42 Mrd. Kuna Steuerschulden in Kroatien

Angesichts der für 2012 in Kroatien von der neuen Regierung und dem  Parlament beschlossenen Haushaltskürzungen und der von Teilen der Opposition ausgeübten Kritik daran, hat heute Finanzminister Slavko Linić darauf hingewiesen, dass im Moment staatliche Steuerforderungen in Höhe von 42 Mrd. Kuna bestehen. Dabei handelt es sich um 1,7 Mio. Unternehmen und private Schuldner.

Er hat gefordert, dass diese Summe von den Finanzämtern zwangsweise beigetrieben und damit die immer noch bestehenden Haushaltslücken ausgeglichen werden.

Branko Vukšić (Hrvatski Laburisti) hat verlangt, dass Regierung und das Parlament darauf reagieren und im Namen seiner Partei gefordert, dass das Steuergeheimnis aufgehoben und ein Register der Steuerschuldner im Internet veröffentlicht wird. Nicht nur die Kriegsveteranen, sondern alle Bürger des Landes hätten ein Recht darauf zu erfahren, welche Feinde Kroatiens die ökonomische und finanzielle Souveränität des Landes gefährden.

3 Kommentare zu “42 Mrd. Kuna Steuerschulden in Kroatien”

  1. kvarner

    “Nicht nur die Kriegsveteranen, sondern alle Bürger des Landes hätten ein Recht darauf zu erfahren, welche Feinde Kroatiens die ökonomische und finanzielle Souveränität des Landes gefährden.”

    Dass ich nicht lache, über solch nationalistisches Geschwätz. Der Feind? Der “Feind” ist die Bande von Kriegsgewinnlern die bisher an der Macht war und ihre Familien. Haben überall im Land Firmen (die kroat. Wirtschaft gehörte ihnen) um krumme Dinger zu drehen und in letzter Zeit wo das nicht mehr so einfach geht werden die Firmen leergeräumt, Geld ins Ausland geschafft, und die Steuerschuld und die auf ausstehenden Lohn wartenden Mitarbeiter der Allgemeinheit hinterlassen.

    Im Gegensatz dazu wurden ausländische Investoren (von groß bis klein) durch die Behörden terrorisiert und vorallem die kleineren will man alle loswerden (obwohl die, wie in unserem Fall, fristgerecht ihre Steuern zahlen und nur Kroaten beschäftigen). Vorallem die Ausländerpolizei führte sich auf wie die Gestapo (Stichwort: Rechtsbeugung). Hätte ich vorher für nicht möglich gehalten in einem vermeintlich “europäischen” Land. DA sollen sie mal ansetzen mit der Säuberung, denn DA sitzt der Feind. Ansonsten sieht es hier bald aus wie in Griechenland (wo die Räuber auch im eigenen Land saßen und stets Blendgranaten gezündet wurden Richtung Türkei).

    Ich bin optimistisch dass es in Kroatien aufwärts geht. Die letzte Wahl war entscheidend, um dieses alte Krebsgeschwür nun kontinuierlich zu bekämpfen. All die vermeintlichen Patrioten, die bei der Nationalhymne seltsamerweise die Hand nie auf der Brust hatten, sondern immer am Geldbeutel. Solche falschen Fuffziger braucht kein moderner Staat. Die gehören auf dem Müllhaufen des Balkans entsorgt.

  2. kvarner

    Auch interessant in diesem Zusammenhang:
    http://www.wirtschaftsblatt.at/home/international/osteuropa/508651/index.do

    Wir hatten die Finanzpolizei hier. Deren Mitarbeiter waren allerdings sehr anständig, korrekt und professionell. Die Prüfung verlief zwar langatmig, doch nach etwa einem Monat und mehreren Besuchen (und das bei unserer Mini-Firma) der Inspektoren war alles geprüft und wir hatten es schwarz auf weiß und mit Stempel dass alles in Ordnung ist (bis auf eine Bagatelle, die sofort beglichen wurde).

    Die Mitarbeiter der Ausländerpolizei und des Innenministeriums (MUP) verhielten sich jedoch von Beginn an und dies nun seit 3 Jahren wie die Gestapo und ließen nichts aus um uns doch noch irgendwie aus dem Land zu ekeln/drangsalieren.

    Kommentar unseres Anwalts: “Man muss es verstehen, wir [Kroatien] haben alles geöffnet, jeder kann bei uns Land kaufen und Firmen gründen. Die Sache mit der Ausländerpolizei und den Aufenthaltsgenehmigungen ist die letzte Möglichkeit wo man noch Ärger machen kann um den heimischen Markt abzuschotten.”

    Eine seltsame Rechtsauffassung. Er ist jetzt unser Ex-Anwalt. Einen Anwalt zu finden der nicht seinen Beruf verfehlt hat und weiß wessen Interesse er vertreten sollte, ist übrigens auch nicht so einfach in diesem jungen Lande.

    Wie dem auch sei, die Zeit ist unser Freund und in gut einem Jahr können uns die ehem. Staatsmafia und deren Überbleibsel sonstwo.

  3. istra

    Die Auslandsverschuldung Kroatiens beträgt derzeit 60.000 -Milionen Euro und wächst jährlich um 7.500 -Millionen Euro. Das sollte nicht so weitergehen, weil das BIP stagniert. Sonst kommt es automatisch bald zu einer Überschuldung….
    Die oben gemeldete Inlandsteuer-Außenstände betragen knapp 10% der Auslandsverschuldung – wenn die Zahl von 42 Mrd. kn überhaupt stimmt. Da sie auch nur teilweise eintreibbar sind, scheiden sie als Beitrag zur Problemlösung aus.

    Ich fragte einen sehr nationalistisch gesinnten kroatischen Handwerker, warum er keine Steuer bezahlen wolle, gerade er! Er antwortete, dass er der korrupten Regierung in Zagreb kein Geld zuleiten wolle, denn dort verschwände es nur in private Taschen!
    Ich glaube nicht, dass das so stimmt. Aber es ist so, dass es zu wenig Steuerehrlichkeit gibt und das Finanzamt sich nicht wirklich durchsetzen kann.

    Zu dem von “kvarner” oben Berichtetem möchte ich hinzufügen:
    wir hatten ähnlich schlechte Erfahrung mit der Ausländerpolizei Opatija, dort mit der großen, schlanken, hübschen und stets äußerst modisch gekleideten Leiterin derselben.
    zum Ersten verpasste sie uns eine Anzeige samt Gerichtsverhandlung, welche aber vom Gericht zu unseren Gunsten beurteilt wurde.
    Zum Zweiten verletzte sie 2 Jahre später das EU-Stabilitätsabkommen und wies uns aus Kroatien aus. Erst eine Beschwerde unsererseits im Innenministerium stoppte die Dame und die Abschiebung.

    Aber es sind nicht alle Polizeien so. Mit der Stadtpolizei gab es solche Probleme nie. Im Gegenteil, die waren immer korrekt.

    Ich glaube es ist im Sinne von “kvarner”, wenn ich sage, dass die hiesigen Kroaten uns ausländerftreundlich entgegenkommen und es ein sehr freundliches Miteinander gibt.

Einen Kommentar schreiben: