Rainer Wieland, Daniel Caspary, Andreas Schwab, Elisabeth Jeggle, Ingeborg Gräßle und Thomas Ulmer (CDU) gegen Beitritt Kroatiens zur EU

Das deutsche Bundesland Baden-Württemberg wird im Europaparlament u.a. durch diese CDU-Abgeordnete vertreten.

Sie wollen gegen den Beitritt der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik Kroatien zur EU stimmen. “Die Beitrittskriterien sind nicht erfüllt”, sagt Daniel Caspary. “Was das Europäische Projekt am meisten gefährdet, ist nicht die Krise in Griechenland, sondern, dass Regeln aufgestellt werden und sich keiner daran hält.” Der CDU-Parlamentarier kritisiert, dass Kroatien die vorgeschriebenen Kriterien nicht erfüllt: Die Verwaltung funktioniere nicht richtig, und Korruption sei nach wie vor ein großes Problem.

Mehr dazu hier.

Anmerkung dazu: Der aussenpolitische Ausschuss des Europaparlaments hat in der vergangenen Woche mit großer Mehrheit einem Beitritt Kroatiens zur EU zugestimmt.

22 Kommentare zu “Rainer Wieland, Daniel Caspary, Andreas Schwab, Elisabeth Jeggle, Ingeborg Gräßle und Thomas Ulmer (CDU) gegen Beitritt Kroatiens zur EU”

  1. Willy

    so unrecht haben diese politiker nicht! es wäre eine lüge wenn man behauptet, kroatien sei EU reif! koruption feiert noch fröhliche urständ! und mit den gesetzen nimmt man es auch noch nicht so genau!

  2. Soline

    Darf man erfahren aus welchen Erkenntnissen diese Behauptung gewonnen wurde?

    Nach Berichten von Zeitungen aus Österreich (nicht aus Kroatien) ist dort die Korruption immer noch keine Seltenheit und durchaus üblich.

    Erst vor wenigen Tagen erzählte mir ein Handwerksmeister aus der Steiermark, dass er ohne freundliche Zuwendung keinen Auftrag durch einen staatlichen Auftraggeber bekommen kann. Ausserdem meinte er, dass bei der Justiz auch nicht alles so läuft, wie es die Gesetze vorschreiben.

    Was nun, Herr Willy?

  3. Mrvica

    Ja,bei den einen heißt es Korruption ,bei den anderen Lobbyismuß.
    Fakt ist ,egal wo und in welchem Land Europas,die,die Hand aufhalten gibt es überall.

  4. Velebit

    Dobro jutor Ihr Volksvertreter aus dem Ländle, wo wart Ihr denn in der Vergangenheit als über die Beitrittskandidaten diskutiert wurde. Ward Ihr wie viele Palametarier weder im EU-Parlament noch im Natioanaltheater im alten Reichstag in Berlin. Durch die Abwesendheit habt Ihr Euch Diäten und wahrscheinlich auch Sitzungsgelder eingetrichen was aus meiner Sicht auch als korrupt bezeichnet werden kann. Ich war bis 2002 in einem grossen Konzern tätig und habe mit Verkehrsbetrieben wie Bahn Straßen und U-Bahn Geschäfte gemacht. Aus dieser Zeit weis ich je höher der Dienstgrad je unverschämter waren die Forderungen vor Abschluß der Verträge.
    Das glit unbestreitbar auch für Kroatien, siehe die Personen wie Sanader und Co aus allen politischen Lagern. Hier waren die Herschaften die bestochen haben immer aus EU-Mitgliedsländer. Aber inzwischen weht auch hier in HR ein anderer Wind und es ist erkennbar wie in den zurückliegenden Jahren eine Aufarbeitung stattfindet. Also wir müssen den Kroaten auch etwas Zeit lassen sich zu beweisen. Noch eine Anfrage an die EU-Vertreter aus BW wisst Ihr eigentlich wer wehn in der Landesregierung in BW im Streit um das Projekt S21 geschmiert hat, ganz gleich ob für oder gegen S21.
    Hallo, wir Deutschen sind absolut unbestechlich wir nehmen von den kroatischen Nachbarn nur die Vorteile in Anspruch die uns auf Grund unserer Herkunft und unserem sozialen Status zustehen.
    Es grüsst Euch werte Leser, ein Junge aus dem Kohlenpott, der gerne in Kroatien lebt und hofft, dass seine Nachbarskinder eine Zukunft in Europa haben.

  5. Rainer Schmid

    Aus dem Kommentaar von Willy lässt sich der typische zentraleuropäische Hochmut gegenüber den sog. Balkanländern herauslesen !
    Rainer

  6. Falkenauge

    Wenn in anderen Ländern (wie hier vorgebracht Österreich) Korruption an der Tagesordnung ist, muss die EU nicht noch weitere korrupte Staaten aufnehmen, sondern soll erst mal dafür sorgen, wie sie die jetzt schon dazugehörigen ausmistet – Herr Soline.

  7. Erwin

    Also Polizisten kann ich bei Geschwindigkeitsübertetungen in D oder A nicht mehr bestechen – in Kroatien immer ! Zöllner sind – auch aus eignener Erfahrung – viel “unkomplizierter wenn sie Euros bekommen.

    Das Polizisten bei Schwierigleiten zw Touristen und Einheimischen sehr klar erkennbare Bevorteilung der Kroaten praktizieren ist auch mehr als nur etwas iritierend! Auch die für Touristen negative Verteilung von allg. Kontrollen (Geschw., Parken, etc.) ist halt extrem auffällig in Kroatien.
    Wie oft hat man mir schon eine Laserpistole mit absurden Geschwindigkeiten gezeigt und behauptet das wäre meine Geschwindigkeit gewesen….

    Das allg. Rechtsempfinden (und die tatsächliche Anwendung im Leben), wie z.B. Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Sexuelle Selbstbestimmung (z.B. Schwule in Split!), etc ist doch noch sehr weit von dem Standard anderer EU-Mitglieder entfernt (nicht zu 100% aller, doch sicher weit entfernt von D oder A). PS: Ich bin nicht schwul!

    Rechtssicherheit ist nach westlichem Standard nicht vorhanden !!! Pragmatischtest Beispiel ist sicherlich, dass es fast unmöglich ist, Waren auf Rechnung nach Kroatien liefern zu lassen. Fast alle Unternehmen wollen Vorkasse oder eine deutsche (EU) Rechnungsanschrift. Hierbei geht es nicht um Liquidität, sondern im Kern um Rechtssicherheit (mögliche Vollstreckbarkeit).

    Kroatien ist auch nach meiner Meinung noch sehr weit vom EU Durchschnitt entfernt….! Ggf wäre es für Kroaten auch eine Überlegung wert, zunächst darüber nachzudenken (warum empfinden Ausländer das so), als gleich wieder in eine agressive Verteidigung zu verfallen.
    (z.B. tauschen uns hier ja über Kroatien und nicht über Österreich aus).

  8. Soline

    Zitat:

    “Also Polizisten kann ich bei Geschwindigkeitsübertetungen in D oder A nicht mehr bestechen – in Kroatien immer ! Zöllner sind – auch aus eignener Erfahrung – viel “unkomplizierter wenn sie Euros bekommen.

    Das Polizisten bei Schwierigleiten zw Touristen und Einheimischen sehr klar erkennbare Bevorteilung der Kroaten praktizieren ist auch mehr als nur etwas iritierend! Auch die für Touristen negative Verteilung von allg. Kontrollen (Geschw., Parken, etc.) ist halt extrem auffällig in Kroatien.
    Wie oft hat man mir schon eine Laserpistole mit absurden Geschwindigkeiten gezeigt und behauptet das wäre meine Geschwindigkeit gewesen….”

    Diese Behauptungen sind durch nichts bewiesen.

    Im Gegenteil. Bei der kroatischen Polizei und beim Zoll gibt es einen Ausländer/Touristenbonus. Anders ist übrigens nicht zu erklären, warum so viele Kfz.Besitzer die ständig in HR leben, sehr gerne mit ausländischen Kennzeichen unterwegs sind.

  9. Falkenauge

    Hallo Erwin, genauso, wie Sie es beschrieben haben, sieht es aus. Und Vieles davon habe ich selbst erlebt und von kroatischen Freunden vor Ort bestätigt bekommen. (z. B. dass gerade Autos mit ausländischen Kennzeichen bzw. Mietwagen-Schildern mit Vorliebe “herausgewunken” werden…. – Und sei es nur, um mal nachzuschauen, ob auch brav eine Warnweste, Warndreieck, Ersatzlampenset mit allen Glühbirnen oder Ähnliches mitgeführt wird. Während Fahrzeuge mit kroat. Kennzeichen problemlos ihres Weges fuhren.)

  10. Erwin

    Stimmt – kann ich nicht beweisen (wäre ich auch blöd).

