Zwei Gastkommentare zu Zollvorschriften für ausländische Boote

Nachdem hier zuletzt im April über das Thema berichtet (und im Juni kommentiert) wurde, kamen in den letzten 8 Tagen zwei Gastkommentare über das Kontaktformular.

Edith schrieb am 15. Oktober:

Seit Anfang des Jahres als die Zollvorschriften der Republik Kroatien bekannt und diskutiert wurden, gibt es diverse Informationen, teilweise aber auch Verharmlosungen der Situation (mit Hinweis auf angebliche „Gentlemen Agreement“). Dies hat etliche Wassersportler dazu verleitet, die „Zollgeschichte nicht so ernst zu nehmen“.

Fakt aber ist, dass bereits im letzten Jahr der Zoll Yachten in Buchten vor Anker liegend kontrolliert und ganz explizit nach dem erstmaligen Eintreffen in kroatische Hoheitsgewässer bzw. Einklarieren gefragt hat.

Am 29.9.12 fragte uns das Marina Personal in unserer ACI Marina Cres, ob all unsere Zoll-dokumente und die Crewliste in Ordnung sei. „Sie wissen die 18 Monate…“ verbunden mit dem Hinweis, dass demnächst der Zoll zur Kontrolle in die Marina kommen wird. Wir haben aus- und einklariert, gaben wir zur Antwort. Wir benötigen eine Kopie der Crewliste mit den Stempeln von Hafenkapitän und Zoll, wurden wir vom Personal aufgefordert. Kurze Zeit später gaben wir die Crewliste in Kopie ab, diese wurde genau gesichtet und wir bekamen zur Antwort: „Alles Gut“.

An unterschiedlichen Tagen – und von zwei verschiedenen Mitarbeitern der Marina – wurden wir nach den Papieren gefragt und auf die Zollkontrolle hingewiesen.

Nun liegen in unserer Marina Briefe mit sehr eindeutigen Hinweisen vor (Auszug „Nach den uns zugestellten Unterlagen, läuft der bewilligte Zeitraum der vorübergehenden Einfuhr Ihres Schiffes am …….. ab. Daher bitten wir Sie, vor dem angegebenen Datum das Schiff aus der Marina auszuführen und erneut das Verfahren einer vorübergehenden Einfuhr einzuleiten oder aber das Verfahren einer ordentlichen Verzollung der eingeführten Ware“) und ein Info Blatt über „die vorübergehende Einfuhr von Wasserfahrzeugen in die Rep. Kroatien …“ .

Diese Vorgänge zeigen, dass es (für Yachteigner) falsch ist, „den Kopf in den Sand zu stecken“, und dass es (für Forumsbetreiber) ebenso falsch und meines Erachtens ziemlich verantwortungslos ist, die wahre Situation zu verschweigen oder zu verharmlosen und damit Bootsbesitzer zu animieren, ihre Chance zur Vermeidung des Problems ungenutzt verstreichen zu lassen.

Im Interesse aller Bootseigner wäre es wünschenswert und erforderlich, in jedem Forum mit sehr deutlichen Hinweisen darauf aufmerksam zu machen, dass jetzt die akute Gefahr besteht, von den kroatischen Behörden in die Zollpflicht/Zahlpflicht genommen zu werden. Aus diesem Grund senden wir Ihnen dieses Schreiben.

Die Möglichkeit um diese Jahreszeit in Kroatien eine „Spazierfahrt“ zu machen und den diversen Behörden einen Besuch abzustatten, ist immer noch gegeben.

AmMa schrieb am 8.Oktober:

Entgegen einem verbreiteten Wunschdenken und insbesondere auch entgegen der “Entwarnung für Bootseigner”, die ein großer Interessenverband unter Verkennung der Sach- und Rechtslage kürzlich veröffentlicht hat, ist leider festzustellen:

Der kroatische Zoll plant für den Winter ganz gezielte Kontrollen in Marinas darauf, ob Yachten nur “vorübergehend”, also im Regelfall für längstens 18 Monate, nach Kroatien eingeführt worden sind, oder ob sie – im Fall eines darüber hinausgehenden ununterbrochenen Aufenthaltes in kroatischen Hoheitsgewässern – ordnungsgemäß verzollt worden sind.

Woher wissen wir das? Ganz einfach: Sowohl Freunde von uns als auch wir selbst wurden letzte Woche (=Anfang Oktober 2012) von der ACI Marina Cres gebeten, vor der Heimreise nicht nur – wie üblich – die Vignette mit Personenliste in der Marina zu hinterlegen, sondern zusätzlich auch Kopien etwa verfügbarer Aus- und Einklarierungsbestätigungen. Als Grund für diese ungewöhnliche Bitte wurde uns genannt: Der Zoll hat sich zur Kontrolle angesagt.

