Blutuntersuchungen in der Gespanschaft Primorsko-Goranska

Bei einigen Erkrankungen ist es notwendig, dass zur Diagnostik und Therapie Blutuntersuchungen durchgeführt werden müssen. Für bei der kroatischen Krankenkasse (HZZO) versicherte Mitglieder aus der Gespanschaft Primorsko-Goranska besteht in folgenden Orten grundsätzlich die Möglichkeit solche Laboruntersuchungen vornehmen zu lassen, die in den dort vorhandenen Gesundheitseinrichtungen (Dom Zdravlja) durchgeführt werden: Rijeka, Krk, Rab, Delnice, Čabar, Opatija, Crikvenica und Mali Lošinj.

Mit den dort vorhandenen Analysegeräten ist es nicht möglich alle evtl. notwendigen Blutuntersuchungen durchführen zu können, sodass die Patienten gezwungen sind, genauere Untersuchungen in der Universitätsklinik von Rijeka durchführen zu lassen. Hinzu kommt die Tatsache, dass einige Geräte schon monatelang defekt sind und auch aus diesem Grund nicht alle Untersuchung durchgeführt werden können.

Am Beispiel des medizinisch-biochemischen Labors des Gesundheitszentrums der Stadt Krk (Dom Zdravlja) unter der Leitung von Mag. med. Slavoljub Wagner, ist zusätzlich erkennbar, dass der Organisationsablauf nicht den Anforderungen entspricht, den man in einem normalen Gesundheitssystem erwarten muss. Die Blutabnahme wird zwischen 7:30 Uhr und 9:00 Uhr in den dafür vorgesehenen Räumen, wenn eine entsprechende Verordnung des Hausarztes vorliegt, vorgenommen. Bei Patienten die nicht in der Lage sind Treppen zu steigen erfolgt sie auf dem Flur für die Notaufnahme im Parterrebereich.

Unabhängig von dem Einzelfall wird das Ergebnis dem Hausarzt frühestens gegen Mittag auf elektronischem Weg mitgeteilt. Weil von den Kassenärzten der Insel Krk unterschiedliche Computerprogramme benutzt werden, kann es bei diesen Mitteilungen zu Verzögerungen kommen, die wegen eines nicht vorhandenen Faxgerätes in dem Labor auch nicht behoben werden können. Nur in Fällen, in denen die Blutuntersuchung vom Krankenhaus in Rijeka angeordnet worden ist, ist es auf besonderen Antrag hin und wieder mal möglich, dass dem Patienten oder seinem Beauftragen die Ergebnisse persönlich ausgehändigt werden, damit er sie selbst an das Krankenhaus faxen kann.

Die mangelhaften Organisationsabläufe sind aber auch in der Universitätsklinik des Krankenhauses (KBC) von Rijeka zu beobachten. In der Klinik für Labordiagnostik, für Biochemie und Hämatologie, unter Leitung von Dr. Elizabeta Fišić, werden alle Blutuntersuchungen durchgeführt, die in den einzelnen Gesundheitseirichtungen der oben genannten Orte nicht durchgeführt werden können.

Die zentrale “Blutabnahmestation” befindet sich im Gebäude der Poliklinik. Weil die Patienten aus der ganzen Gespanschaft, wie z.B. Pag, Rab, Krk, Cres und Mali Lošinj und dem übrigen Festland anreisen, ist der Andrang entsprechend groß und die drei Krankenschwestern, die zur Blutabnahme im Einsatz sind, müssen sich wegen der langen Wartezeiten manch böses Wort von den Patienten gefallen lassen.

Zur Auswertung werden die Blutproben dann von Hilfspersonal in das Zentrallabor gebracht, welches sich in einem ganz anderen Gebäude (Hitni Trakt) befindet. In ganz dringenden Fällen besteht auch die Möglichkeit, dass sie von einem Angehörigen des Patienten nach dort zur Untersuchung gebracht werden dürfen. Für die elektronische  Übermittlung der Analyseergebnisse, die von einem Computer festgestellt und an die einzelnen Fachkliniken weitergeleitet werden,  wird in der Regel  eine Zeit benötigt, die durch nichts, ausser mit einer Schlamperei zu begründen ist.

Gestern hat es z.B. bei einer Probe, die um 8:10 Uhr zur Untersuchung abgegeben wurde, bis nach 11:30 Uhr, also mehr als drei Stunden gedauert, bis die Ärzte einer Fachklinik des Krankenhaused mit der dringend notwendigen Therapie beginnen konnten. Die Verzögerung wurde damit begründet, dass das Analysegerät leider defekt sei und entsprechende Beschwerden bei der Klinikleitung vorgetragen werden müssen.

Leider ist davon auszugehen, dass ähnlich gelagerte Fälle der schlechten Gesundheitsorganisation, auch in anderen Gebieten an der kroatischen Adriaküste vorkommen.

Der kroatische Tourismusminister Veljko Ostojić hat vor wenigen Tagen auf der Internationalen Tourismusbörse von Berlin (ITB) den bekannten Slogan wiederholt: “Kroatien – ein kleines Land für einen großen Urlaub”. Sein Slogan müsste eigentlich lauten: “Kroatien – ein kleines Land für einen großen Urlaub – mit einem mangelhaften Gesundheitssystem.”

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