    Ausprobieren können Sie die Frage: ” Ich brauche keine Quittung, was kostet es dann?” – in der Regel zw. 20 – 50 €.

    50€ habe ich für 210km/h auf der Autobahn gezahlt…
    20€ für 32km/h zu schnell in Split…

    In Sibenik vor dem Zollamt (Parkverbot) standen 3 Autos.
    2 Kroaten und meines (A6). Meines wurde unverzgl. abgeschleppt, die kroatischen Fz standen nach 2 Std noch da – allle parkten gleich “falsch”. Mein Fz wurde ca. 10 min entfernt zum Abstellparklplatz am Einkaufszentrum gebracht. Ich fühle mich wirklich bevorzugt…

    Auf der Autobahn wurde ich (angeblich) Nachts gefilmt, allerdings mit so einem Abstand, dass weder das Kennzeichen noch mein Auto nicht zu erkennen war! Das Fz verschwinded dann vom Bild auf dem Video. Ich wurde an einer Ausfahrt angehalten und es wurde behauptet die Aufzeichnung zeige mein Fahrzeug.
    Ich sollte zahlen (130,-€) was ich nicht wollte, da kein Kennzeichen oder Fahrzeug zu erkennen ist! Die Polizei wollte daraufhin 100,-€ oder meinen Reisepaß. Ich habe gezahlt. Kann ich auch nicht beweisen!

  11. Erwin

    PS:
    Schauen Sie mal die Berichte zu Alkohlkontrollen bei Bootsfahrern an (die ich grundsätzliche befürworte !) oder zur Beleuchtung von Booten bei Nacht an. Der Inhalt bzgl der Differenzierung zw. Touristen und Einheimischen ist m.E. deckungsgleich – klar zum Nachteil der Touristen.

  12. Erwin

    PSS:
    Das ausländische Kennzeichen hat den Vorteil, das kroatische Strafmandate (falsches Parken, Geschwindigkeit, etc) in D oder A nicht vollstreckt werden können, das es kein Rechtshilfeabkommen für diese Ordnungswidrigkeiten gibt.

  13. istra

    Zwecks objektiverer Information hier die neuen Werte des Korruptionsindex
    von “transparency international” vom November 2011:

    http://issuu.com/transparencyinternational/docs/ti_cpi2011_report_print/6

    Ich bin über die schlechte Plazierung Kroatiens überrascht, aber immerhin ist sie deutlich besser als die der EU-Staaten Italien, Rumänien und Bulgarien.
    So schlecht ist die Position von Kroatien nicht, dass die CDU-Rebellen aus dem Ländle Applaus verdienen. Im Gegenteil. Aber Politiker können sich nicht schämen.

  14. Erwin

    Es geht ja nicht nur um die Korruption, es geht auch um das Rechtsempfinden und die tatsächliche Rechtstaatlichkeit.
    Hier ist Kroatien sooooooooooooooo weit weg, das ich diese Aussagen der Politiker/Forenschreiber nur unterstützen kann. Ich glaube sogar, dass viele Kroaten dies so empfinden, insbesondere in Bezug zur Strafverfolgung von korrupten Politiker oder reichen Kroaten bei Straftaten (s. diese “Bootsunfallgeschichte” oder den Betreiber der Marina Frapa, etc)

  15. istra

    Wird allgemein erwartet das Kroatien als EU-Mitglied oder als Nationalstaat die Korruption eher abbaut und auch mit der Justiz zum Rechtsstaat wird?

    Wenn man diese Frage zugunsten der EU beantworten würde, würde klar, dass es beim EU-Beitritt auch um Werte geht, nicht nur um Geld.

    Das sollten sich die Anfangs genannten CDU-Europaparlamentarier nochmals überlegen!

  16. Erwin

    @Istra, – das glaube ich einfach nicht.

    Ich habe noch keinen Kroaten getroffen der im Bezug zur EU über Werte mit mir gesprochen hat (Sie sind da dann die Ausnahme). Es ging immer nur um Geld bzw wirtschaftliche Vorteile. Auch die kroatischen Politiker verhalten sich so, siehe auch die Beiträge im Forum, wo bereits die EU Millionen noch vor dem Erhalt bzw Beitritt verplant werden.
    Umgekehrt ist es ja auch im “Westen” so, dass die Normalbürger gar keinen Grund (oder gar Vorteil für sich) sehen, ein Land wie Kroatien in die EU aufzunehmen. Weil unsere Politik das weiß, gibt es auch keine Volksabstimmungen zu solchen Themen.

