Sexskandal in Bibinje

In dem kleinen Küsten- und Ferienort Bibinje, etwa 5 km südlich von Zadar, sollen sich in den letzten 20 Jahren Ereignisse zugetragen haben, bei denen man sich fragen muss, ob es sich nur um einen Skandal auf örtlicher Ebene, oder um ein kriminelles Ereignis durch den römisch katholischen Erzischof von Zadar, Želimir Puljić, gehandelt hat.

Was ist geschehen? Don Nedjeljko Ivanov, der zuletzt 20 Jahre Gemeindepfarrer und Ehrenbürger von Bibinje war, soll sich nach Medienangaben etwa 30 Jahre an männlichen Jugenlichen seiner Gemeinden sexuell vergangen haben.

Im Zuge der angeblichen Bekämpfung dieser Verbrechen durch den Vatikan sollen sich nach diesen Informationen vor einiger Zeit Betroffene, u.a. ein Mediziner, der jetzt in den Vereinigten Staaten von Amerika lebt, vertrauensvoll an das bischhöfliche Ordinariat und an Puljić persönlich gewandt haben, um von diesen Ereignissen zu berichten.

Sein Reaktion war aus Sicht von Juristen -auch Kirchenjuristen- falsch und entsprach nicht den gesetzlichen Vorschriften in der Republik Kroatien. Er erstattete keine Strafanzeige bei der Polizei und er hat lediglich den Vatikan über diesen Vorgang schriftlich informiert. Außerdem hat er ihn, unter Tränen von Gläubigen aus  Bibinje,  nur von seinem Amt entbunden, sodass er im Moment unbehelligt in einem Altersheim für Priester in Zadar leben kann.

Nach Angaben eines Polizeisprechers aus Zadar sind aufgrund der Medienveröffentlichungen die kriminalpolizeilichen Ermittlungen aufgenommen worden, die an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet werden. Nur auf ihren Antrag kann ein Untersuchungsrichter eine befristete Untersuchungshaft anordnen.

Es bleibt jetzt abzuwarten, wie der Vatikan, vertreten durch sein Oberhaupt Papst Benedict XVI,  und die katholische Kirche Kroatiens, auf diesen, angeblich größten Sexskandal der in der Geschichte dieses Landes bekannt geworden ist, reagiert.

Ein Bericht und ein Video ist dazu hier zu sehen.

Ein Kommentar zu “Sexskandal in Bibinje”

  1. kvarner

    Ich bitte darum den Bergiff “Sexskandal” in diesem Zusammenhang nicht zu verwenden. Es geht hier nicht um einvernehmlichen Sex zwischen erwachsenen Personen bzw. die üblichen sexuellen Verfehlungen verheirateter Politiker usw. sondern um den Missbrauch Minderjähriger. In der Presse wird in solchen Fällen üblicherweise der Begriff “Missbrauch” verwendet. Wenn es reißerischer sein soll, z.B. in einer Schlagzeile, dann auch “Missbrauchsskandal”.

    “Sexskandal” ist bei solchen Verbrechen ein verharmlosender und völlig falscher Begriff.

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