Änderungen für Bootsfahrer in Kroatien

In der Vergangenheit hat es für Besitzer von Booten und Jachten die unter ausländischer Flagge angemeldet sind und sich überwiegend in den Hoheitsgewässern der Republik Kroatien befinden eine Änderung hinsichtlich der Zollvorschriften gegeben, über die in Fachzeitschriften und einzelnen Foren unterschiedlich diskutiert wurde. Dabei ist häufig die Ebene der Sachlichkeit verlassen worden und die folgende Information soll dazu beitragen diese Ebene wieder zu erreichen.

Dazu zunächst einmal der Bericht eines langjährigen Bootsfahrers, dem nach eigenen Angaben Kroatien zur zweiten Heimat geworden ist:

“Mein Segelboot liegt seit 1980 in Dalmatien. In den ersten vier Jahren musste ich mich im Zollamt Šibenik um den sog. Zollverschluss selber kümmern. Mit dem aufkommenden Nautik-Tourismus haben das dann die Marinas für ihre Gäste gemacht.

Im Jahr 2004 verschärfte der Zoll seine Anforderungen an die Marinas. Diese mussten “Zolllager” werden und sollten außerdem darüber wachen, dass die ausländischen Boote nicht länger als 182 Tage im Jahr genutzt werden. Damals fungierte Herr Žic aus Punat als Präsident des Kroatischen Marina-Verbandes. Mit seinen Marina-Kollegen sah er sich außerstande, die letztgenannte Forderung zu erfüllen. Er begründete dies damit, dass niemand Gäste unter eine ständige Beobachtung stellen könne. Dieser Konflikt zog sich, für Außenstehende unsichtbar, einige Jahre hin.

Zwischenzeitlich nahm der Zoll die ausländischen Dauercamper unter die Lupe. Hunderte von Caravans mussten nachversteuert werden, weil sie zu lange im Lande und nie unter Zollverschluss waren. Die zu zahlende Steuer lag in der Regel deutlich unter 1000 Euro.

Auch der Sportboot-Hafen der Gemeinde Kukljica auf der Insel Ugljan bekam Besuch vom Zoll. Die Fahnder entdeckten Dutzende ausländische Boote, die ganzjährig dort lagen, ob- wohl der Hafen weder ein sog. Zolllager noch für den Nautik-Tourismus eingestuft war. Die ausländischen Bootseigner hatten jedoch Glück. Das Hauptzollamt Zadar setzte ihnen lediglich eine Frist, Kukljica zu verlassen. Kein Gast wurde zur Kasse gebeten.

Im vorigen Jahr machte der Kroatische Marina-Verband über die Handelskammer Zagreb, Abteilung Tourismus, den Versuch, die Oberste Zollverwaltung bezüglich der 182 Tage Regelung (siehe oben) zu einer liberaleren Haltung zu bewegen. Die Antwort der Zollbehörde liegt in englischer Sprache vor. In dem Schreiben wird u.a. darauf hingewiesen, dass es die 182 Tage-Regelung nicht mehr gibt. Vielmehr könnten ausländische Boote bis zu 18 Monaten ohne Zollverschluss in Kroatien bleiben. Ein weiteres Entgegenkommen sei nicht möglich.

Zum Jahresbeginn 2012 erhielten alle ausländischen Jahreslieger der Marina Kaštela ein Rundschreiben, in dem sie aufgefordert wurden, spätestens nach 18 Monaten mit ihrem Boot vorübergehend Kroatien zu verlassen, andernfalls dessen Versteuerung unausweichlich sei. Unmittelbar danach verschickte auch die ACI-Marina Vrboska einem ähnlichen Brief.

Daraufhin begann ich zusammen mit Martin Muth vom Deutschen Seglerverband zu recherchieren. Ein Sprecher der Obersten Zollbehörde bestätigte uns bereits am 7. Januar 2012 indirekt die Richtigkeit des Inhalts des o. g. Rundschreibens und verwies auf mehrere diesbezügliche Gesetzesänderungen, veröffentlicht im amtlichen Gesetzblatt “Narodne Novine”

In der “NN” vom 27.7.1999 findet sich erstmals die Bekanntmachung, dass die vorübergehende Einfuhr von Waren nur noch maximal für 24 Monate möglich sei. Diese Bestimmung ist Anfang Januar 2000 in Kraft getreten. Der kroatische Zoll hat sie aber bis heute zumindestens im Hinblick auf ausländische Boote nie umgesetzt. Außer in Zagreb und in Split scheint dieses Gesetz anderen Zollämtern offensichtlich nicht bekannt zu sein.

