Gefahr von Wildunfällen im Frühjahr besonders groß

Wildtiere sind besonders im Frühjahr immer wieder Auslöser für schwere Unfälle. Mit den wärmeren Temperaturen werden die Tiere aktiver, die Menschen sind mit der Umstellung auf die Sommerzeit mehr in der Natur und abends länger unterwegs. Für die Wildtiere ist das ein weiterer plötzlicher Stressfaktor, der zu ungewollten Zusammentreffen führen kann.

Für die Tiere gehen diese Unfälle oft dramatisch aus. Gefährlich sind die unerwünschten Begegnungen aber auch für Kraftfahrer. Bei einem Zusammenstoß mit einem Wildtier treten schon bei niedrigen Geschwindigkeiten sehr hohe Kräfte auf. Trifft man mit 50 km/h auf einen 20 kg schweren Rehbock, wirkt eine halbe Tonne auf Fahrzeug und Fahrer, bei 100 km/h beträgt die Aufprallwucht bereits zwei Tonnen. Besonders groß ist das Risiko für Motorradfahrer – auch weil sie oft abgelegene waldreiche Strecken abseits der Hauptverkehrsströme bevorzugen.

Um Wildunfälle zu vermeiden, gilt es, im Bereich von Wildwechsel-Warnschildern aufmerksam und vorausschauend zu fahren und den Abstand zum Vorderfahrzeug ausreichend groß zu halten. Ist ein Wildtier in Sicht, sollte man die Geschwindigkeit reduzieren, das Fernlicht ausschalten und hupen. Läuft das Tier davon, sollte man weiter vorsichtig sein, da Wildtiere oft in Gruppen flüchten. Ist ein Zusammenstoß unvermeidlich, sollte der Lenker stark bremsen und dabei das Lenkrad gut festhalten. Riskante Ausweichmanöver sind zu vermeiden. “Ausweichmanöver bergen ein höheres Risiko als ein Frontalzusammenstoß. Wenn der Fahrer richtig reagiert, ist die Verletzungsgefahr bei einem Crash mit einem Wildtier für Autoinsassen gering”, sagt der ÖAMTC-Experte Schneider. Bei Motorrädern kann die Ausstattung mit ABS helfen, Unfälle zu vermeiden.

Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) darf ein Fahrzeuglenker nicht plötzlich und für den Nachfolgeverkehr überraschend bremsen. “Wer also wegen eines Tieres bremst, riskiert bei einem Auffahrunfall unter Umständen ein Mitverschulden”, erklärt ÖAMTC-Chefjurist Martin Hoffer die rechtliche Situation. “Die Judikatur hat sich allerdings dahingehend entwickelt, dass bei einem Zusammenstoß mit einem Wildschwein, Reh oder Hirsch die Gefahr einer Verletzung des Lenkers als so groß gilt, dass nach einem Unfall aufgrund einer Vollbremsung dem Vordermann kein Mitverschulden angelastet wird.”

Passiert trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ein Unfall mit einem Wildtier, muss man zuerst die Unfallstelle mit dem Pannendreieck absichern, dann eventuell verletzte Personen versorgen und die Polizei verständigen. Auch wenn es keine Verletzten gibt und das (verletzte) Tier weiterläuft, sollte der Unfall gemeldet werden.

Für die Kasko-Versicherung wird eine polizeiliche Meldebestätigung des Unfalls benötigt. Die so genannte “Blaulichtsteuer” fällt in der Regel nicht an. Verletzte Tiere nicht berühren. Wer das verletzte oder getötete Wild mitnimmt, macht sich wegen Diebstahls strafbar.

Quelle: OTS

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