Kroatische Wirtschaft braucht Investitionen

„Die aktuelle Einschätzung der gegenwärtigen Wirtschaftslage in Kroatien und der Aussichten für das laufende Jahr entsprechen weitestgehend der des Vorjahres. Treten im Ergebnis der begonnenen Reformen keine Änderungen ein, rechnen für 2012 deutlich weniger Umfrageteilnehmer mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage. Daher werden große Erwartungen an eine investitionsfördernde Wirtschaftspolitik geknüpft.“ Dieses Fazit zog Ralf Blomberg, Präsident der Deutsch-Kroatischen Industrie- und Handelskammer (DKIHK), bei der Präsentation der Ergebnisse der diesjährigen Wirtschaftsumfrage der Deutsch-Kroatischen Industrie- und Handelskammer.

Knapp zwei Drittel der Umfrageteilnehmer beurteilen die aktuelle Geschäftslage ihres Unternehmens lediglich als befriedigend und 15 Prozent als schlecht. Zudem erklärt etwa die Hälfte der Umfrageteilnehmer, dass ihre Umsätze 2011 im Vergleich zum Vorjahr gesunken sind. Für 2012 rechnen nur 28 Prozent der Umfrageteilnehmer mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage.

Von 80 Prozent der Umfrageteilnehmer wird die gegenwärtige Wirtschaftslage in Kroatien als weiterhin schlecht beurteilt. Über die Hälfte der an der Umfrage beteiligten Unternehmen geht davon aus, dass sich daran im Jahr 2012 auch nichts ändern wird. Zudem rechnen 37 Prozent der Umfrageteilnehmer mit einer Verschlechterung im Verlauf des Jahres 2012 im Vergleich zum Vorjahr. 2011 rechneten nur 27 Prozent mit einem weiteren Abwärtstrend.

Erfreuliche Nachrichten kommen aus dem Bereich Beschäftigung. Ähnlich wie im Vorjahr rechnet ein Viertel der Unternehmen mit steigenden Beschäftigtenzahlen in 2012 und über die Hälfte der Umfrageteilnehmer erklärt, die Zahl ihrer Beschäftigten 2012 nicht ändern zu wollen. Auch bei den Exportabsätzen und den Importen allgemein sowie konkret bezogen auf den Warenaustausch mit Deutschland macht sich ein positiver Trend bemerkbar.

An den wirtschaftspolitischen Vorzügen und Schwachstellen des Standorts Kroatien hat sich aus Sicht der Umfrageteilnehmer im Vergleich zum Vorjahr wenig geändert: Als Stärken Kroatiens gelten wie in den Vorjahren die günstige geografische und strategische Lage, die gute Qualifikation der Mitarbeiter, die (mit Ausnahme der Eisenbahn) gut entwickelte Verkehrsinfrastruktur, natürliche Ressourcen und noch nicht genutzte Entwicklungspotenziale sowie die baldige EU-Mitgliedschaft.

Im Unterschied zu den Vorjahren wird bei der diesjährigen Umfrage dringend die Verbesserung des Investitionsklimas bzw. die Förderung von Investitionen gefordert. Dazu hob DKIHK-Präsident Ralf Blomberg hervor: „Alle Investoren, darunter kroatische und auch deutsche, erwarten allgemein von einem Investitionsstandort Berechenbarkeit, wettbewerbsfähige Standortbedingungen und eine effiziente Verwaltung sowie eine allgemein positive Einstellung Investoren gegenüber. Wenn hier bestehende Mängel nicht abgebaut werden, beeinflusst das natürlich weiter die Standortentscheidung durch den Investor. Hier den entsprechenden Rahmen und insgesamt ein freundlicheres Investitionsklima schaffen – das gibt Kroatien gute Chancen im Wettbewerb um ausländische Investitionen. Es gibt ja eine Reihe deutscher Investitionen in Kroatien, die als gutes Beispiel dienen können. Darunter sind mittelständische Unternehmen, die mit einer ständig wachsenden Mitarbeiterzahl Produkte ausschließlich oder überwiegend für den Weltmarkt herstellen. Und wir bemühen uns sehr, dass die Zahl solcher Beispiele steigt. Zudem haben wir als bilaterale Kammer die Möglichkeit, auch am Standort Deutschland interessierte kroatische Unternehmen zielgerichtet zu unterstützen.“

Quelle: DKIHK

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