Das Rundschreiben der Marina Kaštela verbreitete sich im Internet und sorgte für viel Verunsicherung. Dies teilte ich am 10. Februar 2012 der ACI-Führung in Opatija mit, zumal Generaldirektor Violic auch Präsident des Kroatischen Marina-Verbandes ist. Am 13. Februar 2012 antwortete der ACI, dass es am 16. Februar 2012 in der Angelegenheit ein Treffen in Zagreb geben werde. Dieses Treffen fand im Finanzministerium statt, wie mir Mirko Vadla am 24. Februar 2012 mitteilte. Vadla, ein Spitzenbeamter und Abteilungsleiter im Ministerium für das Meer, Verkehr und Infrastruktur, wies dabei auch auf einen kurzfristig anberaumten Termin am folgenden Tag in München hin, wo ein Vertreter der kroatischen Regierung ein Statement zum Thema der vorübergehenden Einfuhr abgegeben würde.

Da ich verhindert war, flog Martin Muth vom DSV von Hamburg nach München. Er informierte mich nach der Veranstaltung, dass Kroatien aufgrund der aktuellen Gesetzeslage zum bisher praktizierten Zollverschluss nicht mehr zurückkehren könne, aber bis zum EU-Beitritt am 1. Juli 2013 seine Zollbehörden auch nicht auffordern werde, die 18-Monate-Regelung gegenüber ausländischen Booten durchzusetzen.

Ab dem 1. Juli 2013 sind wir in Kroatien sog. EU-Ausländer. Für unsere Boote gibt es danach keine vorübergehende Einfuhr mehr, viele werden deshalb nachversteuert werden müssen. Das ist ein anderes großes Thema, über das aber derzeit kaum etwas Verbindliches gesagt werden kann.”

(Autor: Karl Heinz Beständig)

Es ist zu erkennen, dass Karl-Heinz Beständig einer der Wenigen war der versucht hat, auf sachlicher Ebene eine Klärung herbeizuführen.

Bezüglich der Mehrwertsteuerfrage für Boote und Jachten nach dem geplanten  EU-Beitritt Kroatiens am 1.7.2013 ist er ebenso wie ich der Meinung, dass man zu diesem Thema noch keine Auskunft geben kann. Es muss abgewartet werden, welche Entscheidungen dazu im Finanzministerium getroffen werden.

Für die weitere Information der Leser hat er folgende Dokumente zur Verfügung gestellt:

Schreiben des Finanzministeriums an die kroatische Wirtschaftskammer vom 1.5.2011:

“Subject: Issues of Temporary Importation of Vessels Situated in Croatian Marinas. In response to your Document Class: 050-01/11-01/986, Ref. No. 311-15-11-01 of 11 April 2011

Dear Madam,

Further to your above referenced document in which you have presented the issues encountered by Croatian marinas in the process of accommodation of temporarily imported vessels in the Republic of Croatia, i.e., the obligations they have towards the Customs Office and in which you have requested the cancellation of the obligation of submitting bills/promissory notes as security instruments for outstanding customs duties and of the marinas’ obligation to keep books and records on all marina leaving and entering activities; we hereby respond, as follows:

The temporary importation of vessels in the Republic of Croatia has been regulated in the Convention on Temporary /name of the Convention not completely cited, translator’s note/ (Official Gazette – Treaties, No. 16/98), in the provisions of the Customs Act (Official Gazette 78/99, 94/99, 117/99, 73/00, 92/01, 47/03, 140/05, 138/06, 60/08, 45/09 and 56/10) and the provisions of the Customs Act Enforcement/Implementation Decree (Official Gazette No. 161/03, 5/07, 70/08, 76/09 and 29/11). Accordingly, the customs regulations provide for the option of temporary importation of foreign vessels in the Republic of Croatia if the subject vessel has been registered outside the customs territory of Croatia in the name of the person/entity outside that territory, and provided that the vessel has been used by the person/entity with the registered office outside the customs territory.