Die Konsequenz kann vernünftiger Weise nur lauten:

Jeder Eigner einer – nicht unter kroatischer Flagge fahrenden – Yacht ist gut beraten, schleunigst zu überprüfen, ob er nachweisen kann, dass er seine Yacht (im Sinn der 18-Monate-Regel)nur “vorübergehend” nach Kroatien eingeführt hat. Wenn diese Frist spätestens im Laufe des Winterhalbjahres überschritten würde, sollte der betreffende Eigner in seinem ureigenen Interesse die kroatischen Hoheitsgewässer zumindest kurz verlassen und sich das durch entsprechende aktuelle Papiere von Zoll und Hafenamt bestätigen lassen.

4 Kommentare zu “Zwei Gastkommentare zu Zollvorschriften für ausländische Boote”

  1. Otto Koehn

    Auch von der Marina Borik wurden wir aufgefordert, vor Anfang Oktober aus- und wieder ein zu klarieren, was wir natürlich auch getan haben. Gleiches Vorgehen ist mir von Marina Veli Rat bekannt.
    Wichtig zu sein scheint der entsprechende Vermerk auf dem Permit und die neue Zoll-Aurüstungsliste, die von der Marina zu beglaubigen ist. Außerdem scheint es erforderlich, dass auch die Marina (als Zoll-Lager) das Boot bei der Ausreise beim Zoll ab- und später wieder (mit neuer Zoll-Ausrüstungsliste) anmeldet.

  2. Dem Soline sein Sohn

    Hier eine Zuschrift, die zu diesem Thema eingegangen ist:

    Wir haben unser Boot Saver 6m samt Anhänger im Sept.2011 bei einem
    Freund in Kroatien privat abgestellt. Bei ihm stehen so an die 15
    Boote. Er war im Vorjahr gerade dabei eine Trockenmarina zu bauen. Im
    Feb. 2012 kam der Zoll zu ihm und registrierte alle Boote. Die Boote
    durften unter seiner Aufsicht bei ihm stehen bleiben. Bis jetzt
    konnten sie uns nichts sagen. Jetzt hat der Zoll ausrichten lassen,
    dass alle Boote verzollt werden. Das Boot wird geschätzt und davon
    ist 40% zu bezahlen. Wir alle haben einen Schock. Gibt es da noch
    einen Ausweg?

    fragt eine Leserin aus Österreich

  3. Dem Soline sein Sohn

    Und hier noch ein Linktipp von Mikka zu diesem Thema: laut http://www.boote-magazin.de/aktuell/news/nachversteuerung-zu-fuenf-prozent-kommt/a41543.html soll eine Nachversteuerung zu fünf Prozent (plus 1,6 Prozent Zoll) beschlossen worden sein!

  4. Haase

    Sommer 2013 –
    Kollision am Anker südl.v. Tisno
    Blitz Einschlag bei Marin Betina
    Rücksichtsloses Verhalten der Marina Betina

    Im Juni fahren wir über Sattendorf (Ossiacher See) nach Velirat (Dugi Otok)
    Nach den üblichen Arbeiten an unserem alten Schiff (Amel Euros 41) laufen wir Anfang Juli nach Murter, sind in dieser Gegend bis zum 14.07.13 und ankern in der Bucht südlich von Tisno. Natürlich mit hellem Ankerlicht (LED unter der Saling). Zeugen Fam. Lüpkes. Um ca. 23.30 Uhr rammt uns plötzlich ein Ausflugsschiff (ARGONAUT ca. 30 meter lang) siehe Bilder

