Die Österreicher sparen vor allem beim Urlaub

Die Österreicher sind in diesem Jahr am liebsten zu Gast in der eigenen Heimat. Dies ergab eine repräsentative Studie zur Reiseplanung 2012, die im Auftrag der Europ Assistance Group in sieben europäischen Ländern mit durchgeführt wurde. Für das Urlaubsbarometer, das in Österreich bereits zum elften Mal veröffentlicht wird, wurden auch 500 ÖsterreicherInnen und damit ein repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung befragt.

58 Prozent der Europäer planen für 2012 einen Sommerurlaub, womit der niedrigste Stand seit Beginn der Befragung erreicht wurde. Am reisefreudigsten sind die Franzosen mit 70 Prozent und die Italiener mit 63 Prozent. Die Österreicher (59%) liegen im Mittelfeld, und in Spanien (51%) plant auf Grund der hohen Arbeitslosenquote und rigiden Sparprogramme nur mehr jeder Zweite einen Urlaub.

83 Prozent der Österreicher planen für diesen Sommer eine Reise innerhalb Europas und stehen damit an der Spitze der befragten Länder. 26 Prozent verbringen den Urlaub in der Heimat, 48 Prozent im sonnenverwöhnten Süden (Italien, Spanien, Kroatien…) und 39 Prozent im Westen Europas. Zieht es immerhin noch 6 Prozent nach Amerika, sind es auf Grund der jüngsten Ereignisse nur mehr je 3 Prozent, die nach Afrika und Asien reisen. Beachtliche 70% der Italiener und 67% der Franzosen verbringen den Urlaub im eigenen Land. Der Trend zu Fernreisen ist damit endgültig gebrochen. Nur 13 Prozent der Österreicher wollen außerhalb Europas verreisen.

Mit der Erkenntnis, dass auf Grund gestiegener Lebensmittel und Energiepreise in der Geldbörse weniger steckt als noch vor einem Jahr, mussten sich viele Österreicher erst anfreunden und wohl noch mehr mit der Tatsache, dass gespart werden muss. Bei der Gesundheit wird zwar nicht gespart (-1% geringere Ausgaben als im letzten Jahr), auch beim Essen wird der Gürtel kaum enger geschnallt (-5%), aber die Österreicher kürzen die Ausgaben bei Urlaub (-12%) und Kleidung (-17%) erheblich. So beläuft sich das durchschnittliche Reisebudget der Österreicher auf 2.180Euro und damit auf den niedrigsten Stand seit 2006. Waren die Belgier letztes Jahr mit rund 2.600 Euro Europameister bei den Ausgaben, sind es in diesem Jahr die Deutschen mit 2.472Euro. Markant ist vor allem der Einschnitt bei den Italienern von knapp 25%. Bei unseren südlichen Nachbarn fiel das Urlaubsbudget von 2.244Euro im Jahr 2011 auf 1.690Euro  in diesem Jahr.

In diesem Zusammenhang nicht überraschend, werden die einwöchigen Reisen bei europäischen und österreichischen Urlaubern wieder populärer. Führte der Trend die letzten Jahre zum zweiwöchigen Urlaub, werden in diesem Sommer gleich viele ein- und zweiwöchige Urlaube geplant (jeweils 37%). Drei Wochen oder länger verreisen 36 Prozent der Befragten.

Im Sommerurlaub wollen sich die Österreicher ausruhen und erholen. Für zwei Drittel der österreichischen Sommerurlauber (64%) steht die Erholung im Mittelpunkt. Damit liegen sie mit den Belgiern und Deutschen (65%) fast gleich auf an der europäischen Spitze. Nur die Hälfte der Spanier (53%) fährt in die Ferien, um Ruhe und Erholung zu finden und möchte im Urlaub lieber etwas erleben. Für 25 Prozent der Österreicher und 26 Prozent der Briten bedeutet Urlaub, Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen. Noch im Jahr zuvor war das Zusammensein mit Familie und Freunden nur für 21 Prozent der Österreicher der primäre Gedanke für die Sommermonate. Die Entscheidung für die Destination hat mehrere Faktoren. Die Österreicher lassen hierbei vor allem das Budget entscheiden. Das Klima ist ein weiterer wichtiger Faktor, aber auch die Sicherheit im Land und die Gefahr möglicher Anschläge und sozialer Unruhen.

Die Österreicher fahren in diesem Jahr wieder am liebsten an den Strand. Knapp zwei Drittel (62%) wollen im Sommer ans Meer. Damit belegen sie das europäische Mittelfeld, unverändert 75 Prozent der Italiener legen sich an den Strand, und auch die Deutschen liegen mit 71 Prozent deutlich vor den Österreichern. 23 Prozent der Österreicher wollen nicht an einem Ort bleiben, sondern eine Rundreise machen und 27 Prozent wollen in die Berge und belegen damit den europäischen Spitzenwert sowie auch einen langjährigen Höchstwert. Durchschnittlich wollen 62 Prozent der Europäer ihren Sommerurlaub am Meer und 16 Prozent Zeit in den Bergen verbringen.

In Österreich wird der Urlaub von 72 Prozent der Befragten immer noch selbst organisiert;  31 Prozent buchen lieber unkompliziert eine Pauschalreise, was dem europäischen Durchschnitt entspricht. Ziehen 77 Prozent dabei in ein Hotel, kommen 19 Prozent in einem Zweitwohnsitz oder bei Freunden unter. 9 Prozent nehmen ihr zu Hause mit und verreisen mit dem Campingbus.

“Das Urlaubsbarometer zeigt zwar, dass beim Urlaub gespart wird, dennoch wollen die ÖsterreicherInnen nicht darauf verzichten. Wir haben schon im Zuge vorangegangener Wirtschaftskrisen erkennen können, dass diese dem heimischen Tourismus nützen. Viele Reiselustige tendieren wieder zum Heimaturlaub und damit zur Rückkehr zu Angeboten made in Austria. Berge statt Meer heißt die Devise”, resümiert Jean-Francois Diet, Geschäftsführer von Europ Assistance.

Quelle: OTS

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