Zweites Notfallrettungsteam auf Insel Krk

Vor wenigen Wochen sind bei einem Rentner eines bei der Stadt Krk gelegenen Dorfes von Verwandten und Anwohnern schwere gesundheitliche Probleme festgestellt worden, sodass sie über die Notfallrettungsnummer 112 Hilfe angefordert haben. Diese war nicht möglich, weil das Einzige auf der Insel befindliche Notfallteam, anderweitig im Einsatz war. Einer seiner Mitbewohner hat ihn daraufhin in seinen Privatwagen zur Rettungsambulanz der Stadt Krk gebracht. Diese war verschlossen, weil niemand anwesend war und der Patient ist vor Eintreffen eines Arztes für Allgemeinmedizin gestorben.

Dieser Fall hat nicht nur auf der Insel Krk, sondern in ganz Kroatien eine große Aufmerksamkeit erregt, weil damit nach Meinung vieler Fachleute und Einwohner dokumentiert wurde, wie schlecht das Notfallrettungssystem in Kroatien ist.

Nach den kroatischen Gesetzen ist für Notfallrettungen das Gesundheitsministerium, vertreten durch seinen Minister Darko Milinovic (HDZ) -selbst ein Mediziner-, unmittelbar verantwortlich. Nach diesem Vorfall folgte eine heftige Diskussion, bei der die privat praktizierenden Allgemeinmediziner der Insel Krk angekündigt haben, in Notfällen nicht zur Verfügung zu stehen, weil für sie keine, für die Notfallrettung notwendigen Hilfsmittel, von dem Ministerium zur Verfügung gestellt und bezahlt worden sind. Diese Ankündigung ist nach wenigen Tagen wieder aufgehoben worden, was aber nicht bedeutete, dass die Diskussion damit beendet war.

Wie in Kroatien nicht unüblich, wurde die Verantwortlichkeit von einer Behörde auf die andere geschoben. Das Ministerium war der Meinung die Gespanschaft Primorsko-Goranska trage die Schuld für den Tod des Rentners und umgekehrt wurde von deren Leitung behauptet, dass Ministerium sei dafür verantwortlich.

In der vorigen Woche hat sich eine Privatinitiative gebildet, die Unterschriften gesammelt hat, damit nach den gesetzlichen Vorschriften ein Petitionsantrag gestellt werden kann in dem gefordert wird, dass die jetzigen Verhältnisse sofort geändert werden. In wenigen Tagen hat diese Initiative von den etwa 19.000 Einwohnern der Insel Krk bis Vorgestern nicht weniger als 6.499 Unterschriften erhalten.

Auf diese Tatsache hat gestern Zlatko Komadina (SDP), der Leiter der Gespanschaft Primorsko Goranska, plötzlich reagiert. Er hat angeordnet, dass auf Kosten der Gespanschaft, ab sofort ein weiteres Notfallrettungsteam mit einem entsprechenden Fahrzeug, von 0-24 Uhr bei der Ambulanz in der Stadt Krk für die Insel stationiert wird.

Anmerkung dazu: Am 4.12.2011 -in weniger als einem Monat- findet in Kroatien die Parlamentswahl statt. Dabei kandidiert er als Nummer Eins auf der Kandidatenliste der “Kukuriku”-Vorwahlkoalition in dem für die Insel Krk zuständigen Wahlbezirk VIII.

Geschichtlicher Rückblick: Er ist der Hauptverantwortliche dafür, dass Anfang des Jahres 2007 ein unterschriftsreifer Vertrag über den Einsatz eines Rettungshubschraubers in den Gespanschaften Istrien und Primorsko Goranska nicht zustande gekommen ist, bei dem für seine Behörde ein finanzieller Aufwand von etwa 800.000 Euro jährlich notwendig gewesen wäre.

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