The vessels in the Republic of Croatia hence may be subject to the temporary importation procedure in the maximum period of eighteen months, as prescribed in the provisions of Article 269, Paragraph 1 Item e) of the Customs Act Enforcement/Implementation Decree. This period may be extended, provided that the good has not been used during the procedure of temporary importation throughout the eighteen-month period, and the extension period may correspond only to the no-use period within the procedure of temporary importation, but the total period of temporary importation may not exceed the period of 24 months.
Moreover, as prescribed in the Customs regulations, in the event of failure by the person/entity that has imported the foreign vessel in the customs territory of Croatia, to re-export the same at the time of its/his/her leaving the customs territory of Croatia, the subject vessel may be left on the customs territory of temporary importation only at locations specified or approved by the competent customs office. Therefore, all persons/entities engaged in activities of keeping temporarily imported vessels must have appropriate approvals of competent customs offices, i.e., approvals for customs storage, if they wish to engage in the activities of keeping temporarily imported vessels.

Types of customs warehouses/storage areas have been prescribed in Article 231 of the Customs Act Enforcement Decree, such that they have been defined respectively as customs warehouses/storage areas of the types A, B, C, D, E and F. In terms of the specific procedure of accommodation and keeping of temporarily imported vessels in Croatia, in compliance with the provisions on types of customs warehouses/storage areas, the most suitable is the E-type customs warehouse/storage area.

Therefore, with reference to the part of your query in which you propose that marinas are to be defined as M type customs storage areas, since the proposed type of customs storage has not been prescribed in the customs regulations, there is no option for marinas to be defined as you have suggested.
Also, please note that the customs office has not obligated marinas to use the customs storage procedure, but in the event the marinas wish to engage in activities of keeping foreign vessels left in the Republic of Croatia, after owners’ departure abroad, they shall be obligated to comply with the regulations of the Republic of Croatia and implement the procedure as regulated in the customs regulations.

Furthermore, with respect to marinas engaged in activities of keeping or accommodating foreign goods in the Republic of Croatia, these are obligated to meet the conditions prescribed for the accommodation of foreign goods, which among others include the filing of appropriate security instruments for outstanding customs duties. The customs duty security instruments have been prescribed in Article 447 of the Customs Act Enforcement Decree; the bill/promissory note, as one of the security instruments for the customs duty, requires prior approval of the Customs Authority’s Central Office in compliance with Article 453 of the Decree.

Therefore, further to your request for the bill/promissory note to be cancelled as the guarantee for payment of any outstanding customs duties that may be incurred on vessels situated in Croatian marinas, i.e., that customs duties are not associated with marinas; please note that except for transit procedures, the customs regulations otherwise do not anticipate the exemption from the security deposit requirement for the goods for which the customs duty is or may be incurred, which indeed is incurred in the temporary importation, i.e. accommodation of temporarily imported vessels.

Also, one of the conditions for the temporary importation procedure is the obligation prescribed for temporarily imported goods that they must be re-exported within the set time period from the customs territory, with the implementation of all the prescribed border formalities. The re-exportation in this case means that the vessel must actually leave the customs territory of the Republic of Croatia. The customs territory of Croatia has been regulated in Article 3 of the Customs Act as the territory that includes the territory of Croatia and that has been marked by the customs line equivalent to the border line of the Republic of Croatia. The border line at sea has been defined in Article 19 of the Maritime Code (Official Gazette No. 158/03, 76/07 and 146/08) as the outside border of the territorial sea, i.e., as the line whose each respective point is at the distance of 12 ocean miles from the nearest point of the starting line, as defined in Article 18 of the same Code. Accordingly, vessels after the set time period must be physically re-exported from the customs territory of the Republic of Croatia.

