Das Steinkohlekraftwerk Plomin in Istrien

“Das Kraftwerk Plomin (kroatisch: Termoelektrana Plomin, kurz: TE Plomin) ist ein 1970 in Betrieb genommenes Wärmekraftwerk in der Nähe des Dorfes Plomin (Gemeinde Kršan, Gespanschaft Istrien, Kroatien). Es wird mit Steinkohle befeuert. Neben dem Block 1, der 120 MW produziert, wurde im Jahr 2000 der Block 2 mit weiteren 210 MW in Betrieb genommen. Das Kraftwerk verfügt über einen 340 Meter hohen Schornstein, der das höchste Bauwerk in Kroatien ist. Block 1 wird von der Hrvatska elektroprivreda (HEP) betrieben, Block 2 von der TE Plomin d.o.o., an der HEP und das deutsche Unternehmen RWE je zu 50 % beteiligt sind.” (Quelle: Wikipedia) Es gehört mit seiner Leistungskraft zu den wichtigsten Stromerzeugungsanlagen in der Republik Kroatien.

Von Umweltschützern und den Bewohnern dieser Gegend wird schon mehrere Jahre behauptet, dass von dieser Anlage eine erhebliche Gefahr für die Umwelt ausgeht und die freiwerdenden Emissionen zu schweren Erkrankungen in der Bevölkerung geführt haben. Die Gefahr an einem Karzinom zu erkranken ist nach Angaben von Wissenschaftlern erheblich und liegt weit über den Durchschnitt im übrigen Kroatien.

Über die gesundheitlichen Gefahren die von Kohlekraftwerken ausgehen, kann man sich hier informieren.

Als mit dem Bau und Innbetriebnahme dieser gefährlichen Anlage im Jahr 1970 begonnen wurde ist man offensichtlich nicht davon ausgegangen, dass es zu solchen Umweltgefahren kommen könnte. Um so erstaunlicher ist es, dass sich in der heute so gut informierten Zeit in unmittelbarer Nähe des Steinkohlekrftwerks immer noch touristische Anlagen befinden, bei denen den Besuchern offensichtlich nicht bekannt ist, welchen Gefahren sie sich bei ihrem Aufenthalt aussetzen. Wer seinen Urlaub in einem der Ferienorte der Gemeinde Labin wie z.B. Rabac verbringt sollte bekannt sein, in welchem Gebiet er die schönsten Tage eines jeden Jahres verbringt.

Aus verschiedenen Kreisen, auch aus der Politik sind jetzt Stimmen laut geworden, den Betrieb der Anlage von Steinkohle auf Erdgas umzustellen weil man der Meinung ist, dass dieser Enegierohstoff umweltfreundlicher ist und vor der Küste Istriens im Meer gefördert werden kann. Ivan Jakovčić (IDS), Leiter der Gespanschaft Istrien, hat  diese Forderungen gestern auf einer Bürgerversammlung ausdrücklich unterstützt. Er hat in diesem Zusammenhang aber darauf hingewiesen, dass eine schnelle Lösung wegen der bestehenden Finanzprobleme leider nicht möglich ist.

2 Kommentare zu “Das Steinkohlekraftwerk Plomin in Istrien”

  1. kvarner

    Und nebenan die Rockwell-Fabrik. Beides in einer touristischen Gegend sehr fehl am Platze. Andererseits, Rabac “sieht und riecht” davon nichts (Luftlinie dennoch nur 6-7km).

    Trotzdem würde ich mir um meine Gesundheit z.B. im Norden von Krk ungleich mehr Sorgen machen, wegen der massiven petrochemischen Industrie in Omisalj und Kostrena (Luftlinie zu Omisalj 0-8km).

    Die Sünden der Kommunisten. Das wird Generationen dauern und richtig teuer diesen ganzen Dreck irgendwann zurückzubauen (könnte aber schlimmer sein: AKW).

  2. kvarner

    Nur damit es keine Missverständnisse gibt. Ich will keineswegs Plomin in Schutz nehmen. Jedesmal wenn ich dort vorbeigefahren bin (bzw. vorbei fahre) habe ich mir gedacht wie konnte man nur diese Dreckschleuder hier hin bauen. Und auch wenn man in Rabac nichts davon sieht oder riecht, gesund sind solche Luftverpester sicher nicht. Ich kriege meine tägliche Dosis karzinogenen Ruß und Feinstaub jedoch auch so ab, jeden Tag auf kroatischen Straße wenn vor mir einer dieser uralt LKW/PKW fährt mit völlig verstelltem und veraltetem Dieselmotor, pechschwarze Rauchwolken aus dem Auspuff blasend. Die kommen leider mühelos über den kroatischen pseudo-TÜV und sind in der Summe vermutlich genauso karzinogen wie das Kohlekraftwerk.

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