  17. Falkenauge

    @Erwin: Volle Zustimmung und zum Satz “wo bereits die EU-Millionen noch vor dem Erhalt bzw. Beitritt verplant werden:

    Heute früh gelesen:
    “Der Wahlgewinner muss einer schwer angeschlagenen Wirtschaft aus der Krise helfen. Möglicherweise sind Massenentlassungen in Staatsbetrieben und in den abgewirtschafteten Werften notwendig. Die Staatskassen sind leer, die Verschuldung Kroatiens treibt auf eine kritische Grenze zu. Hoffnung setzt das Adrialand auf den Beitritt zur Europäischen Union (EU).”

    …… Na klar, wir helfen, wer würde da nicht so schnell wie möglich in die EU wollen ……

  18. istra

    @ Erwin
    @ Falkenauge
    Bei allem Verständnis für ein pragmatisches Motiv beim wirtschaftlichen Interesse (Sanierung der Volkswirtschaft für Kroatien oder Gewinne durch neue Märkte in Kroatien) existiert in Westeuropa nach den traumatischen Erfahrungen 2er Weltkriege der Friedensgedanke durch ein geeintes Europa, in dem sich die Mittelmächte nicht mehr bekämpfen wollen.
    Dieser Friedenswille war ein starkes (und trotzdem widersprüchliches) Motiv, das die serbischen kriegerischen Expansionsgelüste durch Europa einschließlich USA (NATO) stark beschnitten wurden. Kroatien würde ohne diese Intervention vermutlich nicht mehr existieren oder zumindest nur ein winziger Reststaat sein!
    Dieser Friedenswille, der in diesem speziellen Fall durch einen Verteidigungskrieg durchgesetzt werden konnte, an dem sich schlussendlich auch Kroatien mit Bodentruppen beteiligte, ist nur eines der Werte.
    Einer der weiteren Werte ist, dass in Europa ein Glaubenskrieg unmöglich sein wird, wie er zwischen Muslimen, Katholiken, Orthodoxen am Balkan bislang möglich war. Die Glaubenszugehörigkeit ist in (West) Europa ein Privatissimum und kein Auswanderungsgrund oder Kriegsgrund mehr.

    Einer der weiteren Werte ist eine Rechtsstaatlichkeit, die ihren Namen verdient, ist Rechtssicherheit beim Handel und Wandel durch schnelle, unabhängige und leistungsfähige Justizorgane und der Schutz vor politischer Verfolgung.

    Es gibt noch mehr Werte, aber das führt zu weit.

    Kroaten wissen zwar um diese Werte, glauben aber nicht an sie, weil sie in Kroatien noch kaum gelebt werden konnten.
    Ausländer aus Westeuropa kennen all das, und haben es in der Geschichte Westeuropas bereits gelebt. Wir, die diese Werte schätzen gelernt haben, glauben nicht dass Geld wichtiger als all das ist. Das ist der Unterschied.

    Wer das zu theoretisch ansieht, möge sich mal überlegen, was am Balkan abgeht, wenn der Westen und die Nato die schützende Hand wegziehen…
    Das will sich der Westen nicht mehr antun! Daher Schützt er am Balkan und hält die Kampfbereiten auseinander!

    Das sehen auch einfache Leute im Westen so, das wusste schon jeder in Kroatien so, das wird aber oft verdrängt und vergessen.

    Leider haben auch diese oben genannten CDU-Abgeordneten des Europaparlamentes vergessen, um was es hier eigentlich geht. Baden-Württemberg scheint etwas zu weit vom Balkan entfernt zu sein.

  19. Erwin

    @Istra

    Die Politiker sagten:
    “Was das Europäische Projekt am meisten gefährdet, ist nicht die Krise in Griechenland, sondern, dass Regeln aufgestellt werden und sich keiner daran hält.”

    Sie sagen (u.a.):
    “Kroaten wissen zwar um diese Werte, glauben aber nicht an sie, weil sie in Kroatien noch kaum gelebt werden konnten.”

    Es scheint doch so, als ob diese politische Beurteilung nicht ganz unzutreffend ist und wohl auch von vielen Urlaubern/Besuchern von Kroatien geteilt wird.

    Abschließend stelle ich die Frage, welchen Vorteil haben eigentlich die Staaten (z.B. Deutschland) von einer Aufnahme Kroatiens? Wirtschaftlich spielen beide Länder in Europa ein untergeordnete Rolle. Weder Kroatien noch Serbien sind eine militärische Gefahr für Westeuropa, sie gefährden höchstens einander.