However, the provisions of the Convention and national regulations of the Republic of Croatia do not prescribe the time period that must elapse such that the vessel thereafter may reenter the customs territory of the Republic of Croatia, i.e. reapply for the temporary importation procedure.
Further to all the above said and based on your request, please note that there is no legal option for the customs office not to apply the set time period for re-exportation relating to temporarily imported vessels, i.e., it should be considered after the expiration of the temporary exportation period that the subject vessel has left the customs territory of the Republic of Croatia and repeat the procedure of temporary importation.

Moreover, the Instruction No. 4/04 of 20 February 2004 on the accommodation of temporarily imported vessels and mobile homes under the customs supervision at appropriately authorized entities, prescribes in more detail the method of accommodation and keeping of temporarily imported foreign vessels, i.e., defines the obligations that must be met by marinas prior to the issuance of approvals authorizing the accommodation and keeping of temporarily imported vessels and the procedure to be applied by the person/entity that has imported the vessel on a temporary basis, if before leaving the customs territory, it leaves the vessel for safekeeping at a marina.

In compliance with the said Instruction, marinas are obligated to register the vessel in their records at the time the vessel is left for safekeeping, i.e., when the vessel owner – the person that has imported on a temporary basis the subject vessel – returns abroad, leaving the subject vessel for safekeeping. In that case from that time on the vessel shall be subject to the procedure of customs storage, under the liability of the holder of the customs storage area – in this actual case – the marina. Based on the customs regulations, foreign goods located in the customs storage area or undergoing other customs procedures or processes/actions, must be under the customs supervision, i.e. the goods may not be put in another procedure or process without the approval of the competent customs office. Also, they may not be relocated from the location approved by the competent customs office without its approval. Accordingly, the vessel that has been left for safekeeping in the marina may not be relocated from that point without the approval of the competent customs office and any relocation of the goods from the approved location constitutes unlawful seizure of the goods, which has been under the customs supervision. Moreover, in the event of theft of the goods subject to any customs procedures or processes, including the temporary importation procedure, it shall be considered that the goods have been excluded from the customs supervision, since they are no longer at the point approved by the competent customs office. Liable for collection of the outstanding customs duty in such event shall be the person/entity that was to ensure for the goods not to be excluded from the customs supervision, i.e., in the actual case, the marina.

Therefore, the marina is obligated to make the appropriate entry in its records as to each vessel taken for safekeeping and to notify accordingly the customs office. Moreover, we presume that the marina and the person/entity that has left the vessel for safekeeping in the customs territory of the Republic of Croatia have regulated in the appropriate contract the marina’s obligation of keeping the subject vessel as well as the marina’s obligation to prevent the use of such vessels by third parties.

Therefore, if at any point in time such person wishes to use its vessel again it should contact the marina and terminate the vessel accommodation and keeping procedure in order to resume using the vessel subject to the temporary importation procedure. In such case it is also necessary to notify the competent customs office that the procedure of customs storage has been terminated, and make the appropriate entry relating to the subject vessel in the marina’s records.

Further to your filing in which you have indicated that the temporary importation period is six months within a single year, please note that this time period was prescribed in the previous customs regulations, while the current time period, as specified above, is eighteen months.

Finally, please note that the method of regulation of the temporary importation has been defined in the international Temporary Importation Convention and in the national regulations (the Customs Act and the Customs Act Enforcement Decree) and their provisions have been fully aligned with the provisions of the international Convention and the European Customs Regulations. Therefore, there is no option for us to accept your proposals for different regulation of the matter of accommodation of foreign vessels in marinas, as this matter has already been regulated in the said way in the Republic of Croatia.

Moreover, please note that the Customs Authority’s Central Office has been currently working on the new Instruction for the accommodation and temporary importation of vessels, and before its issuance we will request also your opinion.

Yours truly, STATE SECRETARY CUSTOMS AUTHORITY DIRECTOR Hrvoje Čović, M. Sc.”

Zur weiteren Verdeutlichung hier ein Schreiben von Karl Heinz Beständig vom 10.2.2012 an Frau Silvana Stiglic von dem staatlichen Unternehmen ACI Marina d.d. zum Thema neue Zollbestimmungen in Kroatien

Sehr geehrte Frau Stiglic,

ich hoffe, Sie sind gut im neuen Jahr gelandet.