    mit ca. 200 betrunkenen Gästen an Bord von hinten. Unser Besanmast bricht an der Saling und liegt im Cockpit, Seereling und Davit usw. kaputt. Wir wollen vom Schiffsführer die Papiere usw. aber er sagt diese liegen in Zadar, ich rufe die Polizei, werde verbunden nach Vodice und bekomme gesagt, dass sie in ca. 20 Minuten kommen. Aber leider kommt niemand. Am nächsten Tag rufe ich die Hafenbehörden Split-Vodice -Tisno – Sibenik an und erfahre, dass wenn es keine Verletzten gegeben hat muß ich selbst kommen um ein Protokoll über den Unfall zu bekommen, denn dies brauche ich ja, um den Schaden der Versicherung zu melden.
    Ich rufe bei SeaHelp an, obwohl ich noch kein Mitglied bin, kommt sofort jemand aus Vodice (nach ca. 20 Minuten) und nur mit dessen Hilfe erweist sich der Hafenkapitän in Tisno bereit ein Protokoll zu schreiben. Ich kontaktiere meine Kasko Versicherung (Pantaenius) um den Schaden über diese zu regulieren. Dies klappt auch mit kleinen Schwierigkeiten, sodass ein Sachverständiger in die Marina Bettina kommt.
    Als dieser den Schaden begutachten will (wir legen uns für eine Stunde an die Aussenmohle) kommt er mit einem Mann der Marina (mit Katalog), dieser will mir gleich einen neuen Mast verkaufen, ich bekäme ihn in ca. 10 Tagen. Nachdem ich dies ablehne sofort den Auftrag zu geben, verschwindet er zornig, offensichtlich da es kein Geschäft gibt. (Dies hat später noch Folgen).
    Wir fahren in die Marina Sukosan und lassen die nötigen Arbeiten – Seereling – usw. instandsetzen, sodass das Boot wieder betriebssicher ist.
    Unsere WURGL WURGL geht wieder in das Wasser. Die Fa. Pantaenius übernimmt den Schaden als Kaskoschaden, ohne Selbstbeteiligung. Aber wir sind noch ohne Besanmast, Scheuerleiste usw. aber dies können wir ja später erledigen. Nun ist wieder segeln mit kleiner Fläche angesagt.
    Wir erholen uns in unserer Marina und halten uns in der Gegend Zadar- Sibenik auf.
    Wir treffen uns mit Freunden wieder bei der Marina Bettina und ankern hinter der Marina in der Buch von Bettina.
    Am 28.08.13 kommt eine Gewitterwand auf uns zu, etwas Regen, kaum Wind aber um ca. 9.30 Uhr schlägt der Blitz ein, es raucht sofort aus dem Funkgerät, Radio, Inverter usw. Ich stelle fest, dass die ganze Elektronik, Laptopp,( auch beide Lichtmaschinen) usw. kaputt ist. Auch ein Spiegel in der Achterkajüte ist zertrümmert (am Achterstag ist der Blitz wahrscheinlich heruntergekommen). Ausser dass meine Frau in die Kajüte flog – unverletzt – haben wir nur einen Schock (nach ca. 35 Jahren Adria haben wir bereits einige Gewitter erlebt)
    Also wieder Anruf bei Pantaenius – wird schnell geholfen – am 29.08.13 kommt wieder ein Schverständiger, nimmt die Schäden auf und sagt, dass das Boot sofort aus dem Wasser muss, um festzustellen, ob der Blitz ein Loch in den Rumpf geschossen hat.
    Nun erlebe ich etwas, was mich veranlasst diesen Bericht zu schreiben. Als wir mit den Sachverständigen in der Rezeption einen Krantermin machen wollen, bekomme ich gesagt, dass es heute nicht mehr geht, aber morgen um 9 Uhr ist der Chef vom Kran da und ich könne da einen Termin bekommen. Also am 30.08.13 bin ich wieder im Büro, wegen dem Termin. Es kommt wie der der Mann welcher mir den Mast verkaufen wollte (Chef der Reparaturwerkstatt), erkennt mich als den, der bei Ihm keinen Mast bestellt hat, mault mich an und sagt wörtlich „ wir heben sie nicht heraus“ obwohl ich mit den Kosten von EUR 300.—einverstanden war. Flucht auf Kroatisch und lässt mich stehen. Auf meine Nachfrage bei der Dame im Büro (ihr Name ist Luzi) bekomme ich nur gesagt,“ der Mann hat ein Problem mit Ihnen.“
    Ich finde dies eine Unterlassung der Hilfeleistung, denn bei einem Schaden am Unterwasserschiff, hätte ja einiges passieren können.
    Also bleibt mir nichts anders übrig, als in die nächste Marina (Hramina) zu fahren und dort das Schiff heben und begutachten zu lassen. Dies ging schnell und problemlos. Gott sei Dank ist kein größerer Schaden entstanden.
    Ich denke, dass ich dies veröffentlichen muss, denn dieses Verhalten ist sehr unfreundlich und unprofessionell, es sollte Folgen für diese Marina haben.
    Ich habe vor diesen Bericht an Herrn Beständig und verschiedene Bootszeitschriften, bzw. Foren, Marina Bettina und Fa. SeaHelp weiterzugeben.
    Ich bin einverstanden, wenn der Bericht veröffentlich wird.
    bh32136@gmail.com
    Bernd Haase

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