Arbeitsmarktöffnung ist wichtiger Schritt gegen Fachkräftemangel

“Die neue Fachkräfteverordnung, die von Rudolf Hundsdorfer, dem österreichischen Minister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz am 31.5.2012 in Begutachtung geschickt wurde, ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Öffnung des heimischen Arbeitsmarktes und damit zur Bekämpfung des Fachkräftemangels in Österreich”, betont die Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Anna Maria Hochhauser. Kernpunkt der Verordnung ist die sogenannte Mangelberufsliste für Drittstaatsangehörige, auf die sich die Sozialpartner nunmehr nach intensiven Verhandlungen geeinigt haben.

Die Fixierung der Mangelberufsliste war der letzte offene Punkt der Rot-Weiß-Rot-Karte, welche im Juli 2011 in Kraft getreten ist und die Zuwanderung von qualifizierten Nicht-EU-Bürgern regelt. Demnach soll es für 25 Berufe, in denen in Österreich akuter Fachkräftemangel herrscht, ein vereinfachtes Zuwanderungsverfahren geben: Beispielsweise braucht das AMS kein individuelles Ersatzkraftverfahren durchzuführen. Der Arbeitgeber muss (natürlich) den Kollektivvertrag und eine allfällige betriebsübliche Überzahlung gewährleisten. Als Mangelberufe gelten etwa Techniker für Maschinenbau und Starkstrom, Spengler, Schlosser und Elektroinstallateure.

“Die Rot-Weiß-Rot-Karte hat sich schon bisher gut bewährt. Nach nur 10 Monaten im neuen System hat sich die Zahl der qualifizierten Zuwanderer mit 1.311 nahezu verdoppelt”, so Hochhauser. Die meisten Fachkräfte kommen aus den Bereichen wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Herstellung von Waren, Kfz-Handel, Instandhaltung und Reparatur, Information und Kommunikation sowie Finanz- und Versicherungsdienstleistungen. Der Anteil der Sportler hat sich – entgegen manchen Unkenrufen – auf ein normales Niveau von 13 % eingependelt. Die Top 5-Herkunftsländer sind Bosnien, Russland, die USA, Kroatien und die Ukraine.

Um den Fachkräftemangel, der trotz Wirtschaftskrise in einigen Branchen herrscht und der sich aufgrund der demografischen künftig noch verschärfen wird, in den Griff zu bekommen, seien aber weitere Maßnahmen notwendig. “Mit dem jetzigen Lückenschluss in Gestalt der Mangelberufsliste ist die Rot-Weiß-Rot-Karte komplett unter Dach und Fach. Das ist ein gutes Regelwerk, zu dem die Wirtschaft zu 100 Prozent steht. Nun muss der Fokus auf die Rahmenbedingungen gelegt werden, damit die Zuwanderer, die Österreich braucht, auch tatsächlich zu uns kommen. Dann steht einer echten Erfolgsstory Rot-Weiß-Rot-Karte nichts mehr im Weg”, betont Hochhauser.

Gefragt seien etwa eine Willkommenskultur und gezielte Maßnahmen zur Förderung der Integration. Vor allem aber müsse die Information über die Chancen und Möglichkeiten in Österreich auch die Menschen in den potenziellen Herkunftsstaaten erreichen. “Die Wirtschaft ist gerne bereit, hier mitzuwirken und einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts und für mehr Wachstum und Beschäftigung zu leisten”, so die WKÖ-Generalsekretärin abschließend.

Quelle: OTS

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