Die Marina Kaštela bei Split hat im Januar ihre Gäste informiert, dass ausländische Yachten nur 18 Monate in Kroatien bleiben dürfen und spätestens dann das Land verlassen müssten, andernfalls sie versteuert und evtl auch zu verzollen sind.

Zwei meiner Leser, Jahresgäste in der ACI-Marina Vrboska, haben mir vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass sie ebenfalls per Schreiben von der dortigen Rezeption auf die 18-monatige Frist hingewiesen worden sind. Alle anderen Marinas in Kroatien haben Ihre Gäste meines Wissens noch nicht informiert.

Ich habe ein Schreiben der kroatischen Zollverwaltung an die kroatische Handelskammer, Abteilung Tourismus, das mit den Informationen aus den Marinas Kaštela und Vrboska übereinstimmt. Die jetzigen neuen Bestimmungen über den vorübergehenden Aufenthalt von Yachten in Kroatien entsprechen den Regeln der EU. Der von den Marinas praktizierte “Zollverschluss”  – beim ACI Überwinterungs-Genehmigung genannt – ist somit in seiner bisherigen Form offenbar nicht mehr zulässig.

Das Problem besteht nun darin, dass die meisten der in kroatischen Marinas liegenden Yachten bereits länger als 18 Monate im Lande sind und ihnen folglich auf der Grundlage dieser Bestimmungen die Versteuerung droht. Dies wird viele Eigner verunsichern und einige vielleicht sogar dazu verleiten,ihre Yachten im Frühjahr aus Kroatien abzuziehen.

Vor diesem Hintergrund wäre es vielleicht sinnvoll, wenn Herr Generaldirektor Violic auch in seiner Eigenschaft als Präsident des Kroatischen Marinaverbandes mit der Zollverwaltung in Zagreb Kontakt aufnimmt, um zu klären, ob nicht bis zum EU-Beitritt im kommenden Jahr eine Übergangsregelung gefunden werden kann.

Für eine baldige Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar, weil die YACHT im März ein großes Kroatien-Spezial machen will und viele Leser über die neuen Bestimmungen Bescheid wissen wollen.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende. Herzliche Grüße, auch an Herrn Violic, Karl-Heinz Beständig”

Frau Silvana Stiglic antwortete am 13.2.2012 wie folgt:

“Sehr geehrter Herr Beständig, bezüglich Ihrer Frage teile ich Ihnen hier mit, dass der Verband der kroatischen Marinas am kommenden Donnerstag, dem 16. Februar 2012 beim Ministerium für Seewesen einen Termin hat und bei dieser Gelegenheit wird die Frage der temporären Einfuhr der Yachten diskutiert. Sobald wir über Informationen verfügen, werden wir Sie entsprechend informieren. Herzliche Grüße,  Silvana Stiglic”

Frau Silvana Stiglic schrieb am 23.2.2012 an die Pressesprecherin des Ministeriums für das Meer, Verkehrs und Infrastruktur, Marina Halužan folgende E-Mail:

“Draga Marina, kako vidiš ovaj novinar nam se obraca s pitanjem kakvi su zakljucci sa sastanka u Ministarstvu vezano za “18 mjeseci”. Cim budeš mogla, molim te da se obojici nešto napiše, jer mi zaista nemamo nikavu informaciju koju bismo im mogli dati. Hvala i pozdrav, Silvana Stiglic”

Herr Mirko Vadla antwortete Karl Heinz Beständig am 24.2.2012 folgendes:

“Lieber Karl-Heinz, Ihre Fragen zu den Pflichten der vorübergehenden Unterbrechung der Einfuhren in die Gemeinschaft von Schiffen nach 18 Monaten, wurde mir von Frau Stiglic, oder Marina Halužan weitergeleitet. Die vorstehende Regelung von Zollvorschriften  war eines der Themen bei dem Treffen mit Vertretern der Zollverwaltung vor einige Tagen. Diese Bestimmung ist seit 2005 in Kraft und ist in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des Übereinkommens von Istanbul über die vorübergehende Verwendung. Nach 1. Juli des folgenden Jahres werden die Bürger der EU zu erheblichen Veränderungen im Zusammenhang mit diesem Problem führen. Ein Teil der neuen Informationen in der Statuszeile von Schiffen aus der EU in Kroatien können an die Skippertreffen in München, 25. Februar 2012, besprochen werden. Mein Deutsch bitte entschuldigen.Mit besten Grüßen, Mirko Vadla”

