste, mit Angabe des Geburtsdatums und der genauen Anschrift der einzelnen Bewerber, ist in anderen Staaten aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht erlaubt. Diese Tatsache ist von den OSCE und EU-Wahlbeobachtern bis jetzt nicht beanstandet worden.

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