    Welchen Mehrwert bringt Kroatien also in die EU ein? Was ist der Beitrag Kroatiens zur Gemeinschaft?

    Was überzeugt uns, das unsere Werte/Kultur in Kroatien gelebt werden, wenn selbst SIE (s. Einleitung) daran zweifeln und wir in jedem Urlaub merken das dies eben nicht so ist. Warum zahlen viele Touristen lieber einen korrupten Zöllner oder Polizisten, als ein Gerichtsverfahren zu führen? Für den kritischen Beobachter ist deshalb die Fragesstellung, warum ein -weiteres- Risikoland (rechtlich/wiurtschaftlich) zur Risikoerhöhung der starken EU-Staaten (sowie des ausschließlichen Zahlungsflußes in eine Richtung) aufgenommen und finanziert werden soll. Erklären Sie das mal deutschen Harz 4 Empfängern oder auch Frisören mit 4,–€ Stundenlohn…

    Ich bitte darum den Beitrag nicht persönlich zu nehmen – so ist er nicht gemeint!
    Auch halte ich Kroatien für ein schönes und interessantes Land – es ist jedoch – nach meiner persönlichen Beobachtung – ein deutlich anderer Kulturkreis UND ein völlig anderes Wertesystem. Das hat ja auch einen bestimmten Reiz als Urlaubsland.
    Ich glaube übrigens auch den Aussagen “meiner” Politker nicht mehr. Das EU System funktioniert offensichtlich nicht, es ist krank. Es ist m. E. dumm weitere Kranke in das System aufzunehmen, bevor man nicht selber wieder gesund ist.

  20. istra

    @ Erwin

    Derzeit wird auf Ebene des EU-Rates um diese Reparatur des schlecht konziperten Währungs- und Wirtschafts- Systems verhandelt. Es kommt mehr Europa heraus, weil Europa keinen Rückwärtsgang hat.
    DAS schließt einen weiteren Beitritt in keiner Weise aus. Vergleich mit einem Privathaushalt: soll ich auf Urlaub auf der schönen otok Krk verzichten, wenn mir nur Hundert Euronen fehlen? Niemals!

    Kroatien bringt jede Menge in Europa ein! Es wird Europas Karibik, bietet Möglichkeit zur Rinderzucht und Schafzucht, wird weiter Holzprodukte und Landwirtschaftliche Produkte exportieren und hat insgesamt ein wertvolles Kulturgut, das Europa bereichern wird. Eine der neuen Stärken könnte die Softwareentwicklung und Softwaredienstleistungen für Europa werden.

    Die EU will nicht, dass in ihrem Hof gekämpft wird, und der zum Vorhof der Hölle (wie z.B. VUKOVAR) verkommt. Wenn am Balkan Bürgerkrieg, übrigens die allerschlimmste Form unter den Kriegen mit den meisten zivilen unschuldigen wehrlosen Opfer, herrschen würde, könnte Europa sich nicht mehr entwickeln, müsste mehr Geld in die Verteidigungsarmeen stecken und käme in einen Quasi-Kriegszustand, ähnlich wie Israel.

    Im Übrigen möchte ich noch Antworten, dass jene fundamentalen Werte, die unsere Existenz gründen, auf die Europa gründet, aber vielfach aus Angst um Geld und Wohlstand innerlich verraten werden, oder in manchen Fällen der Gier des schnellen Geldes geopfert werden, auch dem Harz IV – Aufstocker ein Begriff sind.

    Wenn aber große Teile der Bevölkerung Neid und Wut erfassen sollte, die sich gegen vermeintliche Verursacher richtet (die wahren Ursachen wurden zu keinen Zeiten kriegerisch bekämpft), dann wird der Harz IV Aufstocker und der 4-Euro-Frisör seinen Frieden als Toter auf einem Schlachtfeld finden – Hatten wir diese Lektion 1914, 1945, 1990 nicht schon gelernt?

    Ich meine und nehme auch gar nichts persönlich.

  21. Erwin

    @Istra

    Wir haben hier wohl deutlich unterschiedliche Meinungen – und das ist auch OK!

    Wenn Dir jedesmal 100€ für den urlaub fehlen, wirst Du irgendwann wohl keinen Urlaub mehr machen können. Ich möchte dann aber nicht für Deine Schulden zahlen müssen (und selber nicht mehr in den Urlaub fahren können)!