Das kroatische Finanzministerium hat sich zu dieser Frage am 7.2.2012 folgendermassen geäussert:

“Dear Sirs, Regarding your inquiries, we hereby inform you as follows:

Temporary admission of means of transport, including vessels, is regulated primarily by the Convention on Temporary Admission, which the ROC adopted in 1998 (OG-IA, no. 16/98), and whose guidelines are also contained in the provisions of the national customs regulations – the Customs Act, which is effective as of 1. January 2000, and the Regulation Implementing the Customs Act.

This convention has also been adopted and applied by the EU; therefore, specific provisions of the said regulations can be violated only through indolence or negligence of foreign or domestic persons. Therefore, the regulations or limitations are certainly not new; they have been in effect for more than ten years, and the entire issue has been described in detail at websites and in official explanations.

As the Croatian legal system is constantly being harmonised with the EU regulations, in this segment also the customs authorities of the ROC carry out more detailed checks and more control of the foreign goods in the customs territory of the ROC, in terms of whether the appropriate customs procedure has been carried out and whether the rules of such procedure are followed.

Considering that (according to Annex C of the said convention) foreign flag vessels cannot have the status of temporarily imported goods longer than 18 months, upon expiration of this period, they must leave the customs territory of the ROC, which implies vessel checkout at port authorities, customs exit control, and then the actual leaving of either the territorial sea or the continental territory of the ROC. The period before the re-entry of vessel is not specified in the Croatian or the EU regulations, therefore, it can be very short, but the re-entry means the brand-new procedure of temporary admission – especially at port authorities (registration, obtaining the new vignette, etc).

Failure to carry out these actions constitutes a customs offence and customs debt is incurred, i.e. payment obligation arises with respect to all import duties.

Finally, we would like to point out that the information hereby given answer to your inquiry and they cannot be considered relevant in circumstances other than the ones described in your inquiry.

Faithfully yours, INFORMATION OFFICER – SPOKEPERSON Mario Demirovic.”

Am gleichen Tag schrieb das Finanzministerium an das Informationszentrum für Seefahrt der kroatischen Wirtschaftskammer:

“Reply to an inquiry – 18 months regulation, Dear Sir, Regarding your inquiries, we hereby inform you as follows:

Temporary admission of means of transport, including vessels, is regulated primarily by the Convention on Temporary Admission, which the ROC adopted in 1998 (OG-IA, no. 16/98), and whose guidelines are also contained in the provisions of the national customs regulations – the Customs Act, which is effective as of 1. January 2000, and the Regulation Implementing the Customs Act.

This convention has also been adopted and applied by the EU; therefore, specific provisions of the said regulations can be violated only through indolence or negligence of foreign or domestic persons. Therefore, the regulations or limitations are certainly not new; they have been in effect for more than ten years, and the entire issue has been described in detail at websites and in official explanations.

As the Croatian legal system is constantly being harmonised with the EU regulations, in this segment also the customs authorities of the ROC carry out more detailed checks and more control of the foreign goods in the customs territory of the ROC, in terms of whether the appropriate customs procedure has been carried out and whether the rules of such procedure are followed.

Considering that (according to Annex C of the said convention) foreign flag vessels cannot have the status of temporarily imported goods longer than 18 months, upon expiration of this period, they must leave the customs territory of the ROC, which implies vessel checkout at port authorities, customs exit control, and then the actual leaving of either the territorial sea or the continental territory of the ROC. The period before the re-entry of vessel is not specified in the Croatian or the EU regulations, therefore, it can be very short, but the re-entry means the brand-new procedure of temporary admission – especially at port authorities (registration, obtaining the new vignette, etc).

Failure to carry out these actions constitutes a customs offence and customs debt is incurred, i.e. payment obligation arises with respect to all import duties.

