Noch kein Käufer für Werft »3. Maj«, Rijeka

Wie bereits mehrfach berichtet, muss die kroatische Regierung auf Druck der EU, die Werften, die sich überwiegend in staatlichem Besitz befinden und mit erheblichen Mitteln subventioniert werden müssen privatisieren. Dazu sind internationale öffentliche Ausschreibung erfolgt.

Bereits am 7.8.2009 sind Gerüchte aufgetaucht, dass der Kroate Danko Končar, der Mitbesitzer von Chromminen in Südafrika ist und Milliardär sein soll, ein Interesse daran gezeigt habe, fünf Werften in Kroatien kaufen zu wollen, wozu auch die Werft »3. Maj« in Rijeka gehörte.

Das erste Ausschreibungsverfahren konnte nicht zum Abschluss gebracht werden, weil der einzige Bieter, das Unternehmen “A-tec” aus Österreich die Ausschreibungsvorschriften nicht erfüllt hat.

Bei der dann folgenden Ausschreibung, deren Frist am 11.2.2011 beendet war, hat das Unternehmen »Jadranska Ulaganja« von Danko Končar ein Angebot unterbreitet, welches von der damaligen Regierung grundsätzlich angenommen und zur Überprüfung nach Brüssel weitergeleitet worden ist.

Im Laufe der dann folgenden Verhandlungen hat sich gezeigt, dass die Vorstellungen der beiden Vertragspartner immer weiter auseinander gegangen sind. Dazu gehörte auch die Frage, in welcher Höhe eine Bankbürgschaft des Käufers beigebracht werden muss, wenn es später einmal zu Vertragsverletzungen kommen sollte.

Als in der vergangenen Woche der aus Rijeka stammende neue kroatische Finanzminister Slavko Linić (SDP) öffentlich erklärte, dass Končar kein Verhandlunspartner sei, mit dem man ersthafte Verhandlungen für die Übernahme von in staatlichem Besitz befindlichen Werften führen könne, hat sich die Situation dramatisch zugespitzt.

Gestern Abend ist eine weitere Hiobsbotschaft in Kroatien eingegangen. Das Unternehmen SIAG Schaaf Industrie AG, mit dem der kroatische Unternehmer wegen der Herstellung von Windkraftanlagen in den jetzigen Werften zusammen arbeiten wollte, teilte in einer Presseerklärung mit, dass am kommenden Montag, dem 19.03.2012, der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über ihr Vermögen, beim zuständigen Amtsgericht Montabaur eingereicht wird.

Für die kroatische Regierung wird diese Situation langsam schwierig. Von der EU-Kommission in Brüssel wird nämlich erwartet, dass zum geplanten Beitrittstermin am 1.7.2013, die jetzt staatlichen Werften privatisiert worden sind.

Anmerkung: Der Verkauf einer Werft ist nicht mit einem normalen Geschäft zu vergleichen. Wenn man hört und liest welche sog. Experten aus den Gewerkschaften, den politischen Parteien, aus der Wissenschaft usw., bei deren Privatisierung ein gewichtiges Wörtchen mitreden wollen ist vorstellbar, dass kein normaler Investor einen Vertrag unterschreibt bei dem schon vorher feststeht, dass in absehbarer Zeit keine Gewinne zu erzielen sind.

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