    Die “kroatische Karibik” (übrigens ein sehr schöner Begriff von Dir!) ist auch ohne EU-Beitritt vorhanden und besuchbar. Sie wird nicht erst durch den Beitritt zugänglich. Rinder – u. Schaftzucht werden in Westeuropa extrem subventioniert, jedoch um selbige einzudämmen, da es bereits ein Überangebot gibt. Und Software know-how können Unternehmen kaufen – das ist alles kein Beitrag zu einem besseren Europa.

    Kroatiens Verhältnis zu den nachbarstaaten ist klar ein Risiko für die Gemeinschaft – kein Vorteil. Dabei ist die Verursacherfrage irrelevant.

    Der Wut – eher das Unverständnis- der Bevölkerung richtet sich eher gegen weitere Auslandssubventionen, während es im bestehendem EU-Rahmen genug dringenden Handlungsbedarf gibt und national Nachteile für das unverständliche Verhalten anderer Staaten hingenommen werden müssen.

    Das Kroatien eine “kriegerische Bedeutung/Dimension” für Deutschland erreicht ist wohl sehr optimistisch aus kroatischer Sicht. Wirtschaftlich war/ist der Balkan eine Randerscheinung (zumindest ohne Euro). Militärische Hilfeleistung um weiteres Völkermorden zu unterbinden, also humanitäres Eingreifen, sollte man angemessen einordnen können.

    Abschließend halte ich die Kernaussage der Politker weiter für zutreffend. Solange Kroatien nicht “kerngesund” ist, gibt es keinen – dem Volk vermittelbaren Grund – ein weiteres (krankes) Land aufzunehmen.

    Ich schreiben nun hierzu nichts mehr und lasse Dir gerne das abschließende Wort ! ;-)

  22. istra

    @ Erwin
    Wenn es auf dem Balkan wieder Unfrieden oder gar Krieg gäbe, ist das keine existentielle Bedrohung für keinen der EU-Staaten, das ist klar, aber das habe ich doch gar nicht gesagt!
    Du solltest hingucken: ich sagte: (Eigen-Zitat):
    “Wenn am Balkan Bürgerkrieg, übrigens die allerschlimmste Form unter den Kriegen mit den meisten zivilen unschuldigen wehrlosen Opfer, herrschen würde, könnte Europa sich nicht mehr entwickeln, müsste mehr Geld in die Verteidigungsarmeen stecken und käme in einen Quasi-Kriegszustand, ähnlich wie Israel.”
    Mit anderen Worten, DAS KOSTET UND IST FÜR ZU VIELE MENSCHEN TÖDLICH! es ist also billiger und für Europa sicherer den Balkan zu befrieden, als ihn sich selbst zu überlassen! AUCH DAS KOSTET! Aber es KOSTET WENIGER (für diejenigen, denen Geld mehr bedeutet als Leben) ist auch gewinnbringend und billiger und sicher.

    Die Wut der Bürger wegen der Aufnahme des “kranken” Kroatien (ich distanziere mich von so einer Meinung) wird ihnen den Blick auf diese Umstände hoffentlich nicht ganz verstellen:
    gerade die ungebildeten Europäer werden dann für den Krieg angeheuert und darin umkommen. Das sieht man deutlich am Beispiel USA und deren Soldaten sowie deren Söldner-Zivilarmeen, die als Ungelernte oder als Arbeitslose für hohen Sold in den Irak und nach Afghanistan zum Sterben gingen!
    Aber wer Wut hat wegen der Auslandsubventionen, der kapiert wohl nicht, dass das Geld letztlich ALLES bei den Westeuropäischen Banken in die Heimat dieser Wutbürger zurückfloss, die diese Staaten wissentlich überschuldet haben. Und ob die Ivo-Normalkroaten jemals einen Euro davon abbekommen haben, kann man ja den Herrn Sanader und seine Konsorten fragen. Aber nun vor dem Strafgericht zu Zagreb.
    Man kann auch westliche Regierungen, das “Merkozy” oder Herrn Ackermann fragen. Die wissen, wer ihren Wagemut, ihre Fehler und die Sozialisierung der Schulden letztlich bezahlt und wer die Krisengewinnler sind…
    Eines steht fest: es sind NICHT die einfachen Griechen und es sind NICHT die Kroaten. Und es gibt keinen Grund sich von Kroatien zu distanzieren!
    Das mußte ich noch loswerden.
    Widerreden, bitte sehr, gerne!

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