Ökologisch verträgliche Windkraftnutzung

In Kroatien ist man darum bemüht, durch die Nutzung von Windkraft umweltschonend Strom zu erzeugen und es sind bereits einige Anlagen in Betrieb genommen worden. Weitere befinden sich in Planung.

Welche Kriterien dabei zu beachten sind geht aus einem Positionspapier hervor, welches jetzt in Österreich veröffentlicht wurde.

“Windkraft spielt für eine erneuerbare Energieversorgung auch in Österreich eine wichtige Rolle. Allerdings braucht Windkraft Fläche und kann Ökosysteme und das Landschaftsbild nachhaltig beeinträchtigen. Daher ist jeder Ausbau nur durch klare Planung und mit Rücksichtnahme auf Naturschutz, Landschaft und AnrainerInnen möglich. Der Umweltdachverband sagt daher Ja zur Windkraft – doch nur, wenn der Ausbau an geeigneten naturverträglichen Standorten erfolgt”, betont Gerhard Heilingbrunner, ehrenamtlicher Präsident des UWD. Die aktuellen Diskussionen in Tirol, Kärnten, Oberösterreich und der Steiermark zeigen, dass für den Windkraftausbau dringend Kriterien für eine naturverträgliche Nutzung erforderlich sind. Der UWD hat deshalb gemeinsam mit den Mitgliedsorganisationen, zu denen die größten Naturschutzorganisationen und wesentliche Ökoenergieverbände zählen, ein Positionspapier erarbeitet, das mit Kriterien für Tabu- und Eignungszonen die Anforderungen für eine umweltverträgliche Nutzung der Windkraft bis 2020 aufzeigt.

We wichtig eine strategische überregionale Planung und Ausweisung von Tabu- und/oder Eignungszonen ist, zeigen die Geschehnisse um die Südtiroler Brennerberge und die Windparkvorhaben am Österreichisch-Slowenischen Grenzberg Petzen, wo sich das Natura 2000-Gebiet Topla und der gleichnamige Landschaftspark befinden, deren Pufferzonen durch das Projekt verletzt würden. Auch die geplanten Anlagen am Brenner am Übergang zwischen Südtirol und Tirol sorgen für berechtigten Widerstand: Die Südtiroler Landesregierung genehmigte dort einen Windpark mit 19 Anlagen, wobei fachliche Beurteilungen übergangen und die Bürgerbeteiligung ignoriert wurden. Der Bau dieser Anlagen im Hochgebirge bedeutet einen enormen Eingriff in eine sensible Landschaft auf einer Höhenlage von über 2.000 m, wo zudem bedeutende Populationen von Birk-, Stein-, Schneehühnern und Steinadlern – alles Arten, die durch europäisches Recht hohen Schutzstatus genießen – gibt. Für die Menschen ginge mit dem Projekt ein einzigartiger Raum für naturnahe Erholung verloren.

Diese Beispiele zeigen, wie wichtig ein planerischer Zugang mit der Ausweisung von Eignungsgebieten und/oder Tabuzonen ist. Das UWD-Positionspapier umfasst eine umfangreiche Liste an Tabuzonen: “Kern bilden die gesetzlichen Natur- und Landschaftsschutzgebiete. Nationalparks, FFH- und Vogelschutzgebiete, Wildnis- und Ruhegebiete, Kern- und Pflegezonen von Biosphärenreservaten und -parks. Umfassender Schutz ist auch für Feuchtgebiete und naturschutzfachlich wertvolle Wälder und Naturwaldreservate, Kulturlandschaften der UNESCO-Welterberegionen und Naturdenkmäler notwendig. Insgesamt muss der Naturschutz an allen naturschutzfachlich bedeutsamen Flächen Vorrang haben, auch Naturparks sind eindeutig Tabuzonen, wenn die Windkraftanlagen den Schutzzielen widersprechen ebenso Landschaftsschutzgebiete, für die nur in wohl definierten Fällen Ausnahmen festgelegt werden können”, so Heilingbrunner.

“Wir begrüßen grundsätzlich eine umweltfreundliche Stromproduktion mittels Windenergieanlagen. Unter Berücksichtigung ökologischer Kriterien scheint eine Zielsetzung von zusätzlichen 2000 MW Windkraftleistung bis zum Jahr 2020 verträglich realisierbar, aber auch die Windenergie hat die natürlichen Grenzen zu berücksichtigen. Um die Klima- und Energieziele zu erreichen, müssen vor allem die Effizienzpotenziale ausgeschöpft und Energiesparen muss zum Gebot der Stunde werden”, so Heilingbrunner abschließend.

Quelle: OTS

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