Nutzung von Fahrzeugen mit ausländischen Kennzeichen

Wird ein Fahrzeug mit deutscher bzw. nicht-kroatischer Zulassung nach Kroatien verbracht, kann es gemäß dem Übereinkommen über die vorübergehende Verwendung vom 26. Juni 1990 (Istanbuler Übereinkommen, für Deutschland in Kraft seit 18.09.1997, für Kroatien in Kraft seit 01.06.1999) unter folgenden Voraussetzungen weiterhin mit der deutschen bzw. ausländischen Zulassung genutzt werden:

- Nutzung als Tourist ausschließlich zu touristischen, also nicht zu gewerblichen Zwecken
– der Fahrzeughalter hat seinen angemeldeten Wohnsitz in Deutschland, also außerhalb Kroatiens
– das Fahrzeug wird innerhalb von 12 Monaten an maximal 183 Tage in Kroatien genutzt. Dabei ist es unerheblich, ob die Nutzung am Stück oder unterbrochen erfolgt.

Bei der Nutzung des Fahrzeugs an mehr als 183 Tagen, oder wenn der Halter des Fahrzeugs über einen gemeldeten Wohnsitz und/oder eine Aufenthaltsgenehmigung in Kroatien verfügt, muss das Fahrzeug nach Kroatien eingeführt werden.

Wenn der Fahrzeughalter seinen Wohnsitz aus Deutschland nach Kroatien verlegt, kann das Fahrzeug grundsätzlich als Umzugsgut, d.h. ohne Zahlung der Zollabgaben und der Mehrwertsteuer befristet nach Kroatien eingeführt werden.

Zur Abfertigung als Umzugsgut müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

der Halter des Fahrzeugs war vor dem Umzug nach Kroatien mindestens ein Jahr amtlich in Deutschland gemeldet, das Fahrzeug war in Deutschland mindestens 6 Monate auf den Halter zugelassen, der Fahrzeughalter verfügt über einen mindestens ein Jahr gültigen kroatischen Aufenthaltstitel.

Achtung:
Auch wenn das Fahrzeug bei der Einfuhr als Umzugsgut von der Zahlung der Zollabgaben und der Mehrwertsteuer befreit ist, ist eine Sonderabgabe („trošarina“) zu zahlen. Diese wird abhängig vom Fahrzeugwert berechnet. Die Sonderabgabe wird bei der Wiederausfuhr des Fahrzeugs nicht zurückerstattet.

Wird das Fahrzeug nicht (fristgerecht) als Umzugsgut eingeführt, werden bei der Einfuhr als Fahrzeug Zollabgaben, Mehrwertsteuer und die Sonderabgabe erhoben. Die Höhe der gesamten Einfuhrabgaben werden anhand des Werts des Fahrzeugs berechnet.

Zuwiderhandlungen stellen eine Zollstraftat dar und werden von den kroatischen Behörden (Zoll und Polizei) mit Beschlagnahme des Fahrzeugs geahndet. Beschlagnahmte Fahrzeuge können i.d.R. erst nach Zahlung der fälligen Abgaben (Zoll, Mehrwertsteuer, Sonderabgabe) sowie einer Geldstrafe ausgelöst werden.

Weitergehende Informationen sind auf der Internetseite des kroatischen Zolls zu finden.

Quelle: Deutsche Botschaft Zagreb

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