Finally, we would like to point out that the information hereby given answer to your inquiry and they cannot be considered relevant in circumstances other than the ones described in your inquiry.

Faithfully yours,  INFORMATION OFFICER – SPOKEPERSON Mario Demirovic”

Es ist davon auszugehen, dass die Besitzer von Booten und Jachten unter ausländischer Flagge jetzt hinreichend darüber informiert worden sind, welche Aktivitäten entwickelt wurden um zu erfahren, wie bezüglich der Verzollung von Seefahrzeugen, die ständig in Kroatien verbleiben sollen, zu verfahren ist.  Jedem von ihnen bleibt überlassen darauf zu spekulieren, ob die Vorschriften in dem Gebiet, in dem sich sein Fahrzeug befindet von den Zollbehörden angewandt wird oder nicht.

4 Kommentare zu “Änderungen für Bootsfahrer in Kroatien”

  1. lowe

    Vielen Dank für diese umfassende, wertvolle Info!!!

  2. Sailor Jo

    Endlich mal eine sachliche und fundierte Darstellung der Sachlage. Danke.

  3. Andreas

    Der Beitrag enthält viele wertvolle Informationen, könnte mit Blick auf die Komplexität und das (verständlicher Weise) verbreitete Wunschdenken unter den betroffenen Yachteignern aber zu fatalen Irrtümern führen:

    Denn in dem Blog wird u.a. von der Aussage berichtet, das kroatische Finanzministerium wolle seine Beamten nicht (nochmals) anweisen, Yachten auf die 18-Monate-Regel hin zu überprüfen. Daraus folgt aber keineswegs, dass Kontrollen ausbleiben würden. Das Gegenteil trifft zu:

    Wir wurden in einer Ankerbucht nahe M. Losinj überprüft. Als erstes wollte der (höfliche und freundliche) Beamte wissen, wann wir mit der Yacht nach Kroatien eingereist sind. Da unsere erste Einreise mit dieser Yacht gut 2 Jahre zurück lag, fragte er nach, ob wir danach die kroatischen Gewässer nochmals verlassen haben. Das konnten wir zum Glück bejahen und durch entsprechende Aus- und Einklarierungsbestätigungen sofort nachweisen.

    Nach meiner Einschätzung dürften die wenigsten Marinas die für einen rechtswirksamen Zollverschluss einzuhaltenden Formalien wirklich beachtet haben (gleich, ob aus Unkenntnis oder um sich den für Marinas in Summe hohen bürokratischen Aufwand zu ersparen):
    Ebenso wie unsere Freunde aus anderen Marinas konnten wir immer ohne Vorankündigung anreisen und nach Belieben sofort den Törn antreten, OHNE vorher über die Marina bei der zuständigen Zollstelle die – für eine Beendigung des Zollverschlusses notwenige – Genehmigung der örtlich zuständigen Zollstelle eingeholt zu haben. Dafür hatte sich bisher schlicht und ergreifend niemand interessiert.
    Damit haben jedenfalls diese Marinas aus dem ACI-Verbund nach jener Rechtsansicht, die in den oben abgedruckten Schreiben des kroatischen Finanzministeriums vertreten wird, nicht den Status eines Zolllagers.
    Das Risiko, bei Überschreitung der 18-Monats-Grenze unser Yacht nachträglich verzollen zu müssen, liegt also in erster Linie bei uns.

    Die Konsequenz ist eindeutig: Weil zwischen unserem letzten Einklarieren in Kroatien und dem EU-Beitritt des Landes am 1.7.2013 mehr als 18 Monate liegen, werden wir diesen Sommer nochmals förmlich ausklarieren und an einem anderen Tag wieder förmlich einklarieren. So vermeiden wir mit minimalem Aufwand ein anderenfalls enormes finanzielles Risiko.

  4. Wilhelm Krpalek

    Meiner Meinung nach hat den ganzen “Kuddelmuddel” doch die “Bande” in Brüssel verursacht. Aber die “brauchen” wir ja scheinbar dringend. Noch vielen Dank für die ausführlichen Ausführungen.

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